EHC-Rumpftruppe trumpft auf

Drin das Ding: EHC-Stürmer David Wohlberg (links) vollendet einen Konter mit einem Schuss in den Winkel zum 3:0. SC-Keeper Ilya Sharipov ist machtlos. Foto: Peter Kolb

Dem EHC Bayreuth gelingt es immer besser, seine starken Vorstellungen in Punkte umzumünzen: Der DEL2-Aufsteiger zeigte gegen den SC Riessersee eine taktisch disziplinierte Leistung und setzte im richtigen Moment Nadelstiche. Das 3:0 (2:0, 1:0, 0:0) war der zweite Heimsieg in Folge – und das mit einem sehr ersatzgeschwächten Team.

Zwar kehrte im Vergleich zur Freitagspartie Marvin Neher ins Aufgebot zurück, doch zu den Ausfällen Jozef Potac, Sergej Stas und Fedor Kolupaylo gesellte sich auch noch Marcus Marsall (Leistenprobleme) hinzu. Zudem stand kein Nürnberger Förderlizenzspieler zur Verfügung. David Wohlberg, Michael Kuhn und Dominik Piskor – so wird der EHC wohl nur noch selten in dieser Saison in der ersten Sturmreihe auflaufen. Klar, dass es bei den Hausherren da auch Abstimmungsprobleme gab.

Hohe Laufbereitschaft

Doch der EHC tat genau das, was er mit diesem ersatzgeschwächten Team tun musste: Die Tigers warfen sich mit viel Leidenschaft in die Zweikämpfe und zeigten eine hohe Laufbereitschaft. Zudem ging die Taktik von EHC-Trainer Sergej Waßmiller voll auf. Er ließ seine Mannschaft früh attackieren und die Räume in der neutralen Zone eng machen. Riessersee hatte damit große Probleme und musste sich jede Chance hart erarbeiten. Oft verhinderten die Bayreuther mit viel Einsatzwillen den entscheidenden Pass und brachten den Puck aus der Gefahrenzone.

Vosvrda mit toller Leistung

Das Team aus Garmisch-Partenkirchen versuchte meist mit schnellen Pässen vor das Tor zum Erfolg zu kommen, doch hier „räumten“ die Hausherren in Teamarbeit auf. Was doch durch kam, war sichere Beute von Tomas Vosvrda. Der Tigers-Torwart parierte stark gegen Ryan Donough (5.), den auffälligsten Gästespieler, Andreas Driendl (13./19./44.), Mathias Beck (23.) und Michael Rimbeck (59.). Zu Recht erhielt der EHC-Torwart die Auszeichnung zum Spieler der Partie. Er hatte großen Anteil daran, dass die Tigers zum ersten Mal in einer DEL2-Partie ohne Gegentreffer blieben.

So haderte Gästetrainer Tim Regan: „Wenn du deine Chancen nicht nutzt und dir vier, fünf Konzentrationsschwächen leistest, die dann dreimal eiskalt bestraft werden, verlierst du eben so eine Partie. Bayreuth hat das clever gemacht.“

Geigenmüller trifft doppelt

In der Tat fielen die Treffer für Bayreuth genau zum richtigen Zeitpunkt. Als die Partie im ersten Drittel ausgeglichen war, setzte die KGB-Reihe – die einzige eingespielte EHC-Sturmformation auf dem Eis – die offensiven Akzente. Michal Bartosch und Ivan Kolozvary bereiteten vor, Andreas Geigenmüller nutzte einen SC-Stellungsfehler zum 1:0 (16.). Und das Trio war im ersten Abschnitt nochmals erfolgreich. Nach wunderschön vorgetragenem Konter netzte Geigenmüller erneut eiskalt ein – die Uhr zeigte noch 0,4 Sekunden. Diese Effizienz bei Gegenstößen hatten die Tigers bislang in dieser Saison noch nicht gezeigt.

Nach dem ersten Seitenwechsel kamen die Gäste zu mehr Spielanteilen, doch an der kampfstarken EHC-Abwehr bissen sie sich weiter die Zähne aus. Die Bayreuther ließen dem Team aus Garmisch-Partenkirchen selbst in Unterzahl kaum Platz für gefährliche Offensivaktionen.

Und dann war da ja noch die tolle Chancenverwertung der Bayreuther: Wohlberg, der sein bestes Spiel im Tigers-Trikot ablieferte und sehr viel in Offensive und Defensive rackerte, zog nach einem Kuhn-Pass unwiderstehlich in die Mitte und versenkte die Scheibe im Torwinkel – 3:0 (30.).

Tigers halten Vorsprung souverän

Spätestens zu diesem Zeitpunkt war eine Vorentscheidung gefallen, denn das Heimteam hielt – lautstark unterstützt vom Bayreuther Publikum – seinen Vorsprung ohne größere Probleme und ließ so keinen Zweifel am verdienten Heimsieg aufkommen. Es spielte weiter taktisch diszipliniert, hielt den SCR vom Tor fern und raubte seinem Gegner so den letzten Nerv.

Dem SC Riessersee fiel mit zunehmender Spieldauer immer weniger ein, zudem schwächte er sich mit Strafzeiten in der Schlussphase selbst. EHC-Trainer Waßmiller war stolz auf sein Team: „Im Rahmen unserer Möglichkeiten geben wir in jedem Spiel unser Bestes. Und das war heute eine überragende Mannschaftsleistung – dafür wurden wir mit drei Punkten belohnt.“

EHC Bayreuth: Vosvrda – Linden, Heider; Mayer, Kasten; Pavlu, Neher – Kuhn, Wohlberg, Piskor; Bartosch, Kolozvary, Geigenmüller; Rypar, S. Busch, V. Busch; Fröhlich.

SC Riessersee:Sharipov – Wilhelm, Hüfner; Mayr, Hummer; Thomas, Eichinger, Draxinger – Beck, Driendl, Oakley; Gschmeißner, Vollmer, Rimbeck; Campbell, McDonough, Endress; Malzer.

Tore: 1:0 (16.) Geigenmüller (Kolozvary, Bartosch), 2:0 (20.) Geigenmüller (Bartosch, Kolozvary), 3:0 (30.) Wohlberg (Kuhn, Linden).

Strafminuten: Bayreuth 8, Riessersee 10.

Zuschauer:1883.

SR:Holzer, Gazzo, Sauer.

Hier der Live-Ticker zum Nachlesen.

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