Ein Abend voller Helden

Jeder hat so seine Helden und Heldinnen, seine Fernsehstars und Filmsternchen, vor allem in der Kindheit. Denen man ein bisschen nacheifern will, soweit es einem möglich ist. Eine Reihe davon tummelten sich am Samstag bei der 1. Prunksitzung der Faschingsgesellschaft (FG) Auerbach auf der Bühne des nahezu ausverkauften Kolpingsaals.

Nach gut fünf Stunden Programm mit Tänzen, Sketchen und viel Slapstick durfte man sich sicher sein: Die wahren Helden standen mit den Aktiven der FG auf der Bühne, die einem mitgehenden Publikum in Faschingslaune ein teils fulminantes, auf jeden Fall aber abwechslungsreiches Programm boten.

Rasch das Publikum abgeholt

Nach der Verabschiedung der Prinzenpaare Janina und Kevin Hudert und Johanna Schuster und Felix Grüner und der Inthronisierung der neuen Tollitäten Carina und Manuel Müller und Franziska Schübel und Jacob Albersdörfer dauerte es nicht lange, bis die FG das Publikum abholte.

Tosender Applaus für die Jüngsten

Garanten dafür sind stets die Lollipops – die jüngsten Tänzerinnen mit einem Tänzer. Biene Maja, Pippi Langstrumpf, Pinocchio oder Wicki, der Wikinger, und Paulchen Panther waren die Zeichentrickhelden, die die 41 Kinder mit bunten Kostümen in Erinnerung riefen. Dafür gab es den ersten tosenden Applaus.

Premiere als "Wahlfänger"

Als „Wahlfänger“ stand erstmals Hans Walter Bottenbruch auf der Bühne. In der klassischen Bütt – der einzigen bei dieser Prunksitzung – ging er auf „Wahlfang“ und kam zu der Erkenntnis: „Es ist nichts mehr so, wie’s früher war.“ Die Juniorengarde präsentierte danach den ersten Gardetanz des Abends. Wenig später folgte die Juniorengarde. Dazwischen spannen Mandy Schmid und Josef Kleisl ihr Beziehungsdrama weiter: Flitterwochen, die sich keiner wünscht.

Die Ein-Mann-Schau des Christoph Kasseckert

Nach einem Jahr Pause zeigte sich Manfred Kasseckert mal ganz anders – nicht mehr in der Bütt, sondern in einem Ein-Mann-Sketch, wobei er als Fernsehkoryphäe Professor Grzimek („Ein Platz für Tiere“) „das Söder“ und seine natürlichen Feinde wie „das Seehoferchen“ vorstellte. Spätestens hier waren die Lachmuskeln des Publikums gelockert. Was es auch zu der Slapstickeinlage von Robert Schmid, Andreas Götz, Florian Himmelhuber und dem Prinzenpaar Carina I. Und Manuel I., brauchte. Sie zeigten ohne ein gesprochenes Wort, wie es in der ersten Reihe im Kino zugeht. Das hätte auch von Rowan Atkinson („Mr. Bean“) sein können.

13-jährige Lästerschwestern sorgen für Lachsalven

Die Geschichten über stadtbekannte Persönlichkeiten der 13-jährigen Lästerschwestern Isa Gnan und Johanna Schuster gehörten überraschend zu einer der besten Nummern des Abends. Der Saal vibrierte von den Lachsalven, die die beiden Mädchen auslösten, um dann im Anschluss von kreischenden Frauen abgelöst zu werden – bei der Tanzeinlage des Männerballetts „happy Hoppers“, die dieses Mal einen Puppenladen bei Nacht rockten und auf den Kopf stellten.

Luft holen beim Schunkeln

Die obligatorische Schunkelrunde war dann so etwas wie eine Pause für das Publikum, um etwas Luft zu holen. Und um hinterher zuzusehen, wie Stefan Gitter in einer völlig neuartigen Diner-for-one-Version auf den Hund gekommen ist. Carola Kleber und ihr Hund Diego sowie Nancy Karasek waren dabei nicht ganz unschuldig. „Taxifahrer“ Andreas Götz ins seiner selbstironische Art und das Damenballett, das verriet, wer ihre Helden der Kindheit waren, führten das flotte Programm weiter.

Der Bauchredner und sein Kamel

Einmal mehr überzeugte Martin Wagner als Bauchredner und sein Kamel Kalle, nachdem Sitzungspräsident Daniel Schuster seine ganz persönliche Sicht, wer denn für ihn die heutigen Helden sind, mitgeteilt hatte. Dass seit mehreren Jahren Karl Maier und Werner Müller den Abschluss in Sachen Musikkabarett und Comedy bilden, hat seinen Grund. „Allerlei und Vieles“ heißt ihre Programmnummer in diesem Jahr, und der Titel ist bewusst gewählt. Die beiden Urgesteine des Auerbacher Faschings mischen wortlose Komik, Musik und Gesang zu einem Ganzen, bei dem kein Auge trocken bleibt. Ihre Interpretationen des Kinderlieds „Bi-Ba-Butzemann“ ist zum Schenkelklopfen und dass Werner Müller zwangsweise – jedenfalls zum Teil –-den Mund halten muss, ist äußerst ungewöhnlich.

Prinzengarde bekam Pause blendend

Einen Schritt zurückgehen kann auch bedeuten, dass man Anlauf nimmt. Das demonstrierte die Aktivengarde, die im vergangenen Jahr pausierte, um in der aktuellen Faschingssaison mit ihrem Tanz „Disney“ zum traditionellen tänzerischen Abschluss der Prunksitzung umso gefühlvoller und spektakulärer zurückzukommen.

Ausgefeilte Choreografie

Gedämpftes Licht und das Abdecken der unruhigen Bühnendekoration im Hintergrund halfen dabei, sich auf die ausgefeilte Choreografie auch zu später Stunde zu konzentrieren. Mit lang anhaltendem Applaus honorierte das Publikum die Leistungen der Aktiven auf der Bühne.

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