Der Sicherheitsbericht der Polizei zeigt: Der Landkreis steht in vielen Punkten besser da als Oberfranken Die Windkraft beschäftigt die Polizei

Bildunterschrift. Foto: red

Die Bilanz, die Kriminalhauptkommissar Edgar Schock vorlegt, zeigt eine seltsame Entwicklung: Während nämlich in Oberfranken die Zahl einiger Straftaten steigt, geht sie im Landkreis Bayreuth zurück. Warum, dafür gibt es zwei Erklärung: Schock selbst sagt: Die Tatorte, beispielsweise für Drogenkriminalität, hätten sich verlagert. Unter Umständen aufgrund der guten Polizeiarbeit. Der Historiker in Reihen des Bayreuther Kreistags, Hermann Hiery von der FDP, sagt dagegen: „Vielleicht haben Sie einfach weniger danach gesucht und gefunden.“

Unumstritten ist aber nach einem Blick auf die Statistik: Im Landkreis Bayreuth passieren jedes Jahr rund 3000 Straftaten. Das sind fast neun jeden Tag. Erfreulich: Davon werden im Landkreis Bayreuth mehr aufgeklärt, als im bayernweiten Durchschnitt, nämlich 73 statt 66 Prozent. Etwa jeder vierte Tatverdächtige ist kein Deutscher, davon wird aber wiederum nur die Hälfte als sogenannter „Zuwanderer“ gezählt. Und: Alleine schon der Aufenthalt ohne gültige Papiere wird hier als Straftat gewertet.

Wenig Autodiebstähle, mehr Einbrüche

Autodiebstähle spielen mit nur acht Fällen im Jahr praktisch keine Rolle in der Region, mehr Sorgen bereitet die Polizei da schon die Zahl der Wohnungseinbrüche. Diese beträgt mit 40 Fällen zwar nur etwas mehr als ein Prozent der gesamten Straftaten, der Kriminalhauptkommissar sagt aber: „Auch wenn der materielle Schaden oft gar nicht so groß ist, der emotionale ist gewaltig.“ Auffällig dabei: Eingebrochen wird vor allem entlang der Autobahnen. Seit die Polizei das weiß und dort entsprechend häufiger patrouilliert, geht die Zahl stark zurück. In den ersten drei Monaten dieses Jahres kam es zu nur drei Einbrüchen. Setzt sich das im Laufe des Jahres so fort, stehen am Ende zwölf statt 40 wie im Vorjahr. Edgar Schock sagt aber: „Personell ist das ein Kraftakt.“

Das Reh läuft oft ins Auto

Auch anders als in Oberfranken: Im Landkreis sinkt die Zahl der Autounfälle, um 2,6 Prozent auf 2478. Beinahe jeder zweite Crash geht aber auf einen Wildunfall zurück. Spitzenreiter dabei: das Reh, dicht gefolgt vom Wildschwein. Und auch die Zahl der Schwerverletzen ist um fast ein Drittel im Vergleich zum Vorjahr auf 105 Personen gesunken. Alkohol spielt bei Unfällen demnach nur eine sehr geringe Rolle. Bei den fast 2500 Unfällen waren nur 30 Mal Schnaps, Bier und Wein im Spiel. Auch das verrät ein Blick in die Statistik: Junge Fahrer sind zwar immer noch mehr an Unfällen beteiligt als alte, wenn Senioren beteiligt sind, sind sie aber häufiger die Verursacher.

Mehr Einsatzstunden für die Windkraft

Und zu guter Letzt noch eine imposante Zahl: Waren es vor drei Jahren noch 770 Stunden, die die Polizisten der Inspektionen Pegnitz und Bayreuth Land damit verbracht haben, die Lieferung von Bauteilen für Windkraftanlagen ab der Autobahnabfahrt zu eskortieren, waren es im vergangenen Jahr 1214 Stunden.

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