Dank Mistelbach weiter Fußball in Gesees

Auch Torjäger Patrick Hardge (links) kehrte dem SV Gesees den Rücken. Foto: Peter Mularczyk

Ein Jahrzehnt gehörte der SV Gesees zum Inventar der Bezirksliga. Nach dem Abstieg im Jahr 2012 war der Verein feste Größe in der Kreisliga. Nach Ablauf der jüngsten Saison ist die Fußballabteilung des SV allerdings in solch große Turbulenzen geraten, dass der Name des Vereins drohte, komplett von der Landkarte des Fußballkreises zu verschwinden. Diese Gefahr ist nun gebannt – dank der Hilfe des Nachbarvereins.

Ab der neuen Kreisliga-Saison gehen die erste Mannschaft des SV Gesees und die zweite Mannschaft des Bezirksligisten TSV Mistelbach als Spielgemeinschaft auf Punktejagd. Der Kreisausschuss des Bayerischen Fußball Verbandes signalisierte unlängst grünes Licht. „Das war reine Formsache“, sagt Kreisspielleiter Manfred Neumeister, denn der angegebene Hauptgrund für das Ansinnen der beiden Vereine sei ebenso triftig wie nachvollziehbar: Personalmangel.

Die personellen Engpässe seiner wichtigsten Abteilung bestätigt Claus Hofmann. Er ist nicht nur Vorsitzender des Vereins, sondern auch Fußballabteilungsleiter – und auch sonst Mädchen für alles in dem 1977 gegründeten Verein, in dem nicht nur das Personal bei den Fußball-Herren knapp ist. Bei den Fußballern aber war die Not besonders groß, nachdem man die jüngste Kreisliga-Saison auf Platz elf beendet hatte.

Großer personeller Aderlass

„Einige unserer Studenten sind mit dem Studium fertig geworden, andere wollten es höherklassig probieren“, betreibt Claus Hofmann Ursachenforschung für die Misere. Unter den Abgängen waren auch Leistungsträger wie Steven Hofmann (zum TSV Kirchenlaibach), Andreas Hüttl (TSV Mistelbach) oder Patrick Hardke (Ziel unbekannt). Außerdem hatte man keinen Trainer mehr, da Daniel Fleißner sein Amt mit Ende der Saison berufsbedingt zur Verfügung stellen musste. Auf der anderen Seite standen potenzielle Neuzugänge nicht gerade Schlange. „Und auch Jugendliche in der JFG Hummelgau mit dem Stammverein SV Gesees gibt es nicht viele. Sie kommen, wenn überhaupt, nur tröpfchenweise“, malt der Vorsitzende zudem ein tristes Zukunftsbild.

Den drohenden Exitus vermied er mit einer Anfrage beim TSV Mistelbach. „Das war ja nur logisch, unsere beiden Sportplätze liegen in Sichtweite, wir haben in der JFG gut zusammengearbeitet, und auch in der Spielgemeinschaft der beiden Reserve-Mannschaften hat es gut geklappt“, sagt Hofmann.

Zusammenarbeit keine Momentaufnahme

In der vergangenen Saison belegte die Spielgemeinschaft unter Trainer John Engelbrecht einen guten sechsten Platz in der A-Klasse V. Engelbrecht bleibt nun auch Trainer in der neuen Spielgemeinschaft, die nun aber nicht mehr A-Klasse, sondern Kreisliga spielt. Trainiert wird am Dienstag in Gesees, wo auch gespielt wird, am Donnerstag dann in Mistelbach mit anschließender Spielersitzung zusammen mit der Mistelbacher Ersten. Die Zusammenarbeit der beiden Mannschaften soll nach Hofmanns Wunsch auch keine Momentaufnahme bleiben, „sondern schon was auf längere Sicht“.

Gefragt nach dem Saisonziel hält er den Ball eher flach. „Der Klassenerhalt – und nichts anderes. Stehen wir am Ende der Saison auch nur einen Punkt über dem Strich, wäre das ein Riesenerfolg“, sagt der Vorsitzende. Schließlich bedeute die Kreisliga gerade für die Spieler aus der zweiten Mistelbacher Mannschaft eine Steigerung um zwei Klassen. Ein erster Gradmesser wird das Auftaktspiel am 30. Juli sein. Dann steht der neuen Mannschaft gleich eine der wohl größten Hürden überhaupt bevor: Bezirksliga-Absteiger FC Creußen kommt nach Gesees.

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