BSC-Gönner und Bergmensch Der Stax ist tot

Herbert Kolb, den alle nur unter seinem Spitznamen Stax kannten, ist jetzt im Alter von 91 Jahren nach kurzer Krankheit gestorben. Foto: Archiv/Eric Waha

BAYREUTH. Urgestein. Das passt bei Herbert Kolb in mehrfacher Hinsicht. Denn der gelernte Zimmermann und Dachdecker, der über Jahrzehnte die in seinem Geburtsjahr 1927 gegründete Dachdeckerei Kolb in der Saas führte, war für den BSC Saas schon mit frühen Jahren ein Stein, auf den man bauen konnte, der anpackte, wenn Hilfe gebraucht wurde. Der seine Vereinskameraden aber auch hoch hinaus brachte. Jetzt ist Herbert Kolb im Alter von 91 Jahren gestorben.

„Der Verein verliert einen wirklich Großen aus den eigenen Reihen“, sagt Martin Scholti, seit 1998 beim BSC und auch fünf Jahre dessen Vorsitzender, am Mittwoch im Gespräch mit unserer Zeitung über den Mann, den unter seinem richtigen Vornamen eigentlich kaum einer kennt. Herbert Kolb war immer der Stax. Und derjenige, der neben seiner Arbeit auf den Dächern in Bayreuth und der Region „an allen maßgeblichen Bauprojekten beteiligt war, die es beim BSC in den vergangenen 70 Jahren gegeben hat“, wie Scholti in der Geschichte des Vereins blättert: „er hat den Hartplatz mit gebaut, den oberen Platz und das Sportheim.“ Beim Sportheim-Bau im Jahr 1961, sagt Kolbs Sohn Harry, der jetzt mit seiner Familie die Dachdeckerei führt, nicht ohne Stolz, sei sein Vater „der mit den meisten Arbeitsstunden gewesen“.

Viel beigetragen, um dem Verein die Zukunft zu ebnen

Kolb habe, sagt Scholti, „in der Zeit, als der Verein klein war, viel beigetragen. Und mitgeholfen, dass der Verein die Stellung bekommt, die er heute hat“.

Festes Mitglied des H-Stammtischs

Bereits in jungen Jahren habe Stax Kolb nicht nur mit seiner Hände Arbeit, sondern sobald es ihm möglich gewesen sei, auch finanziell „immer an den BSC gedacht, was die Jungen jetzt fortsetzen“. Kolb sei „ein feiner Kerl gewesen, mit dem man auch streiten konnte“, sagt Scholti. Bis vor wenigen Wochen war Kolb regelmäßiger Besucher des H-Stammtischs, an dem nur die Saaser sitzen, deren Vornamen mit H beginnen. Natürlich im Saaser Sportheim. Auch nach seinem Umzug in ein Seniorenheim hat ihn sein Weg, zuletzt mit seinem Elektromobil, bald täglich dorthin geführt. „Er hat sich immer gefreut, wenn die Leute zu ihm gekommen sind, war zufrieden, wenn er bei den Aktivitäten dabei sein konnte – wie zum Beispiel beim Saaser Waldfest“, sagt Scholti.

Die zweite Heimat: die Berge

Stax Kolb, der nach den Worten seines Sohnes nach kurzer Krankheit am vergangenen Samstag friedlich eingeschlafen ist, hatte seine „zweite Heimat“, wie Harry Kolb sie nennt, in den Bergen gefunden. Eine Leidenschaft, die eng mit dem BSC Saas verknüpft war, denn: Von 1948 bis 2012 bringt er als Leiter der Ski- und Kletterabteilung – und fast 40 Jahre lang als Bergführer der Naturfreunde – Generationen von Kletterern in die Berge. „An Stellen, die sie wahrscheinlich alleine nicht erreicht hätten“, wie Stax Kolb kurz vor seinem 90. Geburtstag vor etwas mehr als einem Jahr im Gespräch mit unserer Zeitung sagte. „Ich hatte ja durch meinen Beruf den Vorteil, schwindelfrei zu sein.“

Stax Kolb sagte einst: "Jeder wollte der Beste sein" - und der Erste am Gipfel

Mehr als 100 Gipfel mit über 2500 Meter Höhe hat Kolb in seiner aktiven Zeit bestiegen, „manche natürlich zwei- oder dreimal, auch extreme Sachen. Ich war schon ein bisschen narrisch“. Seine Liebe zu den Bergen war breit: Die Südtiroler Berge, der Watzmann, dessen Ostwand er sofort nach seiner Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft im ehemaligen Jugoslawien in Angriff genommen hat. Mit dem Fahrrad von Bayreuth nach Berchtesgaden. Die Herausforderung, auf dem Gipfel zu stehen – „jeder wollte der Beste sein“ – habe ihn und seiner Bergfreunde immer angetrieben.

 

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