EHC: Duell der Überraschungsteams

Ihn gilt es am Sonntag zu stoppen: Der Dresdner Martin Davidek (rechts) erzielte in dieser Saison schon vier Treffer gegen den EHC Bayreuth. Foto: Peter Kolb

Sie sind die Überraschungsteams der DEL2: Der EHC Bayreuth (8.Platz) und der EHC Freiburg (7.) wurden vor der Saison als klare Playdown-Kandidaten eingeschätzt, nun wird der Gewinner des direkten Duells am Freitag (20 Uhr, in Bayreuth) einen Riesenschritt in Richtung Pre-Playoffs machen. Zwei Tage darauf (16 Uhr) sind die Tigers auswärts nur Außenseiter. Gegen die Dresdner Eislöwen (4.) sind sie bisher sieglos.

Zu große Bedeutung will EHC-Trainer Sergej Waßmiller dem Freitagsspiel jedoch nicht geben: „Egal, wie die Partie ausgeht. Wir haben auch danach noch eine gute Ausgangsposition. Aber klar: Wir wollen zu Hause immer gewinnen.“

Waßmiller erwartet eine enge Partie zwischen zwei Teams, die sich sehr ähnlich sind und die gleiche Spielphilosophie verfolgen. Wie bei den Tigers sucht man bei den Freiburgern die großen Topstars vergeblich: Stärken sind der Teamgeist, die Ausgeglichenheit im Kader und die Eingespieltheit. Wenn ein Rädchen ins andere greift, sind sie für jedes DEL2-Team ein gefährlicher Gegner.

Besonders gut harmoniert aktuell die Reihe mit Topscorer Nikolas Linsenmaier (18 Treffer/ 31 Vorlagen), Radek Duda (18/28) und Christian Billich (12/31). Auch der Kapitän der ungarischen Nationalmannschaft, Márton Vas (15/24), und der treffsichere Petr Haluza (20/20) gehören zu den zuverlässigen Scorern.

Kleinigkeiten sind entscheidend

In den bisherigen Duellen setzte sich einmal Bayreuth (4:3) und zweimal Freiburg (4:3 n.P., 6:3) durch. „Da hat sich gezeigt, dass Kleinigkeiten den Unterschied machen“, sagt Waßmiller. „Das wird auch diesmal wieder so sein.“

Deswegen ist der Trainer froh, dass er bis auf den Langzeitverletzten Michael Kuhn alle Mann an Bord hat. Dazu zählt auch wieder der Nürnberger Förderlizenzspieler Vladislav Filin.

Freude bereitete dem Coach zuletzt auch das Überzahlspiel. Drei der vier Treffer beim Sieg gegen Rosenheim fielen im Powerplay. „Wir haben viel im Training gearbeitet und jetzt hat es endlich auch im Spiel funktioniert“, sagt Waßmiller. „Ein funktionierendes Powerplay macht uns wieder ein Stück stärker.“

Dresden in starker Form

Diese Stärke werden die Bayreuther am Sonntag in Dresden brauchen. Die Eislöwen holten zuletzt vier Siege in Folge und haben noch alle Chancen auf die Hauptrunden-Vizemeisterschaft. Zudem sind die Tigers ein Lieblingsgegner der Sachsen: Sie gewannen alle drei bisherigen Begegnungen (5:2, 3:2, 3:2 n.V.).

„Wir haben dabei gar nicht so schlecht gespielt“, hat Waßmiller Hoffnung auf ein Erfolgserlebnis im vierten Aufeinandertreffen. „In den entscheidenden Momenten waren die Dresdner aber cleverer und haben auch dank ihrer enormen individuellen Qualität die Partien für sich entschieden.“

Vor allem Martin Davidek (20/14) bereitete dem EHC einige Probleme: Im ersten Duell traf er dreifach, im letzten erzielte er das entscheidende Tor in der Verlängerung. Auch Arturs Kruminsch (11/26) und Alexander Höller (14/23) erzielten jeweils zwei Treffer gegen die Tigers. Topscorer Brendan Cook (25/16) hatten die Bayreuther dagegen bislang ganz gut im Griff.

Doch gegen die Dresdner genügt es eben nicht, einen oder zwei Spieler aus der Partie zu nehmen, zu gut besetzt ist der Eislöwen-Kader. Das gilt auch für die Defensivabteilung, in der Offensivverteidiger Mirko Sacher (13/17) und Petr Macholda (8/13) viel Verantwortung übernehmen. Da die Dresdner zudem sehr heimstark sind – sie holten 50 Punkte in 23 Spielen – ist die Favoritenrolle eindeutig verteilt. Doch gegen Topteams gelang dem EHC in dieser Saison schon die eine oder andere Überraschung.

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