Der Doch-nicht-Kulturreferent Tobias Knoblich erklärt sich im Stadtrat Bayreuth

Tobias Knoblich. Foto: red

BAYREUTH. Ein nicht alltägliches Schauspiel dürfte am Mittwoch (19. Dezember) in der Sitzung des Bayreuther Stadtrats über die Bühne gehen. Denn unter Tagesordnungspunkt 2 heißt es: „Erklärung/Aussprache mit Dr. Tobias Knoblich“. Die Sitzung beginnt um 15 Uhr.

Tatsächlich hat Knoblich, der sich zunächst in Bayreuth um die Stelle des Kulturreferenten beworben, dann aber eine Dezernentenstelle in Erfurt angenommen hat, sein Kommen zugesagt. Das Gesprächsangebot rührt aus einer Zeit, in der Knoblich den Job in Erfurt noch nicht in der Tasche hatte. In Bayreuth hatte er aber bereits zugesagt, die Wahl zum Kulturreferenten anzunehmen. Die Doppelbewerbung war einigen Bayreuther Stadträten sauer aufgestoßen. Wie Knoblich gestern im Gespräch mit dem Kurier betonte, will er klarstellen, dass seinem Verhalten keine ausgetüftelte Strategie zu Grunde lag. „Mir geht es um Glaubwürdigkeit, deshalb ist mir der Termin wichtig“, sagt Knoblich. Gerne werde er auf Fragen antworten. Seine Stelle als Dezernent in Erfurt wird er am 1. Februar antreten.

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Unterdessen beschäftigt man sich im Bayreuther Rathaus mit der Frage nach einem neuen Kulturreferenten. Am Montag wurde im Ältestenausschuss in nicht-öffentlicher Sitzung über eine Antrag des BG-Fraktionsvorsitzenden Stephan Müller beraten. Dieser hatte vorgeschlagen, das Auswahlverfahren aus dem Sommer wieder aufleben zu lassen, „um aus den eingereichten Bewerbungen eine entsprechende Anzahl von Kandidaten (sechs bis zehn Bewerber) herauszufiltern“. In Müllers Antrag heißt es: „Wenn sich die Fraktionen auf einen entsprechenden Kandidatenkreis geeinigt haben, ... sind die Persönlichkeiten abzufragen, ob sie noch zur Verfügung stehen.“ Heute steht Müllers Antrag auch auf der Tagesordnung der Stadtratssitzung.

Die Stadtratssitzung wird live ins Internet gestreamt.

CSU-Fraktionsvorsitzender Stefan Specht teilte mit, dass auch seine Fraktion nicht dafür ist, die Stelle erneut auszuschreiben. Vielmehr solle man auf den Pool an Bewerbungen zurückgreifen, die bereits vorliegen. Schließlich sei hier eine Reihe von qualifizierten Bewerbern dabei gewesen.

Stefan Schlags, stellvertretender Grünen-Fraktionsvorsitzender, befürwortet dagegen eine Neuausschreibung der Referentenstelle. So könnten sich weitere qualifizierte Kandidaten bewerben.

Merk-Erbe: Posten des Kulturreferenten notwendig

SPD-Fraktionsvorsitzender Thomas Bauske kann Müllers Antrag nichts abgewinnen. Die Notwendigkeit eines Kulturreferenten hat man in der SPD ohnehin nicht gesehen. Auch Thomas Hacker, Fraktionsvorsitzender von FDP/Die Unabhängigen ist nicht der Meinung, dass man krampfhaft nach einem Kulturreferenten suchen muss. Besser wäre es, das Kulturamt zu verstärken.

Das sieht Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe (BG) anders. Auf Anfrage teilt sie mit: „Es ist meine feste Überzeugung, dass eine Kulturstadt wie Bayreuth mit dem bereits vorhandenen großen Angebot sowie den großen Möglichkeiten der Weiterentwicklung (...) einen Kultur- und Tourismusreferenten benötigt.“

 

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