Die neue Produktionsstätte der Käserei Bayreuth besteht seit25 Jahren – Festakt zum Jubiläum Käse – rund um die Uhr

Wenn die Sammelwagen bei der Käserei ankommen, wird eine Probe entnommen und auf Rückstände von Antibiotika geprüft. Erst wenn dieser Test bestanden ist, wird die Milch abgetankt. Foto: Andreas Harbach

Nicht nur in Italien gibt es Mozzarella aus Bayreuth zu verkaufen, sondern auch in Südkorea. Mozzarella ist das wichtigste Produkt der Käserei Bayreuth, die am Wochenende ein Betriebsjubiläum feierte: Vor 25 Jahren zog die Käserei an ihren jetzigen Standort in die Bindlacher Straße.

Mozzarella für die Welt:

Ein schneller Griff in den Wasserstrahl und Martin Zellmann, Molkereimeister und Produnktionsleiter,  hält eine weiße 125-Kugel Mozzarella in der Hand. Ein zweiter Griff und er hat die Kugel aufgebrochen. „Da, diese hühnerfleischaftige Struktur: So muss ein Mozzarella aussehen“, sagt er. Dieser hier ist gerade mal 45 Minuten alt geworden. Seine Nachbarkugeln haben vermutlich eine viel weitere Reise vor sich. Die nächste Verkaufsstelle ist zwar quer über den Hof. Wahrscheinlicher ist aber sein Export nach Italien, der größte Absatzmarkt des Bayreuther Mozzarellas. Geliefert wird bis nach Südamerika und Südkorea.

Aus Milch wird Käse:

„Für einen Kilogramm Mozzarella brauchen wir sieben Liter Milch“, sagt Zellmann. Im Jahr wird in der Käserei etwa 20 000 Tonnen Käse produziert.  Sie ist an allen sieben Wochentagen besetzt. „Milchannahme erfolgt immer, Käse produzieren wir in der Regel in den Samstag rein und fangen dann am Sonntagabend wieder an“, sagt Zellmann. In Bayreuth wird neben Schnittkäse vor allem Mozzarella produziert – von zwei-Gramm-Perlen über die klassischen 125-Gramm-Kugeln bis hin zum zwölf-Kilogramm-Block.

Milch auf der Straße:

25 Milchsammelwagen fahren in zweitägigem Rhythmus alle Milchbauern an, die für die Bayreuther Käserei produzieren. Es gibt dafür 85 Sammeltouren. Die 25 Wagen fahren pro Tag etwa 7000 Kilometer, das macht pro Jahr etwa 2,5 Millionen Kilometer. „Das bedeutet, jeder Wagen käme pro Jahr zwei Mal rund um die Erde“, sagt Martin ZellmannDie Milch stammt aus den umliegenden Landkreisen Bayreuth, Kulmbach, Münchberg, Pegnitz und Kronach, hinzu kommen einige Betriebe in Thüringen.

Käserei in Zahlen:

1937 erfolgte der Eintrag der Molkerei Genossenschaft Bayreuth ins Genossenschaftsregister. 1941 lief der Betrieb an. 1954 übernahmen die Bayreuther die Privatmolkerei Kemnath und firmierten danach als Milchhof Bayreuth-Kemnath. Anfang der 70er Jahre übernahmen sie auch die Milchverwertungsgenossenschaft Trabitz und die Milchversorgung Münchberg, 1980 kamen der Milchhof Kulmbach-Kronach und 1989 der Milchhof Pegnitz-Eschenbach dazu. In dieses Jahr fiel auch der Beschluss, an der Bindlacher Straße neu zu bauen – der Firmenname lautete inzwischen Käserei Bayreuth. Der erste Mozzarella – seit dem Umzug das Hauptgeschäft der Käserei – wurde 1993 produziert. Im Jahr 2000 wurde die Käserei Bayreuth Teil der Bayernland eG. Nicht nur die Käsereien selbst fusionierten und wurden immer größer, das Gleiche gilt auch für die Milcherzeuger: Im Jahr 1992 hatte die Käserei 4368 Milchlieferanten, die 307 Millionen Liter Milch produzierten. 25 Jahre später sind es etwa 1500 Lieferanten, die 433 Millionen Liter Milch produzieren.

 

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