Standort-Suche im Mittelpunkt Verbraucherschützer wollen gegen Googles Datenhunger kämpfen

Googles Betriebssystem Android finde sich auf etwa zwei Milliarden Smartphones weltweit. Foto: Christoph Dernbach

Google sammelt Daten, um die Aufmerksamkeit seiner Benutzer gezielt an die werbetreibende Industrie zu vermitteln. Dafür kann der Konzern wertvolle Online-Dienste kostenfrei anbieten. Verbrauchschützer werfen nun aber Google die Täuschung der Nutzer vor.

Brüssel - Verbraucherschützer aus sieben europäischen Staaten wollen gegen einen möglichen Datenmissbrauch durch Google vorgehen.

Die Verbände aus Norwegen, den Niederlanden, Griechenland, Tschechien, Slowenien, Polen und Schweden wollten bei ihren jeweiligen Datenschutzbehörden Beschwerde einlegen, teilte der europäische Verbraucherschutzverband (BEUC) mit. Der deutsche Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) prüft demnach eine Unterlassungsklage.

Die Verbraucherschützer argumentieren, dass das US-Unternehmen mit seiner Verfolgung von Nutzer-Standorten gegen die europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) verstoße. "Standorte können viel über Menschen enthüllen, religiöse Überzeugungen, politische Überzeugungen, den Gesundheitszustand und die sexuelle Orientierung", hieß es in einer Mitteilung.

Googles Betriebssystem Android finde sich auf etwa zwei Milliarden Smartphones weltweit. Das Unternehmen nutze dabei verschiedene Tricks, um sicherzustellen, dass Nutzer die Standort-Ortung angeschaltet ließen beziehungsweise nicht abschalteten. Die gesammelten Daten würden dann für vielfältige Zwecke genutzt, unter anderem für gezielte Werbung.

Google habe jedoch keinen ausreichenden rechtlichen Grund, diese Daten zu verwenden, und verstoße daher gegen EU-Recht, hieß es von den Verbraucherschützern weiter. Die Zustimmung der Nutzer zur Erfassung und Verarbeitung der Daten werde unter diesen Umständen außerdem nicht freiwillig gegeben.

"Googles Datenhunger ist offenkundig, aber das Ausmaß, mit dem es seine Nutzer in die Irre führt, um jede Bewegung mitzuverfolgen und zu Geld zu machen, ist atemberaubend", sagte Beuc-Generaldirektorin Monique Goyens.

Die Verbraucherschutzverbände streben nun an, die Datenschutzbehörden zu einer Untersuchung der Vorwürfe zu bewegen. Letztlich sollten Google-Nutzer in der Lage sein, "endlich ihre Privatsphäre schützen und fundierte Entscheidungen über die Verwendung ihrer Daten treffen zu können". "Die BEUC wünscht sich eine strenge, kohärente und EU-weite Durchsetzung der Regeln, da diese Fragen nicht nur alle Android-Nutzer in der EU betreffen, sondern jeden, der ein Google-Konto hat."

Google äußerte sich bislang nicht zu den Vorwürfen der Verbraucherschützer.

 

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