DEL2-Saisonausblick Teil eins: Die Teams auf den hintersten Plätzen

Julian Talbot mit dem Meisterpokal: In 337 DEL-Spielen für die Eisbären Berlin erzielte der kanadische Angreifer 121 Tore und 188 Assists. Foto: Imago

Vor dem Start in der zweiten deutschen Eishockey-Liga am kommenden Freitag stellen wir die Rivalen der Bayreuth Tigers vor. Im ersten Teil widmen sich unsere Mitarbeiter Christopher Schramm und Stefan Wolfrum jenen Vereinen, die in der Vorsaison nach Ende der Hauptrunde die hintersten Plätze belegten.

Eispiraten Crimmitschau

Die Westsachsen waren eine der Überraschungen der vergangenen DEL2-Saison. Als Tabellenzehnter gerade noch so in die Pre-Playoffs gerutscht, schalteten sie die favorisierten Ravensburg Towerstars mit 2:0 Siegen aus. Zwar war dann im Viertelfinale Endstation, allerdings zwang das Team von Trainer Kim Collins den Hauptrundenersten und späteren Vizemeister SC Riessersee über die volle Distanz von sieben Spielen.

Im Sommer gab es im Sahnpark jedoch eine große personelle Fluktuation. Besonders treffen dürfte die Eispiraten der Verlust ihres deutsch-kanadischen Topscorers Jordan Knackstedt. Von den sechs besten Punktesammlern, darunter die Routiniers Ales Kranjc und Ivan Ciernik, blieb mit Patrick Pohl sogar nur einer. Dafür ließen die Crimmitschauer erst kürzlich mit der Verpflichtung von Julian Talbot aufhorchen. Der zweimalige DEL-Meister mit den Eisbären Berlin (2012 und 2013) spielte in der vergangenen Saison mit Klagenfurt in der ersten österreichischen Liga (EBEL) und in der Champions Hockey League.

Prognose: Die Eispiraten werden es schwer haben, den Erfolg der vergangenen Saison zu wiederholen. Für die Pre-Playoffs sollte es nicht zuletzt dank Julian Talbot aber wieder reichen.

Zugänge: Sebastian Albrecht (Tor/Hannover Indians), Carl Hudson (Abwehr/Milton Keynes Lightning), Felix Thomas (Abwehr/SC Riessersee), Adam Poldruhak (Abwehr/HK Trnava), Patrick McNally (Abwehr/Leksands IF), Christian Hilbrich (Sturm/Toledo Walleye), Rob Flick (Sturm/HKM Zvolen), Tomas Kubalik (Sturm/HC Pilsen), Tobias Kircher (Sturm/Fischtown Pinguins), Marius Demmler (Sturm/Eisbären Juniors Berlin DNL), Viktor Braun (Sturm/ESV 03 Chemnitz DNL2), Patrick Klöpper (Sturm/Kassel Huskies), Julian Talbot (Sturm/Klagenfurter AC).

Abgänge: Clemens Ritschel (Tor/Passau Black Hawks), Elia Ostwald (Abwehr/EV Landshut), Danny Pyka (Abwehr/Karriereende), Brock Maschmeyer (Abwehr/Heilbronner Falken), Will Weber (Abwehr/Fischtown Pinguins), Ales Kranjc (Abwehr/Olimpija Ljubljana), Robbie Czarnik (Sturm/Ravensburg Towerstars), Maurice Keil (Sturm/Dragons Erfurt), Scott Allen (Sturm/Sarpsborg), Ossi Saarinen (Sturm/ESV Kaufbeuren), Ivan Ciernik (Sturm/Ziel unbekannt), Robin Soudek (Sturm/VEU Feldkirch), Jordan Knackstedt (Sturm/Dresdner Eislöwen), Erik Gollenbeck (Sturm/Selber Wölfe).

Trainer: Kim Collins (wie bisher).

Lausitzer Füchse

Immerhin 18 Akteure haben den Lausitzern nach der verkorksten Vorsaison die Treue gehalten. Und auch die Zuneigung der Fans scheint ungebrochen. So verzeichnete man in Weißwasser mit 750 abgesetzten Dauerkarten einen neuen Rekord. Allerdings war die Vorfreude der Anhänger eng mit Trainer Robert Hoffmann verknüpft. Hoffmann ist nun Geschichte. Der 41-Jährige musste im Juli überraschend seinen Posten räumen, nachdem er mit dem neuen Co-Trainer Chris Straube aneinander geraten war. Die mit 24 Jahren jüngste Mannschaft der Liga wird nun vom 42-jährigen Kanadier Corey Neilson geführt, der – anders als Hoffmann – eher als Disziplinfanatiker gilt.

