Ein Bergwerk wird runderneuert

Für das Besucherbergwerk Gleißinger Fels in Fichtelberg gibt es Neubaupläne für das Empfangsgebäude. Auch im Innern des Berges soll alles auf den neuesten Stand gebracht werden. Foto: GHSW Architekten, Klaus Greim

Das Besucherbergwerk Gleißinger Fels soll saniert und ausgebaut werden. Insgesamt sollen rund 1,6 Millionen Euro investiert werden.Dann soll auch Schluss sein mit dem Dixi-Klo im Wald.

Der Gemeinderat winkte das Vorhaben durch. Denn genehmigt wird das Projekt nämlich nicht nach dem Baurecht, sondern nach dem Bergrecht.

Projektträger ist die „Montanstiftung Nordostbayern“, deren Vorsitzender ist der ehemalige Bürgermeister José-Ricardo Castro Riemenschneider. Die Kommune ist insofern beteiligt, weil das Bergwerk am Ende des Schmierer Weges erstmals auch an den Kanal angeschlossen werden soll.

Das ist im Detail geplant: Ausgangspunkt für die Sanierungs- und Erweiterungspläne war laut dem Erläuterungsbericht der Sanierungsstau und schlechte bauliche Zustand, die Rede ist von „veralteten elektrischen Anlagen und schlechter Beleuchtung“.

Trocken-WC im Wald

Weiter fehlen sanitäre Anlage für Besucher und Personal, „als Notbehelf dient ein Trocken-WC, das im Wald aufgestellt ist“. 2014 seien dringend nötige Sicherungsmaßnahmen unternommen worden, „ sodass die Sicherung der Bausubstanz zwar „vorübergehend, jedoch nur befristet gewährleistet ist“.

Da es im Innern an allen Ecken und Enden an Platz mangelt, soll oberirdisch ein Gebäude entstehen, dass mit der bisher bestehenden Kaue verbunden wird. Die Flächen im Innern sollen veränderbar und barrierefrei sein. Damit soll nicht nur eine „transparente Aufenthaltszone“ entstehen, sondern auch Räume für Veranstaltungen. Letztlich soll auch die Besucherkapazität vergrößert werden, in der Gemeinderatssitzung war von einer Verdoppelung die Rede.

Platz für Aussstellungen

Castro Riemenschneider sagt: „Es soll ein Ort der Begegnung und des Austausches entstehen, zum Beispiel mit Jugendlichen aus Tschechien. Auch soll Platz für Ausstellungen sein. Die Geschichte von Fichtelberg und dem Bergbau hängt eng zusammen. Diese Tradition wollen wir weitergeben.“

Bei dem oberirdischen Bau aus Stahlbeton, Mauerwerk und Holz hat man laut dem Erläuterungsbericht auf eine passende Einfügung in die Landschaft und Angliederung an den bestehenden Bau Wert gelegt, der Bericht spricht von „gebauter Landschaft“. Architekt ist der Hofer Klaus Greim. Er hatte vor knapp 20 Jahren auch das Fichtelberger Rathaus gebaut.

Auch im Umfeld soll es Verbesserungen geben, dafür müssen auch einige Bäume gefällt werden. Eingang und Überdachung der Kaue sollen ebenfalls erneuert werden.

Zeitgemäße Beleuchtung

Im Innern des Bergwerks soll unter anderem die herkömmliche Beleuchtung durch eine Spezialillumination ersetzt werden, „zur Hervorhebung und Ausleuchtung von Attraktionen, wie sie heute in großen Höhlen und Bergwerken national und international üblich sind“, so der Erläuterungsbericht. Auch die Elektrik soll grundlegend erneuert werden. Mehrere Sicherungseinbauten aus Holz sollen ersetzt werden.

Die langfristig geplante Erschließung einer zusätzlichen unteren Sohle im Bergwerk, die bislang noch nicht für die Besucher zugänglich ist, ist noch nicht Teil dieses Projekts, so Castro.

Die Montanstiftung hofft auf bis zu 85 Prozent Zuschüsse von der EU über ein Partnerprojekt mit Tschechien. Birgit Seelbinder, Präsidentin der Euregio Egrensis, sagt: „Es gibt zwei Sitzungen des Begleitausschusses im Jahr. Eine war erst, die nächste ist erst im Dezember, insofern wird es keine schnelle Entscheidung geben. Aber ich bewerte das Projekt positiv. Und eventuell ist ein vorzeitiger Maßnahmenbeginn möglich.“

Castro sagt auf die Frage nach dem Zeitplan: Baubeginn könnte später in diesem Jahr, wahrscheinlich aber erst nächstes Jahr sein.

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