Designer und Stadtrat Stefan Schlags kritisiert Ähnlichkeit mit dem Erscheinungsbild der Schau in Deggendorf Neuer Streit ums Logo der Landesgartenschau

Jetzt, sagt Stefan Schlags, ist es also passiert: Die derzeit laufende Landesgartenschau in Deggendorf wirbt mit einem Motiv, das auf derselben Grundlage beruht, wie das Logo der Landesgartenschau 2016 in Bayreuth. „Damit ist die Chance verspielt, der Bayreuther Landesgartenschau einen eigenen Auftritt, eine eigene Marke zu geben“, sagt der Grünen-Stadtrat und Designer.

In Kulmbach hat Schlags die Plakate für die Donau-Gartenschau in Deggendorf gesehen. Und sofort erkannt: Dieser Auftritt fußt ebenso wie der für die Bayreuther Landesgartenschau auf einer Illustration, die die Agentur Shutterstock im Internet frei verkäuflich anbietet.

Schlags hatte bereits bei der Entscheidung über das Bayreuther Logo im vergangenen Jahr Kritik geübt. Ein eigenständiges Logo, meinte der Designer damals und meint es noch heute, stünde der Bayreuther Landesgartenschau viel besser zu Gesicht. Wegen der eigenen Marke und auch wegen einer möglichen Gefahr der Trittbrettfahrerei: Aus der Shutterstock-Grundlage könne jedermann ein Logo entwickeln, das dem der Bayreuther Landesgartenschau zum Verwechseln ähnlich sein könnten und damit Geld machen.

Nun nutzt nicht irgendein cleverer Geschäftsmann mit ein ähnliches Logo. Nun, sagt Schlags, ist es ausgerechnet die Vorgänger-Landesgartenschau Bayreuth. „Nicht zu glauben“, schimpft Schlags. „So entsteht für die Landesgartenschau in Bayreuth jedenfalls keine klare Markenkommunikation.“

Was jetzt zu tun wäre? Auf Eintrittskarten, Plakaten und Internetseiten der Donau-Gartenschau seien die gestalterischen Elemente bereits zu sehen. Das lässt sich nicht mehr ändern. „Das Kind ist also schon halb in den Brunnen gefallen.“ Schlags sieht Handlungsbedarf bei der Geschäftsführung und beim Aufsichtsrat der Landesgartenschau Bayreuth. Die müssten retten, was zu retten ist: die Deggendorfer Gartenschau-Macher bitten, den Einsatz ihrer Illustration möglichst zurückzufahren.

Das sieht man bei der Landesgartenschaugesellschaft offenbar anders. Klima- und Umweltschutz, Landschafts- und Stadtentwicklung: „Die Herausforderungen an eine Landesgartenschau sind vielfältig“, sagt der Pressesprecher der Bayreuther Landesgartenschau, Mirko Streich. Auch im Bereich Öffentlichkeitsarbeit. „Hier liegt es im wahrsten Sinne des Wortes in der Natur der Sache, dass Blumen und Vögel, Wasser und Brücken oder ähnliche Elemente aus Landschaft und Geschichte sich oft auch in der Gestaltung des Außenauftritts wiederfinden.“ Für die Einzigartigkeit der Landesgartenschau Bayreuth stehe ein Motiv mit unterschiedlichen Farb- und Design-Elementen sowie der Silhouette von Markgräfin Wilhelmine . „Und das Motto: Musik für die Augen.“

Das Leitmotiv der diesjährigen Landesgartenschau in Deggendorf sei von der bewegten blauen Donau inspiriert – und lädt zum Eintauchen in eine fantasievolle Erlebniswelt ein. Der Slogan „Tauch ein und blüh auf!“ symbolisiert den Auftritt der Donau als verbindendes Element.

Streich: „Das sind zwei unterschiedliche Ausrichtungen, die für sich stehen, und vor allem eins sind: eine Einladung an Gäste aus aller Welt, um die Vielfalt, Lebensfreude und Innovationskraft der Gartenschaustädte kennenzulernen.“

Das Logo für die Landesgartenschau 2016 hatte eine Münchner Agentur entwickelt und sich damit in einem Wettbewerb durchgesetzt. Bayreuther Agenturen, die sich ebenfalls beworben hatten, hatten Mitte vergangenen Jahres deutliche Kritik an der Auswahl der Jury geübt. Denn: Das Logo erinnere stark an ein im Internet käufliches Motiv der Bildagentur Shutterstock. Mit Forderungen nach einer Wiederholung des Wettbewerbs setzten sie sich allerdings nicht durch. Die Münchner Agentur erklärte, das Motiv habe ihre Designer bei der Arbeit am Landesgartenschau-Logo für Bayreuth inspiriert.

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