Das Eckersdorfer Millionenprojekt

Der erste Vorentwurf für eine neue Halle in Eckersdorf. Skizze: red

Es war phasenweise eine angespannte Diskussion im Eckersdorfer Gemeinderat. Es ging aber auch um viel am Dienstagabend. Genauer gesagt um 6,6 Millionen Euro, die die Gemeinde für eine neue Veranstaltungs- und Schulturnhalle ausgeben will. Für was die Halle genutzt werden soll, ist noch nicht endgültig geklärt. Auch die Idee von einer Hummelgau-Halle steht noch im Raum.

Der Tagesordnungspunkt war kaum aufgerufen, da war Gemeinderat Karl Pensky (FWG) schon auf 180. Er ist auch Leiter der Eckersdorfer Volkshochschule, und ihm missfiel, dass der Architekt von einer Dreifachturnhalle sprach. Pensky forderte von vornherein, den Begriff Mehrzweckhalle zu verwenden. Seine Befürchtung: Wenn immer nur von einer Sporthalle die Rede sei, dann liefen auch die Planungen irgendwann in diese Richtung. Die Halle sollte seiner Ansicht nach aber für alle da sein. „Ich will auch Räume für Gymnastik und für Schulungen“, sagte Pensky. „Ich weiß nicht, was Ihr Auftrag war“, sagte er zum Architekten. „Aber für mich ist das hier eine Themaverfehlung.“

Standort für die Halle? In der Nähe der Schule

Der Kritisierte und Bürgermeisterin Sybille Pichl beschwichtigten. Es gebe die von Pensky angemahnten Räume in den Entwürfen. In der Vorstudie für die Halle gibt es zwei Varianten. Zentraler Bestandteil ist in beiden eine Sporthalle, die in drei Bereiche unterteilt werden kann, und eine Tribüne mit etwas mehr als 100 Sitzplätzen. Unterschiede gibt es in der Aufteilung der angeschlossenen Räumlichkeiten – den Umkleiden, den beiden bis zu 85 Quadratmeter großen Nebenräumen, der Küche und der geplanten Mensa, in der bei Veranstaltungen eine Bewirtung stattfinden kann.

Wo die Halle stehen soll, ist bisher nur ungefähr festgelegt: in der Nähe der Schule. Denn wenn sie für den Schulsport mit genutzt werden kann, dann stellt der Freistaat Fördermittel in Aussicht. Gefördert wird aber nur der Teil der Baukosten, der mit dem Schulsport in Verbindung steht. Bürgermeisterin Pichl berichtete von Vorgesprächen mit der Regierung von Oberfranken. Dort sei von maximal 1,2 Millionen Euro die Rede gewesen. Den Löwenanteil für die Halle müsste also die Gemeinde selbst zahlen.

Wie wär's mit einer Hummelgau-Halle?

Die Idee einer Hummelgau-Halle brachte Gemeinderat Gerald Parchent (CSU) ins Spiel. „In der heutigen Zeit sollten wir so was gemeinsam machen“, sagte er und schlug vor, die anderen Gemeinden im Hummelgau mit ins Boot zu nehmen und damit auch den Standort für die Halle noch einmal zu überdenken. Bürgermeisterin Pichl wandte ein: „Je weiter wir von der Schule weggehen, desto eher bekommen wir keine Förderung mehr.“

Verwaltungsleiter Bernhard Brosig äußerte ebenfalls seine Bedenken: „Es ist schwierig, die Gemeinderäte in allen Orten auf eine Linie zu bringen.“ Wo solle die Halle gebaut werden, wenn am Ende neben Eckersdorf auch Mistelbach, Mistelgau und Hummeltal mit im Boot wären?

Pro und Contra Hummelgau-Halle

Aus den Reihen des Gemeinderates gab es Zustimmung und Ablehnung für den Vorschlag Parchents. Florian Pausch (FWG) sagte, die Kosten könnten trotz wegfallender Förderung für Eckersdorf geringer ausfallen – wenn sich eben mehrere Gemeinden die Kosten teilten. Dann könnte man auch eher in Richtung einer großen Veranstaltungshalle nach Speichersdorfer Vorbild gehen. Stefan Zeitler (SPD) war gegen den Vorschlag einer Hummelgau-Halle: „So reizvoll das wäre, das geht an der Sache vorbei.“ Die Halle solle in erster Linie für die Eckersdorfer da sein.

Bleibt es bei der vorgelegten Planung, so würde die Halle in erster Linie wohl genau diesen Zweck erfüllen. Dann würden wahrscheinlich auch die 46 Parkplätze ausreichen, die der Architekt in seiner Vorstudie auf den insgesamt 13 600 Quadratmetern Grundstücksfläche eingeplant hat.

Entscheidung fällt in einer der nächsten Sitzungen

Bauen die Eckersdorfer die neue Halle in Schulnähe und wollen eine staatliche Förderung haben, dürfte die alte Turnhalle nicht mehr für den Schulunterricht genutzt werden. Nichtsdestotrotz soll sie bestehen bleiben und weiter genutzt werden. Hier sieht die Bürgermeisterin auch eine Chance, mehr Raum für die Eckersdorfer Vereine zu schaffen.

Wird die Halle nun in Angriff genommen oder nicht? Dazu fasste der Gemeinderat am Dienstag noch keinen Beschluss. Die Vorplanungen sollen nun erst einmal an die Fraktionen weitergereicht werden, die dann intern beraten. Erst wenn der Zweck der Halle ausdiskutiert ist, soll in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen die Grundsatzentscheidung gefällt werden, ob Eckersdorf das Millionenprojekt in Angriff nehmen will.

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