Durchgerutscht: Keine Seilbahn

Aus für den besonderen Kinderspaß: Die Gemeinderäte stimmten mit knapper Mehrheit gegen eine Seilbahn für den Bürgerbegegnungsplatz am Alten Sportplatz in Heinersreuth.Symbolfoto: Archiv

„Damit ist die Seilbahn vom Tisch.“ Bürgermeisterin Simone Kirschner kennt ihre Pappenheimer. Die Enttäuschung ist ihr anzusehen. Noch vor der eigentlichen Abstimmung der Gemeinderäte weiß sie, was eintritt: Die Seilbahn für die künftige Bürgerbegegnungsstätte am alten Sportplatz in Heinersreuth wird nicht gebaut.

Die Brücke, die zweiter Bürgermeister Christian Bock, FWG, noch zu schlagen versucht, wird zum Bauchklatscher. Er hatte den Antrag gestellt, die Abstimmung zu vertagen bis ein Gesamtkonzept für den Bereich vorliegt. Das vermisse er.

Doch nur sieben Gemeinderäte sind dafür, neun dagegen. Also wird über die Seilbahn direkt abgestimmt, und auch da plädieren nur sieben Gemeinderäte dafür. „Fehlt euch wirklich der Mut, etwas Kreatives zu machen. Etwas, was nicht jeder zweite im Garten stehen hat?“ fragt Kirschner. Doch wirklich entscheidungsfreudig sind die Räte an diesem Abend nicht.

Bock hält gegen: „Nicht uns fehlt hier der Mut. Der Verwaltung fehlt offensichtlich der Mut, ein Gesamtkonzept vorzulegen,“ moniert er. Schule und Kindergarten seien hier in unmittelbarer Nähe, und was sei, wenn eventuell über eine Erweiterung der Schule nachgedacht werden müsste. Eine Sanierung der Turnhalle werde ohnehin ins Auge gefasst. „Wir müssen da Synergieeffekte schaffen.“

Nicht auf jedes gesattelte Pferd einfach aufzuspringen, rät Reiner Böhner, SPD, der sich beklagt, dass die Diskussion aus dem Ruder läuft, und Elisabeth Linhardt, SPD, macht sich zur Bürgeranwältin: „Wir sind die gewählten Vertreter der Bürger und sollten nicht gegen sie arbeiten.“ Marion Fick, SPD, sagt, es gehe hier nicht um den Lärm spielender Kinder, sondern vielmehr um das Geräusch der Seilbahn.

Mit Anwohnern eines Kinderspielplatzes in Eckersdorf hat sich Alexander Knaus, CSU, unterhalten. Dort herrsche große Zufriedenheit mit der Seilbahn. Es gebe keine Lärmklagen. Schade findet er, dass das Angebot der Gemeinde, die Spielplätze in Eckersdorf und Hummeltal einmal anzuschauen, von den Anliegern nicht angenommen worden sei.

In der Bürgersprechstunde hatte vorab Hermann Baumgärtel auf die ablehnende Haltung der Anlieger aufmerksam gemacht. „Wir haben nichts gegen Feste, wie sie früher hier waren. Wir sind nur gegen die Seilbahn.“  

0 Kommentare

Kommentieren

  1. Passwort vergessen?
  2. * = Pflichtfeld
Sie haben noch keinen Benutzer-Zugang? Jetzt registrieren!

Wenn Sie einen Kommentar verfassen, so wird dieser unter Ihrem Klarnamen, also dem von Ihnen angegebenen Vor- und Nachnamen veröffentlicht. Sollte Ihr Kommentar nicht sofort erscheinen, bitten wir Sie um etwas Geduld. Wir behalten uns vor, Kommentare vor der Veröffentlichung zu prüfen. Bitte beachten Sie hierzu auch unsere Netiquette.

loading