Coworking: Arbeiten unter einem Dach

Die Villa Helene in Bischofsgrün könnte als Standot für die Umsetzung eines Coworking-Projekts dienen. ⋌Foto: Harald Judas

Coworking - Zusammenarbeiten - nennt sich ein Projekt, das in Großstädten schon weit verbreitet ist. In leer stehenden Immobilien werden Büros eingerichtet, die an Firmen oder Einzelpersonen vermietet werden. Die Mietdauer kann von kurzer oder längerer Dauer sein. Ein möglicherweise für das Projekt taugliches Haus befindet sich in Bischofsgrün: Die Villa Helene. 

Einen Leerstand in der Kommune beleben, indem dort mehrere Nutzer gegen eine Mietzahlung für tatsächliche Nutzung gemeinsam arbeiten und sich dabei die Büroinfrastruktur teilen. Das ist der Zweck von „Coworking“. Das Pilotprojekt, das vom Amt für ländliche Entwicklung gefördert wird, sieht vor, dass ein leer stehendes Objekt innerhalb der Gesundheitsregion Fichtelgebirge wiederbelebt wird, in dem dort ein Coworking-Projekt verwirklicht wird. Angesiedelt werden soll das Projekt in einem der Orte Bischofsgrün, Bad Alexandersbad, Bad Berneck und Weißenstadt.

Suche nach Mitstreitern

Zur Vorstellung des Projektes gibt es jeweils eine Infoveranstaltung pro Ort. Den Auftakt machte Bischofsgrün. Wichtigstes Ergebnis des Abends: auch in Bischofsgrün wird es einen Arbeitskreis geben, der sich um die Umsetzung des Projektes kümmern wird. Wilhelm Zapf und Michael Baumgärtel stehen an der Spitze des Arbeitskreises. Mindestens fünf Personen werden für eine Arbeitsgruppe als notwendig erachtet, erläuterte Sabine Gollner, die vom Amt für ländliche Entwicklung mit der Umsetzung des Projektes beauftragt ist. Die Suche nach Mitstreitern läuft ab sofort.

Bürgermeister Stephan Unglaub sah das Projekt in den vier Gemeinden als genau richtig positioniert an und freute sich, dass das Amt für ländliche Entwicklung für die Unterstützung sorgt.

Sabine Gollner stellte das Projekt unter den Slogan „Raus aus dem Home Office“. Gehe es doch darum, dass gegen eine geringe Miete, die je nach Bedarf tageweise, wöchentlich oder auch monatsweise zu entrichten ist, Infrastruktur zur Verfügung gestellt werde. Die Beteiligten am Coworking sollen aber auch ein Netzwerk bilden und sich gegenseitig unterstützen. „Wir haben vier Orte in denen das Konzept ausgearbeitet wird“, so Gollner weiter.

Die Idee des Coworking gebe es seit 2011, sie wurde allerdings bisher vorrangig in größeren Städten umgesetzt. Als Beispiele nannte Gollner entsprechende Umsetzungen in Erlangen. Im ländlichen Raum gebe es erste und ganz ähnliche Überlegungen unter anderem in Nordhalben.

Verbindung von Arbeit und Urlaub

Für Bischofsgrün gehen die ersten Ideen in die Richtung, Kreativen eine Verbindung von Arbeit und Urlaub in herrlicher Umgebung zu bieten oder Besuchern von Kurpatienten einen Arbeitsort auf Zeit zu bieten. Dass als Ergänzung die Räumlichkeiten auch von örtlichen Selbstständigen, wie die Gruppe hinter dem jährlichen Rail Jam oder auch von einem am Start stehenden Gesundheitsdienstleister genutzt werden könne, sei eine weitere Überlegung. Und mit Räumlichkeiten im Lehrerwohnhaus oder der Villa Helene, der seit Jahren leer stehenden Wiege des Fremdenverkehrs ,gibt es auch schon erste Vorschläge für die Verortung.

Die zu gründende Arbeitsgruppe soll jedenfalls ein auf die Nutzergruppe abgestelltes Konzept erarbeiten. Ziel sei, im Herbst 2017 an die Umsetzung zu gehen. Wobei Bischofsgrüns Bürgermeister Stephan Unglaub dafür warb, möglichst nicht eine Konkurrenz zwischen den vier Orten zu schaffen, sondern vielleicht zu überlegen, in jedem der vier Orte ein Teilprojekt umzusetzen. 

 Info: Für ein Coworking-Projekt werden weitere Interessenten gesucht. Weitere Infos gibt es unter Telefon 0 92 76/12 92 in der Tourist Information.

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