Der unterirdische Durchstich vom Zentralparkplatz zur Stadthalle steht bevor Kulmbach: Freie Fahrt auf der Tiefgarage

Eine unendliche Geschichte: Der Bau der Tiefgarage. Foto: Stefan Linß

Den zähen Beginn der Großbaustelle vor gut einem Jahr haben alle noch in Erinnerung. Jetzt geht es am Kulmbacher Zentralparkplatz flott voran. Womöglich können in der neuen Tiefgarage schon im Dezember dieses Jahres zum ersten Mal die Autos parken, kündigt Professor Stephan Häublein an.

„Danach geht die Straßen- und Platzgestaltung weiter“, sagt der Kulmbacher Architekt. Mittlerweile macht sich eine entspannte Atmosphäre breit, freut sich Alois Dechant, der Seniorchef der Baufirma. Er hat sein Versprechen wahrgemacht und den Rohbau der neuen Tiefgarage rechtzeitig fertig gestellt. Weil die Brauerei entschieden hat, die Kulmbacher Bierwoche in diesem Jahr doch nicht auf den Zentralparkplatz abzuhalten, kann es mit dem Bau zügig weitergehen. Auf die Arbeiter wartet schon die nächste große Herausforderung.

Ins Grundwasser rein

Dechant spricht scherzhaft von der „Rialto-Unterführung“. Der Durchstich von der neuen Tiefgarage am Zentralparkplatz zur bestehenden Tiefgarage unter der Stadthalle steht unmittelbar bevor. „Wir müssen dafür sechs bis sieben Meter ins Grundwasser rein“, sagt Dechant. „Dort sind der Kohlenbach, der Kanal und Wasserleitungen.“ Als wäre das noch nicht schwierig genug, dürfen sich die Bauarbeiter durch fast zwei Meter dicken Beton graben.

Dass sie unter der Erde auf solche massiven Wände stoßen, hätte niemand gedacht, sagt der Chef der Baufirma. Im Sommer sollen die beiden Tiefgaragen dann über eine Durchfahrt miteinander verbunden sein. Damit das Baufeld frei ist, wird der Verkehr in der Sutte auf Höhe der Stadthalle umgeleitet. Er fließt nun nebenan auf einer provisorischen Fahrspur über die neue Betondecke des Zentralparkplatzes. Die Decke hält. Ihre erste Bewährungsprobe hat sie damit bestanden. Oberbürgermeister Henry Schramm gab am Montag zusammen mit mehreren Stadträten und dem Leiter der städtischen Tiefbauabteilung, Ingo Wolfgramm, die Behelfsstraße frei.

Schramm ohne Zweifel

Die Alternative, die Sutte komplett zu sperren und den Durchgangsverkehr in der Stadt über die Fischergasse umzuleiten, wurde schnell verworfen. „Wir sind wieder einen Schritt weiter. Ich freue mich“, sagt Oberbürgermeister Schramm. Er hat keinen Zweifel daran, dass die Verbindung zwischen den beiden Tiefgaragen einen wesentlichen Mehrwert bringen wird. Die Entscheidung der Brauerei, das Bierfest in diesem Jahr auf dem Zentralparkplatz abzusagen, ermögliche es nun, den Durchstich in einem Zuge zu machen. „Wir haben umdisponiert und können jetzt ganz anders vorgehen“, erklärt Henry Schramm. Das 14,2 Millionen Euro teure Projekt im Herzen der Stadt bringe Kulmbach eine schöne neue Mitte. Die Dimensionen sind enorm. 8000 Tonnen Bauschutt sind seit Beginn der Arbeiten angefallen, sagt der Oberbürgermeister. Wo sich einst die baufällige Tiefgarage aus den 70er-Jahren befand, klaffte im Sommer vergangenen Jahres ein 65 mal 65 Meter großes und vier Meter tiefes Loch. Das Loch ist dicht. Nur für den Durchstich in der Sutte muss jetzt noch ein letztes Mal der Bagger ran.

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