Der ASV Hollfeld hat wenig Zeit, 200000 Euro aufzutreiben - Vorstand droht seinen Vorgängern mit dem Gericht ASV Hollfeld: Schlimmste Krise des Vereins

Für den ASV Hollfeld geht es in den nächsten Wochen finanziell nicht weniger als um den Fortbestand des Vereins, sagt der Vorsitzende Hans-Peter Härtl. Archivfoto: Peter Mularczyk

Der Vorsitzende des ASV Hollfeld, Hans-Peter-Härtl, hat seinen Vorgängern eine letzte Frist gesetzt: Kommen die Vorsitzenden und ihre Stellvertreter aus den Jahren 2004 bis 2013 nicht binnen 14 Tagen zusammen und erklären sich bereit, dem Verein finanziell aus der Patsche zu helfen, erstattet Härtl Anzeige.

Am Mittwochabend wurden 65 der rund 500 Mitglieder des ASV in nicht-öffentlicher Sitzung informiert. Darüber, dass Sozialversicherungsträger, allen voran die Deutsche Rentenversicherung, über 200.000 Euro vom Verein fordern. Weil dieser in den Jahren 2004 bis 2013 für einige der damals beschäftigen Lizenzspieler keine Sozialabgaben abgeführt habe.

Das Problem: Noch immer fehlen zahlreiche Unterlagen, aus dieser Zeit, die genauen Aufschluss darüber geben können, wieviele Spieler zu der Zeit, als der ASV unter anderem noch in der Landesliga spielte, nicht gemeldet waren. Das Vorstandsteam um Alfred Arnold und Heinz Weggel an der Spitze, hatte im Jahr 2013 hingeworfen. Wie Härtl sagt, ohne eine Betriebsprüfung abgehalten zu haben. Weggel wollte sich dazu auf Kurier-Anfrage nicht äußern. Arnold war nicht zu erreichen.

Razzia beim ASV

Die Prüfung sei später nachgeholt worden, wonach Zoll und Staatsanwaltschaft anrückten um Hunderte Dokumente zu konfiszieren. Härtl sagt, die frühere Vorstandschaft habe sich aus der Verantwortung gestohlen und spricht davon, dass der Verein heute in der schlimmsten Krise stecke, die es je gab.

Unter anderem aufgrund von Schätzungen habe die Deutsche Rentenversicherung nun Forderungen in Höhe von mehr als 200.000 Euro an den Verein gestellt. Zur Sichtung und Beurteilung einer 150 Seiten langen Spielerliste hätten Zoll und Staatsanwaltschaft, die selbst zwei Jahre zum Wälzen der Unterlagen gebraucht hätten, dem Verein jetzt zwei Monate eingeräumt -- ohne die konfiszierten Dokumente Zeit freigegeben zu haben. Dagegen hat Härtel Widerspruch eingelegt und so zumindest etwas Zeit gewonnen. Die Zahlung einer ersten Tranche an die Deutsche Rentenversicherung habe man aber nur bis Januar 2018 aufschieben können.

Notfalls in die Insolvenz

Entsprechend stehe man immernoch unter immensen Zeitdruck, so Härtl. Erklären sich die früheren Vorsitzenden und ihre Stellvertreter deshalb nicht binnen zwei Wochen bereit, sich an dem finanziellen Schaden zu beteiligen, will Härtl juristisch gegen seine Vorgänger vorgehen. Eine strafrechtliche Verfolgung sei zwar gegen Zahlung von Geldern eingestellt worden. "Aus den Forderungen des Vereins nach einem Schadensersatz, sind sie deshalb aber noch lange nicht raus", so Härtl. In letzter Konsequenz schließt der Vorsitzende auch einen Antrag auf Insolvenz des Vereins nicht aus. "Vom Verein gibt es nichts zu erlösen", sagt Härtl. Ein Insolvenzverwalter habe aber andere Mittel als der Verein, sich das Geld von den früheren Vorständen zurück zu holen.

Sportlich droht der ersten Mannschaft des ASV dann vermutlich der Abstieg in die B-Klasse, sagt Spielleiter Manfred Neumeister mit Verweis auf die Spielordnung. So weit soll es aber nicht kommen. Die Forderungen zu bedienen, hält Härtl für möglich. Er habe bereits Gespräche mit weiteren, privaten Gläubigern des Vereins geführt, die bereit seien, auf einen Teil ihres Geldes zu verzichten, so sich die früheren Vorstände an den Forderungen der Rentenversicherung beteiligen, so der Vorsitzende.

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