Ein kleines Bauprojekt soll an die Bahnlinie von Bayreuth nach Hollfeld erinnern Als es am Röhrensee noch dampfte

Eine Postkarte aus dem Jahr 1903 zeigt sie noch: die Eisenbahn, die über die Brücke am Röhrensee rattert. Allerdings handelt es sich um einen Montage, was an den Größenverhältnissen von Brücke und Bahn deutlich wird. Ziemlich genau 70 Jahre später hörte das Rattern und Dampfen am Röhrensee auf. Foto: Historisches Museum Bayreuth

Siebzig Jahre lang ging das Rattern und Dampfen. Am Röhrensee vorbei, auf einem Wall und über eine Brücke, die heute als Radweg zwischen Altstadt und Innenstadt dient, fuhr die Bahn zweimal in der Stunde von Bayreuth nach Hollfeld und Thurnau. 1974 war dann Schluss. Tatsächlich sollten die Züge einmal viel weiter fahren. Aus dem Fichtelgebirge bis nach Rothenburg ob der Tauber. Aber daraus wurde nichts. Unter anderem, weil sich die Zugfahrt über viele Hügel und durch viele Kurven als nicht gerade schnell erwies.

Eine Anekdote ist auf einer Infotafel zu lesen, die am Röhrensee unter der Bahnbrücke angebracht ist. Demnach sei der Zug spätestens bei Mistelgau so langsam voran gekommen, dass die Schulkinder austiegen und neben dem Zug her gelaufen seien. Und wenn die keuchende Lokomotive bei Obernsees zum Wassertanken hielt, dann habe an den Gleisen meist auch die Kellnerin einer Gaststätte mit Biergläsern bereit gestanden. Die Anzahl der gewünschten Getränke habe der Lokomotivführer zuvor mittels Signalpfiffen übermittelt.

In Höhe des Röhrensees soll jetzt an diese Bahnlinie erinnert werden. Kurz vor der Brücke, dort, wo es vom Radweg ab- und über Stufen zum Park hinunter geht, soll ein restauriertes Haltesignal aufgestellt werden. Dazu eine Unterstellmöglichkeit und eine Infotafel, die an die Geschichte der Haltestelle erinnert. Direkt am Radweg sollen zudem Fahrradständer und eine Ruhebank aufgestellt werden und zum Verweilen am Röhrensee einzuladen. Außerdem ist geplant, eine Ladestation für Elektrofahrräder aufzustellen.

Die Baukosten belaufen sich auf rund 45.000 Euro. 27.000 Euro gibt es aus Fördertöpfen, der Rest der Kosten wird über einen privaten Nachlass gedeckt.

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