Prognose: Der abrupte Wechsel des Führungsstils wird den arrivierten Füchsen nicht schmecken. Bei Misserfolg ist Unruhe vorprogrammiert. Die Playdowns scheinen unausweichlich.

Zugänge: Olaf Schmidt (Tor/ECC Preußen Berlin), Brian Bölke (Abwehr/Eisbären Juniors Berlin DNL), Mychal Monteith (Abwehr/ESV Kaufbeuren), Oliver Granz (Abwehr/Moskitos Essen), Steve Savione (Sturm/Belfast Giants), Jakob Ustorf (Sturm/ohne Verein), Thomas Reichel (Abwehr/Starbulls Rosenheim), Jordan George (Sturm/Fischtown Pinguins), Cedric Schiemenz (Sturm/Windsor Spitfires), Clarke Breitkreuz (Sturm/Löwen Frankfurt), Fabian Dietz (Sturm/EC Peiting).

Abgänge: Marc Kohl (Abwehr/Rostock Piranhas), Jimmi Santala (Abwehr/ Kiekko-Espoo), Andre Mücke (Abwehr/Karriereende), Roope Ranta (Sturm/Heilbronner Falken), Christian Neuert (Sturm/EHC Freiburg), Artur Tegkaev (Sturm/Füchse Duisburg), Marius Stöber (Sturm/Saale Bulls Halle), Thomas Götz (Sturm/Karriereende).

Trainer: Corey Neilson (Nottingham Panthers) für Robert Hoffmann.

EHC Freiburg

Nach der Überraschungssaison 2016/17 mit Platz sieben in der Hauptrunde gelang den Breisgauern in der vergangenen Spielzeit der Klassenerhalt erst mit einem 4:3-Gesamterfolg über die Tölzer Löwen in der ersten Playdown-Runde. Zwar blieb den Wölfen Topscorer Nikolas Linsenmaier erneut erhalten, andere Leistungsträger wie Chris Billich, Mark Mancari und Radek Duda konnten nicht adäquat ersetzt werden.

Prognose: Auch mit ihrem neuen Team werden die Ex-Bayreuther Marvin Neher und Sergej Stas nur gegen den Abstieg kämpfen. Torhüter-Neuzugang Matthias Nemec wird den Klassenerhalt in den Playdowns sichern.

Zugänge: Matthias Nemec (Tor/SC Riessersee), Jimmy Hertel (Tor/Ravensburg Towerstars), Alex Miner Barron (Abwehr/ Coventry Blaze), Radek Havel (Abwehr/AZ Havirov), Marvin Neher (Abwehr/Bayreuth Tigers), Christoph Frankenberg (Abwehr/ SC Riessersee), Jiri Fronk (Sturm/AZ Havirov), Christian Bauhof (Sturm/Schwenninger ERC DNL), Mason Batista (Sturm/Fort Wayne Komets), Sergej Stas (Sturm/Bayreuth Tigers), Christian Neuert (Sturm/Lausitzer Füchse), Stephan Seeger (Sturm/Löwen Frankfurt).

Abgänge: Constantin Haas (Tor/eigene 1b), Miroslav Hanuljak (Tor/HC Litvinov), Jakub Körner (Abwehr/Dragons Erfurt), Lutz Kästle (Abwehr/Stuttgart Rebels), Fabio Frick (Abwehr/Moskitos Essen), Mark Mancari (Abwehr/Graz 99ers), Lukas Zib (Abwehr/Ziel unbekannt), Gabriel Federolf (Abwehr/SC Riessersee), Jakub Babka (Sturm/Budejovice), Chris Billich (Sturm/Dresdner Eislöwen), Julian Airich (Sturm/Moskitos Essen), Radek Duda, Ben Walker, Roman Tomanek (alle Sturm/Ziel unbekannt).

Trainer: Leos Sulak (wie bisher).

Tölzer Löwen

Die Tölzer scheinen ihr Torwartproblem gelöst zu haben. Der 28-jährige Deutsch-Kanadier Benjamin Meisner, der in den zurückliegenden drei Spielzeiten 75 Spiele für die Augsburger Panther in der DEL absolvierte, zwischenzeitlich aber an Depressionen litt und sich nach eigenem Bekunden sogar mit Selbstmordgedanken trug, verdrängte den umstrittenen Andreas Mechel in die Backup-Position. Aber auch in der Offensive hat der im Vergleich zum Vorjahr bereinigte Kader der „Buam“ (9 Neuzugänge, 13 Abgänge) ein Upgrade erfahren. Das liegt vor allem an den Neuzugängen Lubor Dibelka vom SC Riessersee, dem ungarischen Nationalspieler Kevin Wehrs (zuletzt Innsbrucker Haie) sowie den Kanadiern Kyle Beach (Villach) und Stephen MacAulay, der zuletzt für die Florida Everblades in der ECHL fast einen Scorerpunkt pro Spiel sammelte. Nicht zu vergessen der Ex-Bayreuther Yannick Drews, der mit seinen 21 Jahren als großes Centertalent gilt. Als Problemzone der Tölzer könnte sich die Defensive erweisen. Hier fehlt es an Erfahrung. Kontingentspieler Casey Borer (USA), Andreas Schwarz und Neuzugang Valentin Gschmeißner (Riessersee) sollen die blutjunge Abwehrgarde führen.

