Ein Jahr der Rekorde Pegnitz im Hitzesommer 2018

Bei einer Temperatur von 32 Grad treibt es die Menschen ins Cabriosol Ganzjahresbad nach Pegnitz zwekcs Abkühlung. Das Foto zeigt (von links) Marina Dörfler mit ihrer Tochter Hanna aus Kulmbach und die Tante Mareike Heilmann aus Bayreuth. Foto: Ralf Münch

PEGNITZ. Viel zu warm, reichlich Sonne und zu wenig Niederschlag. So lässt sich das Wetterjahr 2018 mit dem Jahrhundertsommer kurz und treffend beschreiben.

Das vergangene Jahr startete zwar mit zweistelligen Minustemperaturen im Februar. Doch dann ging es schnell steil bergauf: Mit einer Durchschnittstemperatur von 9,8 Grad (7,3 Grad) – Werte des internationalen Referenzzeitraums 1961 bis 1990 in Klammern – war es das wärmste Jahr seit Beginn der ununterbrochenen Temperaturaufzeichnungen ab 1851 in der Region.

Super-Sommer

Der warme August mit einem Monatsmittel von 20,3 Grad (15,7 Grad) trug am meisten zu diesem Wärmeüberschuss bei. Während der Hitzewelle in der ersten Augustdekade wurde die erste Tropennacht in Pegnitz registriert. Die höchste Tagestemperatur gab es am 31. Juli mit 36 Grad. In dem scheinbar nicht enden wollenden Sommer wurden 87 Sommertage (26) und 19 heiße (Tropen-) Tage mit über 30 Grad im Schatten registriert. Selbst im bisherigen Super-Sommer 2003 waren es weniger warme Tage.

Tiefsttemperaturen im Winter

An 98 Tagen (117) gab es 2018 Frost und zwölf Mal (32) erreichte die Tageshöchsttemperatur auf dem Quecksilberthermometer nicht den Plus-Bereich. Die Tiefsttemperatur – sie wird mit einem Alkoholthermometer gemessen – am letzten Februartag von Minus 16 Grad wurde am gleichen Tag nur noch durch das Bodenthermometer, das sich fünf Zentimeter über Grund beziehungsweise Schneedecke befindet, mit minus 17,3 Grad unterboten.

Bis 30 Zentimeter tief drang der Frost am 2. März in den Boden ein. Zuvor war am 21. Januar die größte Schneehöhe mit 15 Zentimetern zu verzeichnen. Die 17 Schneedeckentage (56) blieben ebenso weit unter dem langjährigen Durchschnitt wie die 33 Schneefalltage (53).

Trockenperiode mit viel Wind

Der Jahresniederschlag befand sich mit 634 Litern pro Quadratmeter (795) deutlich unter dem Soll. Dem trockenen November mit nur 14 Litern folgte der nasse Dezember mit 151 Litern. Beim größten Tagesniederschlag von 50 Litern am 11. Juni wurden wie bereits einige Tage vorher einige Straßen und Keller geflutet.

Das vergangene Jahr galt auch als windreich. Am 3. Januar brachte der Sturm „Burglind“ warme Luftmassen in die Region. Der Herbststurm „Fabienne“ deckte am 23. September viele Dächer ab. Auch in den umgebenden Wäldern richtete er stellenweise großen Schaden an.

Mehr Sonne geht nicht

Die Sonne schien insgesamt 1957 Stunden, was 124 Prozent des Mittels entspricht. Zu diesem Ergebnis steuerte vor allem der Juli mit 303 Sonnenstunden einen Großteil bei.

Aus dem Takt

Zum Abschluss ein Überblick über die pflanzenphänologischen Beobachtungen:

Erst ab 26. April kam mit der Apfelblüte die Vegetation richtig in Schwung. Hatte sie bei der Holunderblüte schon einen großen Vorsprung, wurde dieser beim Blühbeginn der Sommerlinde am 1. Juni auf stattliche vier Wochen vergrößert. Mit der Fruchtreife der Stieleiche – sie ist die Zeigerpflanze für den Vollherbst – am 26. September schmolz der Vorsprung gegenüber dem langjährigen Mittel zusammen. Die vorletzte der zehn Phänologischen Jahreszeiten, der Spätherbst, begann mit der Blattverfärbung der Eiche am 15. Oktober.

 

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