Der Bauverein baut wieder

Julia Fick ist die Geschäftsführerin des Bauvereins. Zusammen mit dem Techniker Andreas Lindner zeigt sie den Neubau des Bauvereins an der Max-Reger-Straße. Das Projekt hat rund 3,9 Millionen Euro gekostet. Foto: Eric Waha

Der Bauverein, die älteste der Bayreuther Wohnungsbaugenossenschaften, startet durch: Im November hat die Genossenschaft den ersten von fünf geplanten Neubauten abgeschlossen. In der Max-Reger-Straße ist ein Haus mit 15 Wohnungen für rund 3,9 Millionen Euro neu gebaut worden. Das nächste Projekt soll im kommenden Jahr beginnen. Mehr als doppelt so groß.

Die großen Wellen der Bautätigkeit sind lange her. Zwischen 1904 und 1929 hat der Bauverein 176 Häuser in Bayreuth gebaut, sagt die Geschäftsführerin Julia Fick am Mittwoch im Gespräch mit unserer Zeitung. Zwischen 1930 und 1939 waren es 41 Häuser, zwischen 1950 und 1959 kamen 111 Häuser dazu. Der große, breite Grundstock eines Bestands, der derzeit rund 400 Häuser mit aktuell 1935 Wohnungen umfasst. Ein Grundstock, der in die Jahre gekommen ist. Und der zum Teil auch nicht mehr saniert werden kann. Vor allem, weil die Zuschnitte der Wohnungen, wie Julia Fick sagt, "nicht mehr zeitgemäß sind. Drei-Zimmer-Wohnungen mit 58 Quadratmetern Wohnfläche hat man heute nicht mehr". Dazu kleine Bäder, enge Flure. "Viele unserer Gebäude sind mit Hochparterre gebaut, das passt nicht zum Thema der Barrierefreiheit und zur demografischen Entwicklung."

Ersatzneubauten, wo es geht

Deshalb setze der Bauverein dort, wo es passt, auf Ersatzneubauten. Den Anfang habe jetzt ein seit längerem leerstehendes Haus in der Max-Reger-Straße 6 gemacht. 15 Jahre nach dem letzten größeren Bauprojekt, das in der Grünewaldstraße umgesetzt worden war. Aus 16 Wohnungen Altbestand wurden 15 Wohnungen im Neubau, "1270 Quadratmeter Wohnfläche, 20 Prozent der Wohnungen haben vier Zimmer, der Rest je zwei- und drei Zimmer". 3,9 Millionen Euro werden es wohl werden, wenn alle Rechnungen vorliegen, sagt Julia Fick. "Insgesamt planen wir den Neubau von 95 Wohnungen. Wir verjüngen uns." Allerdings bedeutet die Verjüngung auch den Bau von Mehrzimmer-Wohnungen. "Ein-Zimmer-Wohnungen sind eigentlich abgedeckt durch die studentischen Wohnanlagen. Da ist die Nachfrage deutlich zurückgegangen."

Haydnstraße ist als nächstes dran

Das nächste große Projekt liegt schräg gegenüber der Verwaltung des Bauvereins in der Haydnstraße - und damit ebenfalls mitten im Kerngebiet der Genossenschaft, die ihre meisten Häuser in der Hammerstatt stehen hat. "Auch in der Altstadt haben wir Häuser, etwa an der Spitzweg- und der Böcklinstraße sowie am und in der Nachbarschaft des August-Bebel-Platzes." In der Haydnstraße wollte der Bauverein bereits vor acht Jahren neu bauen, verschob das Projekt allerdings, weil die Hammerstatt Fördergebiet Soziale Stadt werden sollte. Das Ergebnis: Die - je nach Zuschnitt - 32 oder 39 Wohnungen, die als Ersatzneubau geschaffen werden, kosten nicht mehr 5,4 Millionen Euro, wie einst geplant, "sondern rund zehn Millionen Euro. Wegen der Steigerung der Baukosten und vor allem wegen der Vorschriften aus der Energieeinsparverordnung. Wir hatten mit einer Kostensteigerung um rund 20 Prozent gerechnet. Das war für uns wirklich erschreckend."

Nächstes Jahr soll es losgehen

Ziel sei, im kommenden Frühjahr mit dem Bau zu beginnen und zwei Jahre später die Wohnungen den Mietern, die je nach Wohnungsgröße mindestens einen Anteilsschein des Bauvereins zeichnen müssen, um Mitglied zu werden, zur Verfügung stellen zu können. Die Finanzierung: "Klassisch. Über Eigenmittel und Fremdfinanzierung", sagt die Geschäftsführerin. Der Bauverein, der mehr als 90 Prozent seiner Gebäude in der Stadt hat, hat laut Julia Fick aktuell 2329 Mitglieder und hatte Ende 2016 eine Bilanzsumme von 43,5 Millionen Euro.

Drei weitere Projekte in Planung

Die nächsten Projekte, die beim Bauverein anstehen, sind terminlich noch offen: In der Klopstockstraße soll ein - bei den Nachbarn nicht unumstrittener - Ersatzneubau umgesetzt werden. Ein weiteres Haus soll an der Ecke Jean-Paul- und Eckener Straße entstehen, "was allerdings sicher noch länger dauern wird, bis wir da anfangen", sagt Julia Fick. "Dieses Haus ist zum Teil noch bewohnt." Auch wenn der Bauverein seinen Mietern bei Neubauten Ersatz und Umzugshilfen anbiete: "Manche Mieter wohnen schon seit 60 Jahren in der selben Wohnungen. Und ein alter Baum wird nicht gern verpflanzt. Darauf versuchen wir schon Rücksicht zu nehmen." Fünftes und aktuell letztes Projekt ist der angepeilte Ersatz des Riegels Friedrich-Ebert-Straße 24-28.

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