Das Programm für das viertägige Seebühnen-Festival ab dem 10. August steht - "Etat auf Kante genäht" Der Hammerstätter See bebt

Cornelius Sturm (Zweiter von links) und sein Sponsoren-Team mit dem Finanzdienstleister Markus Kühn, Martin Groll (Tennet), Alexander Filkorn (Ophira) und Tobias Schütz (Brauerei Maisel, von links) bei der Programmvorstellung. Foto: Eric Waha

Die Katze ist aus dem Sack: Cornelius Sturm und die Sponsoren des ersten Seebühnenfestivals haben jetzt das Programm des viertägigen Festivals bekanntgegeben. Ein Programm mit bekannten Namen: Michael Fitz, beispielsweise, ist dabei. Aber auch viele Künstler aus Bayreuth und aus Oberfranken. Die wichtigste Botschaft: Es soll für jeden Besucher etwas dabei sein.

Vier Tage, vier unterschiedliche Musikrichtungen. Eine große Open-air-Bühne auf der Seebühne des Hammerstätter Sees. Cornelius Sturm, ehemaliger Kulturbeauftragter der Landesgartenschau, Anwalt und seit diesem Jahr Pächter des Kulturkiosks zur Seebühne, hat umgesetzt, was er selbst ein klein wenig als "Wunschtraum und Luftschloss" bezeichnet. Andere Veranstalter aus Bayreuth hatten schon Ende des vergangenen Jahres abgewunken: Der Vorlauf für ein solches Festival sei zu kurz. Sturm hat es durchgezogen, weil er, wie er sagt, "den Groove der Landesgartenschau mitnehmen will". Und gerade deshalb nicht bis zum kommenden Jahr mit einem Seebühnenfestival warten wollte.

Künstler spielen für "einen fairen Kurs"

Sturm sagt bei der Pressekonferenz am Freitag im Liebesbier auf Nachfrage unserer Zeitung: "In Anbetracht der Tatsache, dass wir wirklich wahnsinnig spät dran sind, waren die Sponsoren mutig und großzügig." Der Etat, über dessen Höhe Sturm nicht sprechen will, sei dennoch "auf Kante genäht". Das liege nicht an den Gagen, die die Künstler aufrufen. "Sie alle spielen zu einem fairen Kurs." Was ins Geld gehe, seien die Kosten für Technik, für Genehmigungen, für die Gema, für Personal. Als Sponsoren hat Sturm Tennet, die Brauerei Maisel, Bionade, die Ophira Handelshaus GmbH und den SK Security-Service ins Boot geholt, um seinen Traum von einem Umsonst-und-draußen-Festival umsetzen zu können.

Keine Stühle, keine Überdachung fürs Publikum

Vor der Bühne - "mit wetter- und windtauglichem Dach, mit Seitenteilen und einer grundsoliden Technik", wie Stum sagt - werden vom 10. bis 13. August keine Stühle stehen. "Decken, Kissen, Campinghocker sollen sich die Leute selber mitbringen. das Festival soll eine gewisse Leichtigkeit haben", sagt Sturm. Und wenn es regnen sollte, dann müsse auch jeder selbst seinen Kleiderschrank befragen, welch Ausrüstung am besten passe. "Aber nachdem ich im vergangenen Jahr bei allen Veranstaltungen, die ich zu betreuen hatte, eine Petrus-Flatrate hatte, dürfte das auch diesmal wieder klappen."

Großer Biergarten und Foodtrucks sollen Finanzierung stützen

Zur Finanzierung des Festivals, das bewusst keinen Eintritt koste, "weil viele Leute das Gelände genießen wollen", werde auch die Gastronomie beitragen. Es werde ein großer Biergarten aufgebaut, mehrere Foodtrucks werden "salopp gesagt zu einem Fressdorf aufgestellt". Sturm sagt, es wäre wichtig, dass die Besucher des Festivals dieses Angebot wahrnehmen "und nichts selber mitbringen". "Das Programm würde locker einen Eintrittspreis von 20 Euro am Tag rechtfertigen."

Das Programm

10. August: Der erste Tag steht unter der Überschrift "Rock, Soul und Oldies". Die Band Phil Callin' eröffnet um 16.30 Uhr das Festival, um 18.30 steht mit The Silhouettes "eine wirklich alte Band auf der Bühne, die schon spielte, als der Begriff Oldies noch gar nicht erfunden war", wie Sturm sagt. "Ich freue mich, dass sie zugesagt haben." Um das Gartenschau-Gefühl zurück auf die Bühne zu holen, hat um 20.30 Uhr mit Bayreuth Eleven die Gartenschau-Band ihren ersten großen Auftritt seit dem 9. Oktober 2016.

11. August: "Songs an der Seebühne" wird dieser Tag liefern. Wer um 17 Uhr den Tag eröffnet, das steht noch nicht fest, denn: Sturm sucht einen Liedermacher aus der Region, der "flotte Texte hat, der selbstbewusst genug ist, sich einem großen Publikum zu zeigen". Bis 10. Juli können sich Künstler bei Sturm bewerben (ra_sturm@me.com). Fee Badenius und Stefan ebert werden um 18.30 Uhr auf der Bühne stehen. Eine inzwischen bundesweit bekannte Künstlerin, die Sturm auf der Kulturbörse in Freiburg kennengelernt hat. Der Headliner des Abends ist Michael Fitz, der ab 20 Uhr spielen wird. "Ein Mann, der zu 100 Prozent Musiker und auch Schauspieler ist", wie Sturm sagt. Und der im vergangenen Jahr rund 2000 Zuhörer begeistert hat.

12. August: Der Familien Tag. Mit Kinderzirkusdirektor Peter Hofmann startet dieser Tag um 13.30 Uhr, bevor die Black Rose Blues Band aus Forchheim "absolut erdigen Chicago-Blues" spielen wird. Die Band Carlos - mit Musik von Santana - übernimmt die Bühne um 17 Uhr, bevor um 19 Uhr Oporto aus Bamberg spielen wird. Mit Voice Male hat Sturm zum ersten Mal seit 2002 die belgische A-Cappella-Formation wieder nach Bayreuth geholt, die bei der A-cappella-Nacht damals die Bayreuther zu Begeisterungsstürmen hingerissen hatte.

13. August: Electro-Day und gleichzeitig Abschlusstage des Festivals mit "einem krass anderen Programm", wie Sturm sagt. "An dem Tag wird auf der Bühne nur aufgelegt." Schon ein erster Elektro Tag des Teams Kraut & Rüben auf der kleinen Bühne auf dem Gelände sei ein großer Erfolg gewesen. Zum Abschluss des Tages wird DJane Dinky auflegen, die sonst in der Berliner Disco Berghain an den Tellern steht. "Damit werden wir musikalisch rausgleiten aus den vier Tagen."

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