Prognose: Der Kader ist zwar zweifelsohne besser als in der letzten Saison, dafür aber äußerst dünn. Besonders groß sind die Lücken, die Josef Frank und Christian Kolacny in der Abwehr hinterlassen haben. Außerdem fällt mit Dibelka ein Leistungsträger verletzungsbedingt länger aus. Deshalb: Klassenerhalt ja, aber nur über die Playdowns.

Zugänge: Benjamin Meisner (Tor/Augsburger Panther), Valentin Gschmeißner (Abwehr/SC Riessersee), Andreas Pauli (Sturm/EC Bad Nauheim), Kyle Beach (Sturm/Villacher SV), Lubor Dibelka (Sturm/SC Riessersee), Yannick Drews (Sturm/Bayreuth Tigers), Luca Tosto (Sturm/EC Bad Tölz DNL), Stephen MacAulay (Sturm/Florida Everblades), Kevin Wehrs (Sturm/Innsbrucker Haie).

Abgänge: Michael Boehm (Tor/Ravensburg Towerstars), Christian Kolacny (Abwehr/pausiert), Leon Hüttl (Abwehr/Löwen Frankfurt), Josef Frank (Abwehr/Karriereende), Michael Kristic (Abwehr/Ziel unbekannt), Thomas Schenkel (Abwehr/Ziel unbekannt), Michael Grabmaier (Sturm/TEV Miesbach), Julian Kornelli (Sturm/Schwenninger Wild Wings), Tuomas Vänttinen (Sturm/Cortina), Michael Endraß (Sturm/Karriereende), Klaus Kathan (Sturm/Karriereende), Marcel Rodman (Sturm/Karriereende), Chris St. Jacques (Sturm/Ziel unbekannt).

Trainer: Markus Berwanger (EHC Bad Aibling) für Rick Boehm ( Nachwuchstrainer bei den Starbulls Rosenheim).

Deggendorfer SC

Obgleich Trainer John Sicinski 15 Spieler seines Oberliga-Teams mit in die DEL2 genommen hat, sorgen elf Neuzugänge für ein ganz neues Gesicht beim Aufsteiger. Darunter finden sich zwei Stürmer mit klangvollen Namen: Christoph Gawlik (31) und Justin Kelly (37). Gawlik kehrte nach 13 Jahren und 567 Spielen in der DEL aus Krefeld in seine Geburtsstadt zurück. Kelly war langjähriger Topscorer der Bietigheim Steelers. Zusammen mit Rene Röthke (Straubing) und Josh Brittain (Banska Bystrica) sowie dem starken Offensivduo der zurückliegenden Saison, Curtis Leinweber und Kyle Gibbons, verfügen die Deggendorfer über eine überdurchschnittliche Offensivabteilung.

Prognose: Getragen von der riesigen Euphorie – 1100 Dauerkarten (Vorjahr: 260) wurden abgesetzt – und dem starken Sturm schafft der DSC den Sprung in die Pre-Playoffs.

Zugänge: Björn Linda (Tor/Hannover Scorpions), Stefanie Neuert (Tor/Deggendorfer SC DNL2), Mathias Müller (Abwehr/Bayreuth Tigers), Christopher Kasten (Abwehr/ESV Kaufbeuren), Alex Roach (Abwehr/Kassel Huskies), Josh Brittain (Sturm/HC Banska Bystrica), Christoph Gawlik (Sturm/Krefeld Pinguine), Christoph Kiefersauer (Sturm/ESV Kaufbeuren), Justin Kelly (Sturm/Bietigheim Steelers), Johannes Brunner (Sturm/EV Landshut), Samuel Senft (Sturm/EV Landshut DNL).

Abgänge: Daniel Filimonow (Tor/Blue Devils Weiden), Robert Peleikis (Abwehr/Hannover Indians), Pascal Sternkopf (Abwehr/Ziel unbekannt), Benedikt Böhm (Sturm/Eisbären Regensburg), Santeri Ovaska (Sturm/Lindau Islanders), Ales Jirik (Sturm/EV Landshut).

Trainer: John Sicinski (wie bisher).

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