Ehrungen Ein halbes Jahrtausend in Festspieldiensten

Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe (vorn, 3. von links) und Festspielchefin Katharina Wagner (mitte) bedankten sich bei den Mitwirkenden der Festspiele. Foto: Bayreuther Festspiele/Ludwig Nac

BAYREUTH. Ein Weltkünstler, der rekordverdächtig lange für sein erstes Bayreuther Jubiläum braucht, einige bekannte Abwesende, dazu aber Stars und Menschen hinter den Kulissen, die sich insgesamt ein halbes Jahrtausend für die Festspiele und damit die Stadt Bayreuth engagiert haben: Am Montag holten sich in Wahnfried die Festspieljubilare ihre Eichala und Glaskuben ab.

Was das für ein Auftrieb sei, fragt eine ältere Frau angesichts der vielen Menschen auf den Treppenstufen vor Haus Wahnfried. Eine Ehrung, bekommt sie zur Antwort, für treue Festspiel-Mitwirkende, darunter Placido Domingo. Ihre Augenbrauen wandern nach oben. „Wirklich? Ja, den würde ich natürlich auch mal gerne sehen.“ Placido Domingo, den mag man einfach, selbst wenn man nicht Opernstammgast ist.

Leibhaftig zu sehen war er aber nicht, auch wenn sein Name auf der Ehrenliste der Festspieljubilare ganz oben auftauchte. Denn Plácido Domingo, der Weltstar, ließ sich entschuldigen. Dabei wäre man natürlich schon gespannt gewesen, wie er sich als Rekordkünstler der Bayreuther Festspiele geäußert hätte. Rekordkünstler nicht nur wegen der 3900 Opernaufführungen, in denen er insgesamt gesungen hat; auch nicht nur wegen der 149 Rollen, die sein Repertoire erst als Tenor und dann als Bariton umfasst.

Ganz schön lang für fünf Jahre

Sondern auch deswegen, weil man lange suchen muss, bis man auf einen Sänger stößt, der für sein Fünfjahres-Jubiläum so lange brauchte: 1992 feierte er in der Titelrolle des „Parsifal“ sein Bayreuth-Debüt; mit einigen Jahren Abstand sang er den Siegmund in der „Walküre“, für die er jetzt, 18 Jahre später, als Dirigent zurückkehrte.

Viel Festspielprominenz findet sich auf der Liste. Axel Kober etwa, der Dirigent des „Holländer“, Aleksandar Denic, Bühnenbildner des Castorf-„Rings“, Günther Groissböck und Marina Prudenskaya – alles Fünfjährige. Gekommen war von den Genannten jedoch allein Axel Kober, der Generalmusikdirektor der Deutschen Oper am Rhein. Künstler, die während der Festspielzeit nicht in Bayreuth anwesend sind – das hätte es früher nicht gegeben. War es Zufall, dass die älteren Semester dann wieder stärker vertreten waren?

So oder so, an vielleicht keinem Tag sonst ist die Verbindung zwischen Festspielen und Stadt so eng wie am Ehrentag, wenn sich die Stadt bedankt: mit dem „Eichala“, dem legendären Krug, mit einem Festspielhaus-Glaskubus für die höheren Jubilare. Dankbar äußerte sich dann auch noch Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe. Sie sind Botschafter dieser Stadt“, sagte sie an die Adresse derer, die auf vielen Gebieten ihren Beitrag leisteten, dass Bayreuth strahle und offen sei. Festspiel-Leiterin Katharina Wagner bedankte sich, „dass Sie größtenteils Ihren Urlaub hier verbringen und die Festspiele zu dem machen, was sie sind“.

Irgendwie Familie

Was sie sind: irgendwie noch immer ein familiäres Ereignis. Es dauerte, wie üblich, ein bisschen, bis sich alle eingefunden hatten, zum Erinnerungsfoto auf den Wahnfriedstufen. Als Letzte kam Katharina Wagner aus der angenehmen Kühle des Hauses. Gut gelaunt, „da stelle ich mich doch gleich zu meiner Christa und zu meinem Axel“, sagte sie und lachte. Dass sie dann doch vor Christa Mayer und Axel Kober zu stehen kam, lag an den Bitten der Fotografen. Die Chefin muss in den Mittelpunkt, auch wenn’s während der kleinen Feier so gar nicht war.


Die Geehrten

20 Jahre – Studienleiter und mus. Assistent: Jendrik Springer – Solorepetitor und mus. Assistent: Johannes Wulff-Woesten – Festspielorchester: Christian Uhlig, 1. Violine; Gerd Grötzschel, Solo-Bratsche; Sebastian Gaede, Violoncello; Andreas Heusing, Bühnen- und Pausen-Trompete; Christoph Schröder, Bühnen- und Pausen-Trompete; Chor: Matthew Bridle, 1. Tenor; Sander Heutinck, 1. Bass; Andreas Kuppertz, 1. Bass; 10 Jahre – Solisten: Christiane Kohl, Christa Mayer, Alexandra Petersamer; Karl Heinrich Niebuhr, 2. Violine; Martin Jungnickel, Violoncello; Johannes Mirow, Violoncello; Matthias Höfer, Klarinette; Josef Weissteiner, Tiefes Horn; Technik: Viliam Caucik, Bühnenhandwerker; Michael Dietze, Bühnenhandwerker; Libor Kalenda, Bühnenhandwerker; Thomas Niedermaier, Beleuchtungsmeister – Solorepetitor, mus. Assistent: Christoph Stöcker – Chor: Susanne Behnes, 1. Sopran; Vladimir Emelin, 2. Tenor; Jutta Maria Fries, 1. Sopran; Liisi Kasenömm, 2. Sopran; Paul Popow, 2. Tenor; Eric Remmers, 1. Tenor; Rainer Schnös, 2. Bass; Statisterie: Elke Leppert-Beck, Daniel Zapf, Klaus Bauer; 5 Jahre – Lichtdesigner: Rainer Casper – Solisten: Marina Prudenskaya, Günther Groissböck – Bühnenbildner Alksandar Denic – Dirigenten: Plácido Domingo, Axel Kober.

 

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