DHL plant 600 neue Arbeitsplätze

Die Deutsche Post DHL Group sucht Flächen für ein neues, riesiges Paketzentrum im Raum Bayreuth. Auf 14 Hektar sollen mehr als 100 Millionen Euro investiert und langfristig rund 600 tarifgebundene, sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze geschaffen werden, hieß es in der Grundstücksanfrage an alle Kommunen im Landkreis. Und: Ein weiterer Investor sucht eine große Fläche für einen neuen Freizeitpark.

Die Post-Tochter DHL hatte bei allen Städten und Gemeinden im Landkreis schriftlich nachgefragt, ob entsprechende Gewerbeflächen für das geplante Millionenprojekt zur Verfügung stehen. „Wir müssen die Errichtung eines neuen Paketzentrums im Raum Bayreuth vorantreiben“, hieß es in dem Schreiben, das Bürgermeister Robert Pensel in der Gemeinderatssitzung in Haag verlas. Eine gute Autobahnanbindung sei notwendig, da rund 1000 Anfahrten pro Tag anfallen.

Logistikhalle in U-Form

Das optimale Grundstück weise eine Länge von 450 und eine Breite von 330 Meter auf. Die geplante Logistikhalle in U-Form habe eine Größe von rund 38.000 Quadratmeter und etwa 2000 Quadratmeter Bürofläche, teilte Jörg Stegemann als Verantwortlicher der Deutsche Post DHL Group in Bonn mit. „Gerne stelle ich Ihnen das Projekt persönlich vor“, lautete sein Angebot an die Landkreisbürgermeister.

Pensel verlas eine weitere Flächenanfrage des Landratsamtes, wonach ein Investor ein acht bis zehn Hektar großes Grundstück ebenfalls in Autobahnnähe sucht, um ganzjährig einen Freizeitpark zu betreiben. Der Investor will bislang öffentlich nicht in Erscheinung treten. Da Haag über keine Gewerbeflächen verfügt, zeigte der Gemeinderat kein Interesse an den beiden möglichen Ansiedlungen.

Ortstermin am 7. März

„Ich bin sicher, dass unsere Gemeinden geeignete Flächen dieser Größenordnung anbieten werden. Ich werde das Vorhaben nach Kräften unterstützen“, erklärte Landrat Hermann Hübner zur DHL-Suche. Am 7. März soll ein Ortstermin mit Verantwortlichen von DHL stattfinden, ergänzte Michael Benz, Pressesprecher des Landratsamtes. „Danach können wir mehr sagen.“

Sollten die Pläne umgesetzt werden, wäre das die größte Gewerbeansiedlung der vergangenen Jahrzehnte, berichtete der Wirtschaftsförderer im Landratsamt, Georg Sünkel. Eine zusammenhängende Gewerbefläche mit 14 Hektar Größe gebe es derzeit im Landkreis nicht, ein entsprechendes Areal in Autobahnnähe müsste von der zuständigen Kommune „zur Baureife geführt“ werden.

Die Gemeinde müsste das Gebiet als Gewerbegebiet ausweisen und einen Bebauungsplan erstellen, erläuterte Sünkel. Dies dauere mindestens ein halbes Jahr.

Wachsender Onlinehandel

Erwin Nier, Pressesprecher Deutsche Post DHL Group in München, begründete das Vorhaben mit dem wachsenden Onlinehandel in Deutschland. „Wir haben einen Paketzuwachs von fünf bis zehn Prozent pro Jahr“, sagte Nier auf Anfrage. „Wir sondieren derzeit, wo ein neues Paketzentrum gebaut werden könnte“, betonte er. Diese Sondierungen liefen derzeit im Großraum Bayreuth.

DHL ist eine hundertprozentige Tochter der Deutschen Post AG. Pakete für den Raum Bayreuth werden derzeit im DHL-Paketzentrum Feucht bei Nürnberg sortiert. Allerdings befindet sich auch am Briefzentrum Bayreuth-Wolfsbach eine kleine Zustellbasis von DHL. Dort werden Pakete für die Zustellung im Stadtgebiet Bayreuth vorbereitet.

Anonymer Investor

Die Anfrage nach Flächen für einen Freizeitpark lief zufällig im gleichen Zeitraum ein. Sie wurde über die IHK an das Landratsamt herangetragen. Deshalb habe man alle autobahnnahen Kommunen über die Flächenanfrage informiert, erläuterte Pressesprecher Benz. Dies waren Bad Berneck, Bindlach, Creußen, Heinersreuth, Betzenstein, Pottenstein, Plech, Pegnitz und Gefrees.

Nähere Einzelheiten über das Projekt seien nicht bekannt. Da der Investor derzeit anonym bleiben will, wird das Landratsamt entsprechende Angebote an die IHK weitermelden. Diese wird sich dann mit dem Investor in Verbindung setzen. Nach Informationen unserer Zeitung haben Plech und Pottenstein Interesse bekundet.

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