Die PARTEI will "100 Prozent plus X"

Micha Beck, Vorsitzender des Kreisverbandes von Die PARTEI, redet bei einer Kundgebung in der Bayreuther Fußgängerzone. Foto: Udo Meixner

Zum Politischen Aschermittwoch hatte die Partei "Die PARTEI" schon am Samstag ins Glenk-Stüberl geladen. Dort stellte die Satirepartei ihren Bayreuther Direktkandidaten für die Bundestagswahl vor - und der seine ganz speziellen Themen für den Wahlkampf. Die A9 zwischen Berlin und Bayreuth zu abzureißen ist nur eines seiner Ziele, die etwas anders klingen als das, was man wohl so in den Wahlprogrammen der Mitbewerber findet.

Bayreuth sei so schön, wer wolle hier schon weg, fragte der Direktkandidat Wolfgang Karl vor etwa 40 Mitgliedern und Sympathisanten der Partei im Glenk-Stüberl. Deshalb schlug er vor, die A9 nördlich von Himmelkron abzureißen, um die Verbindung nach Berlin zu kappen. Ihm sei außerdem aufgefallen, dass es im Bayreuther Rathaus eine Fensterreihe mehr gebe, als Knöpfe im Aufzug. Er wolle sich auf die Suche nach dem verschollenen Stockwerk machen.

Fake News: ein prominenter Zugang in der PARTEI

Er verkündete auch einen prominenten Zugang in der PARTEI. Die Bayreuther Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe sei eingetreten. "Alles andere wäre Fake News", rief Karl in den Saal. Nachdem er zu Beginn seines Auftrittes einfach nur schweigend am Rednerpult gestanden hatte, bis sich im Publikum schon Kichern ausbreitete, kam Karl in Fahrt.

Geht es nach ihm, bekommt Bayreuth nicht nur einen dreispurigen Ausbau des "Todesrinnlas" in der Fußgängerzone. Mit dem Erdaushub solle ein neuer Hügel in der Stadt aufgeschüttet werden. Der sogenannte Graue Hügel, "von dem auch Leute mit Rot-Grün-Blindheit was haben", wie er sagte. Dort solle dann ein Museum errichtet werden. Und zwar eines, das dafür in Berlin abgerissen werde. Welches das sein soll, das dürften nach dem Wahlsieg der PARTEI die Bayreuther entscheiden.

"Wir bieten den Leuten eine Möglichkeit, den Protest zu wählen, ohne dass sie sich radikalisieren müssen."

Der Bayreuther PARTEI-Vorsitzende Micha Beck sagte im Gespräch mit dem Kurier, der politische Aschermittwoch am Samstag sei der "Auftakt für einen Wahlkampf, der seinesgleichen suchen wird. Das kann nur mit dem besten Wahlergebnis für die PARTEI nach Kriegsende ausgehen." Es ist das erste Mal, dass die Partei in der Region mit einem Direktkandidaten an Bundestagswahlen teilnimmt. Beck wäre zufrieden, wenn es bayernweit "für ein paartausend Stimmen" reichen würde. "Wir rechnen natürlich mit 100 Prozent plus X."

Bei allem Spaß und aller Satire will Beck auch eine Botschaft unter die Leute bringen. "Wir sind das Original der Protestwahlparteien", sagt er. "Wir bieten den Leuten eine Möglichkeit, den Protest zu wählen, ohne dass sie sich radikalisieren müssen." Beck weiter: "Also lieber PARTEI statt AfD, wenn man schon protestwählen will."

Von Titanic-Redakteuren gegründet

Die PARTEI, das steht für "Die Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative". Gegründet wurde sie 2004 von Redakteuren des Satiremagazins Titanic. Prominentester Vertreter der PARTEI ist Martin Sonneborn, der den Einzug ins Europaparlament geschafft hat.

 

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