BTS-Hockey Sammeln für neuen Kunstrasen

Hat länger gehalten als gedacht: der BTS-Kunstrasenplatz. Matthias Schneider, Leiter der Hockeyabteilung, sagt im Kurier-Gespräch, dass der Neubau rund eine halbe Million Euro kosten wird. Rund 200.000 Euro muss die Abteilung selbst beisteuern. Foto: Eric Waha

BAYREUTH. Lang hat er gehalten. Doppelt so lange wie gedacht. Doch jetzt ist er fällig: der Kunstrasenplatz der Hockey-Abteilung der Bayreuther Turnerschaft (BTS). Nicht die einzige Baustelle des größten Bayreuther Vereins, aber eine, die es in sich hat. Rund eine halbe Million Euro kostet der Austausch und der Ausbau des Platzes, knapp die Hälfte muss die Abteilung selber tragen. Deshalb wird jetzt gesammelt. Mit Sport.

„Wir stehen tatsächlich vor einer Herkules-Aufgabe“, sagt Matthias Schneider, Leiter der Hockey-Abteilung, am Mittwoch im Gespräch mit unserer Zeitung. „Unfassbare 20 Jahre hat der Belag gehalten. Die Vorgänger haben eine hervorragende Qualität verbaut.“ Aber: Der Unterbau macht Probleme, der Boden wirft gerade in der wichtigen Zone vor dem Tor Längsfalten, hat – nicht nur dort – weitere Schäden. Schneider, der seit 25 Jahren beim BTS ist, selbst Hockey gespielt hat und über seine drei Kinder – erfolgreiche Spieler – in die Leitungsaufgabe hineingewachsen ist, weiß: „Kunstrasen ist Standard für den Trainings- und Ligabetrieb.“

Erst kam das Flutlicht

Von den rund 350 Mitgliedern der zweitgrößten BTS-Abteilung sind etwa 180 aktive Spieler, schätzt Schneider. Vor vier Jahren habe man begonnen, für die Zukunft zu planen. Und zu bauen. Erster Schritt sei die Flutlichtanlage gewesen, denn die „war vergessen worden damals. Im vergangenen Jahr konnten wir die Anlage einweihen, was uns hilft, das Trainingsangebot in den Abend zu erweitern. Auch in der dunkleren Jahreszeit.“

Mehr Masten, neuer Platz und ein Zaun

Diese Flutlichtanlage soll um zwei weitere Masten erweitert werden, wenn jetzt der Platz ausgetauscht wird. „Wir wollen neben dem neuen Platz einen Ballfangzaun bauen, damit keiner der oft parallel trainierenden Leichtathleten gefährdet werden kann. Zum Glück ist da bisher extrem wenig passiert.“ Leider, sagt Schneider, müsse nicht nur der Oberbelag des Kunstrasens getauscht werden, man müsse auch an den Unterbau ran. Zudem werde die notwendige Bewässerungsanlage an den Rand des Platzes verlegt. Mit allen Maßnahmen komme das Gesamtprojekt auf rund 500.000 Euro. „Wir als Abteilung müssen etwa 200.000 Euro beitragen.“

Rücklagen decken erst die Hälfte der Eigenbeteiligung

Zwar habe die Abteilung in den vergangenen Jahren Rücklagen in Höhe von etwa 100.000 Euro bilden können. „Für die restlichen 100.000 Euro haben wir jetzt einen Spendentopf eröffnet“, sagt Schneider. Einen ersten Grundstück haben die Hockeyspieler bei einem Spendenlauf vor einer Woche gesammelt: Ein Betrag von gut 12.000 Euro sei da zusammengekommen, Schneiders Sohn Philipp allein habe, sagt Manuel Kraus, der für die Pressearbeit der Hockey-Abteilung zuständig ist, „4000 Euro erlaufen, weil er 30 Runden gelaufen ist“. Weitere Aktionen sollen – müssen – folgen. „Wir sind jetzt in der wirklich heißen Phase des Spendensammelns angekommen“, sagt Schneider. Es gebe schon „viele tolle Ideen. Gerade die Kleinen sind mit Feuereifer dabei und planen Sparstrumpfaktionen und anderes“. Die restlichen rund 300.000 Euro sollen über Zuschüsse und Kredite des Bayerischen Landessportverbands (BLSV) finanziert werden. „Die Anträge sind gestellt. Und es schaut ganz gut aus, dass die Zuschüsse kommen.“ Dennoch: „Wir müssen jetzt an die Grenzen gehen. Denn ohne Kunstrasen kann man Hockey in Bayreuth vergessen.“

Nächstes oder übernächstes Jahr soll gebaut werden

Den neuen Platz, der im nächsten oder spätestens im übernächsten Jahr gebaut werden soll, solle man anderen Vereinen öffnen, die auf Kunstrasen trainieren: für Fußballvereine. Oder die eigene Rugby-Abteilung.

Vereinsheim und Tennishalle sind undicht

Doch der Kunstrasen ist nicht das einzige Sanierungs-Projekt des BTS: Der kommissarische Vorsitzende Richard Tscheuschner sagt auf Anfrage unserer Zeitung, dass man sowohl an Vereinsheim als auch an die Tennishalle ran müsse. Wegen Undichtigkeiten. Dazu gelte es aber erst Beratungsgespräche mit dem BLSV zu führen. Finanziell könne und wolle man sich nicht zu viel aufladen. „Das muss alles machbar sein“, sagt Tscheuschner.

 

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