EHC ist finanziell gefestigt

Sehr überraschend kam der Rücktritt von Matthias Wendel als Vorsitzender des EHC Bayreuth für die anderen Vereinsoffiziellen und auch die Fanbeauftragten. Sorgen um die finanzielle Zukunft des DEL2-Vereins müssen sie sich allerdings nicht machen.

Auf ihrer Facebook-Seite veröffentlichte Margrit Wendel, die Frau des Vorsitzenden, einen von ihrem Mann und ihr unterzeichneten Brief an die EHC-Fans und -Sponsoren. Die beiden kündigten an, dass sie in den nächsten Tagen sämtliche Unterlagen an die beiden stellvertretenden Vorsitzenden Tim Hartmann und Florian Eagan sowie Geschäftsstellenleiter Thomas Bothstede übergeben und anschließend ihre Tätigkeiten für den Verein beenden werden. Die Spiele der Tigers werden sie aber weiter als Zuschauer besuchen. Zudem ist zu lesen: „Wir dürfen Euch und unseren Nachfolgern einen vollständig sanierten Verein, ohne jegliche Verbindlichkeiten und mit einem positiven Betriebsergebnis der ersten sechs Monate des Geschäftsjahres in Höhe von 465 000 Euro übergeben.“ Zudem stehe ein hoher sechstelliger Betrag als Bankguthaben zur Verfügung, worauf ebenfalls aufgebaut werden könne. Finanzielle Probleme deuten sich durch den Abschied der Wendels demnach nicht an.

Sportlich soll alles weitergehen wie bisher

Das bestätigt auch EHC-Teammanager Dietmar Habnitt: „Ich glaube nicht, dass der Rücktritt sich negativ auf den sportlichen Bereich auswirkt. Weiter will ich mich aber nicht zu den aktuellen Entwicklungen äußern, da auch für mich alles sehr plötzlich kam.“

Geschockt zeigte sich Tim Hartmann. „Wir sind alle sehr traurig über die Entscheidung von Matthias, respektieren diese jedoch selbstverständlich und können sie auch verstehen. Die Vorkommnisse der vergangenen Tage waren seiner Frau gegenüber unwürdig“, wird der stellvertretende EHC-Vorsitzende in einer Mitteilung zitiert. „Wir möchten uns bei Maggi und Matthias Wendel für ihren Einsatz, ihre Leidenschaft und natürlich auch für ihr finanzielles Engagement bedanken. Ohne ihre Unterstützung würden wir jetzt sicher nicht in der DEL2 spielen.“

Fanbeauftragte bedanken sich bei den Wendels

Differenzierter sehen die Fanbeauftragten Carsten Herrmannsdörfer und Sebastian Ries in ihrer Stellungnahme die Situation. Der Name Margrit Wendel fällt darin nicht. Sie bedauern den Rücktritt von Matthias Wendel sehr, da sie ihn als „verständnisvollen Vorstand“ kennengelernt haben. „Überraschend ist für uns die Aussage von Matthias, dass die Entwicklungen der letzten beiden Tage diesen Schritt hervorgerufen haben“, sagen die beiden EHC-Fans. „Eine Beurteilung darüber steht uns aus unserer Sicht jedoch nicht zu. Wir möchten einfach danke sagen für die geleistete Arbeit und das große finanzielle Engagement in der näheren Vergangenheit. Wir wünschen Matthias alles Gute für die Zukunft.“ Die Fans des EHC rufen sie nach dem Rücktritt des Vorsitzenden dazu auf, einen kühlen Kopf zu bewahren, Sachlichkeit walten zu lassen und sich nicht gegenseitig anzugehen – auch nicht in den sozialen Medien.

Für DEL2-Geschäftsführer René Rudorisch ist der der Rückzug des Ehepaars Wendel „sehr bedauerlich“ und „ein Rückschlag für die positive Entwicklung“ des EHC Bayreuth. „Matthias Wendel und seine Frau haben in den vergangenen Jahren unheimlich viel Zeit und auch finanzielle Mittel in den Verein und dessen Zukunftsfähigkeit investiert“, wird Rudorisch in einer Mitteilung der DEL2 zitiert. „Damit hatten sie einen wesentlichen Anteil für den Aufstieg und die Etablierung des Clubs in der DEL2. Es ist schade, dass diese ehrenamtliche Unterstützung nicht die nötige Anerkennung findet.“

Lesen Sie auch den Kommentar von Torsten Ernstberger: Der EHC ist keine Firma

 

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