Einbrecher verurteilt Landgericht verhängt fünf Jahre Haft

Eine 41-jähriger Mann ist vom Landgericht Bayreuth für zwei Wohnungseinbrüche schuldig gesprochen worden. Bei den Taten wurde Beute von hohem Wert gemacht. Foto: Bodo Marks/dpa-Archiv

BAYREUTH/CREUSSEN. Ein 41-jähriger Asylbewerber aus Armenien ist für zwei Wohnungseinbrüche zu einer Haftstrafe von fünf Jahren verurteilt worden.

Die Strafkammer des Landgerichts hält den Mann vor allem aufgrund von DNA-Spuren an den Tatorten in Bayreuth und Nürnberg für überführt, erklärte ein Gerichtssprecher auf Anfrage weiter.

Das Strafverfahren wurde zum Indizienprozess, weil der Mann, der als Asylbewerber in Creußen lebte, die ihm angelasteten Taten leugnete. Der 41-Jährige wurde erst Ende Februar im Creußener Sozialamt festgenommen. Die Taten, für die er nun verurteilt wurde, waren am 14. Juli 2017 in Nürnberg und am 13. September 2017 in Bayreuth begangen worden.

Letztlich überführt wurde er aufgrund der Erfahrung und des guten „Riechers“ zweiter Pegnitzer Streifenpolizisten. Der Beamte war im Dezember 2017 zu einem Supermarkt in Pegnitz gerufen worden. Dort hatte eine Angestellte mehrere Männer beobachtet, die sich auffällig verhielten. In dem Auto der Männer, einer von ihnen war der Armenier, fanden die Polizisten Werkzeuge, die Einbrecher bevorzugt verwenden, vor allem einen sogenannten „Ziehfix“: Solche Geräte können nicht käuflich erworben werden, sie sind immer Marke Eigenbau und werden von Einbrechern dazu verwendet, die Schließzylinder von Schlössern aufzubohren.

Ein "Ziehfix" wird zum Verhängnis

Das Auffinden des „Ziehfix“ verschaffte den Pegnitzer Polizisten einen hinreichenden Grund, den Verdacht einer schweren Straftat zu bejahen und von den Männern Speichelproben zu verlangen.

Die DNA des 41-Jährigen führte dann Ermittler bei der Kripo in Bayreuth und in Nürnberg zu zwei bis dahin ungeklärten Einbrüchen. In Bayreuth befand sich die Vergleichs-DNA an einem abgebrochenen Schraubenzieher, der als mutmaßliches Aufbruchswerkzeug für einen Einbruch in eine Wohnung in der Rosestraße gedient hatte. Einer 44-jährige Geschäftsfrau und ihrer Familie fehlten nach dem Einbruch Schmuck Schmuckstücke im Wert von rund 20.000 Euro.

Die Besonderheit des Bayreuther Falls: Der 15-jährige Sohn der Geschäftsfrau hatte in den Tagen um den Einbruch eine Gruppe verdächtiger Männer beobachtet und mit seinem Mobiltelefon sogar Fotos von ihnen gemacht. Auf einem der Bilder soll der 41-jährige Angeklagte zu sehen sein.

Volltreffer bei einem Geschäftsmann in Nürnberg

Bei dem Einbruch in der Kasseler Straße in Nürnberg landeten der oder die Einbrecher einen Volltreffer. Sie drangen in das Haus eines 70-jährigen ehemaligen Geschäftsmanns ein, der fast 10.000 Euro Bargeld und als Münzsammler eine große Anzahl von Goldmünzen zu Hause hatte. Den Wert von verschwundenen Münzen, Uhren und Schmuck bezifferte das Opfer auf etwa 40.000 Euro.

An dem Nürnberger Tatort fand sich eine DNA-Spur, die zu der in Pegnitz genommenen Vergleichs-DNA des Angeklagten passte: Die Spur befand sich an einer mit extremer Gewalt aufgehebelten und speziell gesicherten Kellertüre. Ein Kriminalbeamter sagte im Prozess als Zeuge aus, es sei nach seiner Erfahrung nicht vorstellbar, dass diese Türe von einem Mann alleine aufgehebelt werden könne.

Der Behauptung des Angeklagten, die DNA-Spuren seien jeweils durch Übertragung anderer Täter entstanden, die seinen Schraubenzieher und seine Gärtnerhandschuhe benutzt haben könnten, folgte das Landgericht nicht.

Der Verteidiger des Verurteilten hat Revision gegen das Urteil eingelegt, teilte ein Gerichtssprecher mit.

 

0 Kommentare

Kommentieren

  1. Passwort vergessen?
  2. * = Pflichtfeld
Sie haben noch keinen Benutzer-Zugang? Jetzt registrieren!

Wenn Sie einen Kommentar verfassen, so wird dieser unter Ihrem Klarnamen, also dem von Ihnen angegebenen Vor- und Nachnamen veröffentlicht. Sollte Ihr Kommentar nicht sofort erscheinen, bitten wir Sie um etwas Geduld. Wir behalten uns vor, Kommentare vor der Veröffentlichung zu prüfen. Bitte beachten Sie hierzu auch unsere Netiquette.

loading