Drei Prozent Dividende VR-Bank Bayreuth-Hof auf Wachstumskurs

Foto: Karl Heinz Lammel/Archiv

BAYREUTH/HOF. Es war das erste gemeinsame Geschäftsjahr nach der Fusion. Und die Führungsspitze sieht die VR-Bank Bayreuth-Hof auf einem guten Weg. Vorstandsvorsitzender Jürgen Handke sprach in der Bilanz-Pressekonferenz am Donnerstag in Hof von einem „soliden und stabilen Ergebnis“.

Angesichts des schwierigen Umfelds – er nannte unter anderem die Niedrigzinspolitik der Notenbank und zunehmende Regulatorik - könne man zufrieden mit der Entwicklung sein. Das Kreditinstitut habe seinen Wachstumskurs fortgesetzt.  

Die Bilanzsumme erhöhte sich im vergangenen Geschäftsjahr leicht um sechs Millionen Euro auf 2,18 Milliarden Euro. Die VR-Bank Bayreuth-Hof ist damit nach wie vor die größte Genossenschaftsbank in Oberfranken. Das Ergebnis vor Steuern betrug 13,6 Millionen Euro, nach Steuern blieben rund 9,5 Millionen Euro. Als Bilanzgewinn stehen rund 3,68 Millionen Euro zu Buche (2017: 3,78 Millionen Euro).

Mitglieder sollen profitieren

Von der positiven Entwicklung sollen die Mitglieder profitieren. Und zwar durch eine konstante Dividendenpolitik: Vorstand und Aufsichtsrat werden der Vertreterversammlung am 28. Mai vorschlagen, erneut eine Dividende in Höhe von drei Prozent auf die gezeichneten Anteile auszuschütten, wie Handke ankündigte. Das sei durchaus attraktiv, nicht zuletzt angesichts der anhaltenden Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). 

Diese bekam die VR-Bank Bayreuth-Hof - ebenso wie andere Institute - auch im Geschäftsjahr 2018 zu spüren. Der Zinsüberschuss sank im Vergleich zum Vorjahr um 8,6 Prozent auf 34,9 Millionen Euro. Der Provisionsüberschuss stieg hingegen von 16,8 Millionen im Jahr 2017 auf 18,4 Millionen Euro. Das ist ein Plus von 9,8 Prozent.

Bedeutende Beiträge dazu hätten das Wertpapier- und Depotgeschäft, das Versicherungs- und Bauspargeschäft sowie der Zahlungsverkehr geliefert, sagte Vorstandsmitglied Markus Schappert.  

Erste Synergieeffekte durch die Fusion machen sich nach seiner Auskunft bei den Verwaltungsaufwendungen bemerkbar. Diese gingen um 2,5 Prozent auf knapp 35 Millionen Euro zurück.  

Aktuell keine Filialschließungen geplant

Einschnitte in das Geschäftsstellennetz gab es im abgelaufenen Jahr nicht, wie Schappert berichtete. Aktuell seien keine Filialschließungen geplant. Dennoch müsse man dem veränderten Kundenverhalten und dem immer schärferen Wettbewerb Rechnung tragen. So müsse weiterhin in das digitale Produkt-und Leistungsangebot investiert werden. Aber auch hier müsse genau analysiert werden, was gut vom Kunden angenommen werde und was nicht. Generell gilt nach Aussage von Vorstandschef Handke: „Wir prüfen ständig alles.“  

 Angesprochen darauf, wie weit beide Institute bereits zusammengewachsen sind, sagte Handke, man sei in vielen Bereichen ein gutes Stück vorangekommen. Wichtig sei es gewesen, zuerst den Mitarbeitern die Ängste zu nehmen. Trotz aller gewünschter Synergieeffekte habe man stets auch ihre Belange berücksichtigt. Handke hält jedoch Geduld für notwendig. Eine gemeinsame Unternehmenskultur müsse wachsen.  

Der Vorstand berichtete von einer stabilen Entwicklung in wichtigen Geschäftsfeldern. Die bilanziellen Kundenanlagen stiegen demnach auf 1,78 Milliarden Euro (plus 0,6 Prozent). Bei den bilanziellen Kundenkrediten stand ein Wachstum von 1,3 Prozent auf 1,19 Milliarden Euro zu Buche. Das gesamte betreute Kundenanlagevolumen übertraf erstmals knapp die Marke von drei Milliarden Euro. Diese Kennzahl umfasst neben den bilanziellen Kundengeldern auch Wertpapiere oder Versicherungen der VR-Bank-Kunden. 

 Markus Schappert sagte, ein Personalabbau sei nicht geplant. Im Gegenteil: Man wolle sich in dem einen oder anderen Bereich gezielt verstärken. Auch habe man eine Kampagne zur Nachwuchsgewinnung gestartet. Denn der Ausbildungsmarkt werde immer enger. „Es wird immer schwieriger, geeignete Bewerber zu bekommen“, klagte Schappert.  

Unglückliche Aussagen

Fusionen sind ein Dauerthema in der Bankenbranche. Es gebe aktuell jedoch „keinen Gedankenaustausch“ diesbezüglich mit anderen Instituten, sagte Handke am Rande der Pressekonferenz auf Nachfrage unserer Zeitung. Es gelte, sich mit voller Kraft darauf zu konzentrieren, den Zusammenschluss der Häuser Bayreuth und Hof erfolgreich zu gestalten.

Der Aufsichtsratsvorsitzende der VR-Bank Bayreuth-Hof, Frank Görl, hatte dem Vernehmen nach Irritationen ausgelöst, als er vor einigen Monaten in einem Gespräch mit unserer Zeitung von Kontakten zur VR-Bank Oberfranken-Mitte (Kulmbach-Kronach) berichtete. Es gebe zwar keine Fusionsgespräche, aber er treffe sich gelegentlich mit deren Aufsichtsratschef Peter Heinlein, sagte Görl damals. Es sei „legitim, wenn sich die Partner unterhalten“.

Handke bezeichnete am Dienstag die Aussagen Görls als unglücklich. „Aber wir haben das intern geklärt.“ Für ihn, Handke, sei die Sache nun abgeschlossen.  

 

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