Café Florian zieht in die Badstraße

Ingo Froese schaut mit ein bisschen Wehmut zurück: Das Cafe Florian zieht nach 35 Jahren in der Dammallee in die Badstraße. Foto: Norbert Heimbeck

Ein bisschen Wehmut ist dabei, wenn Ingo Froese an den bevorstehenden Abschied denkt: Nach 35 Jahren in der Dammallee zieht das Café Florian in die Badstraße um. Aus Sinnopoli wird Florian.

Das kuschelige Café in der Dammallee ist eine Institution in der Bayreuther Gastronomieszene. Geradezu legendär ist der Florian-Fasching: „Danach mussten wir jedes Mal renovieren oder wenigstens neu streichen“, sagt Ingo Froese und lacht.

Auch zum Bürgerfest hat das Florian-Team Stimmung gemacht: „Wir haben uns das alles erarbeitet“, sagt Froese, der einst als Basketball-Spieler nach Bayreuth kam. Zusammen mit seiner Frau Brigitte hat er das Café zu einem Treffpunkt der Generationen gemacht. So manche Ehe wurde hier gestiftet: „Ich weiß, dass sich viele hier kennen gelernt haben.“

Auch prominenten Besuch hatte das Lokal: Björn Engholm, einst Kanzlerkandidat, hielt in der Dammallee einmal eine Rede, „da war hier alles von Sicherheitsleuten umstellt,“ erinnert sich der Wirt. Auch Basketball-Star Dirk Nowitzki war schon Gast im Florian.

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Viele Bayreuther schätzen die selbst gebackenen Kuchen: „Wenn ich morgens in die Küche komme, läuft schon die Maschine“, sagt Ingo Froese. Sehr beliebt sind auch Angebote wie das „Bier der Woche“. All das soll es auch an der neuen Adresse geben, verspricht der Wirt: „Wir haben dort eine deutlich größere Küche und viel mehr Platz zur Verfügung als hier in der Dammallee. Mal schauen, was wir noch für Ideen entwickeln.“

Gebäude ist sanierungsbedürftig

Warum ziehen die Froeses überhaupt um? Ihr Pachtvertrag läuft noch gut zwei Jahre. Das Gebäude in der Dammallee ist stark sanierungsbedürftig. Das bestätigt der Vermieter, Gewog-Geschäftsführer Uwe Prokscha: „Der Sanierungsbedarf ist eine Tatsache. Aber wir haben noch nichts beschlossen. Wir können uns vorstellen, im Frühjahr 2020 damit zu beginnen.“

Es sei nicht nur das Lokal betroffen, in dem Gebäude befänden sich auch Wohnungen. Die Entscheidung Froeses zum Umzug habe er, Prokscha, aus dem Lokalradio erfahren.

Ingo Froese stellt den Sachverhalt so dar: „Wir haben hier keine Perspektive mehr gesehen. Meine Frau und ich haben ja auch eine Verantwortung gegenüber unseren Mitarbeitern.“ Sieben Festangestellte und ein rundes Dutzend Aushilfen versorgen die Gäste im Florian.

Ans Aufhören dachte der Wirt mit seinen 60 Jahren noch nicht: „Aber meine Frau und ich haben uns eine Nachfolgeregelung überlegt.“

Kurier-Lektüre half weiter

Und sie beschlossen, die verbleibenden zwei Jahre zur Suche nach einem neuen Standort zu nutzen: „Diese zwei Jahre haben sich auf zwei Wochen reduziert“. Er habe den Artikel im Kurier gelesen, in dem über den Umzug des Sinnopoli ins Liebesbier berichtet wurde. Dass er selbst einmal in die Badstraße ziehen würde, habe er damals noch nicht gedacht.

In Gesprächen mit Hans-Jörg Horstmann, dem das Gebäude dort gehört, fanden die beiden schnell zu einer gemeinsamen Linie. Der Architekt bestätigt: „Ich hatte zig Bewerber für das Lokal. Ich halte es für einen ausgesprochenen Glücksfall, dass die Froeses hierherkommen und freue mich auf das künftige Miteinander.“

Ende des Jahres schließt das Sinnopoli in der Badstraße, bis dahin erfolgt der schrittweise Umzug ins Liebesbier. Beide Lokale gehören Thomas Wenk.Vorerst soll sich für die Gäste im Café Florian nichts ändern. „Auch unseren Fasching werden wir noch hier in der Dammallee feiern“, verspricht Ingo Froese.

Am 1. März soll dann der Betrieb in der Badstraße losgehen. Zuvor wird das Lokal renoviert. Hans-Jörg Horstmann: „Das Sinnopoli war 24 Jahre hier und hatte 365 Tage im Jahr geöffnet. Da ist klar, dass wir jetzt ein bisschen renovieren müssen.“

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