Brauerei Glenk: Die Schinner Vertriebs GmbH übernimmt Belieferung der Kunden - Markenrechte unklar Glenk: Trotz Insolvenz geht's weiter

Rudy Früh (Foto) hat mit Heinrich Schinner einen Partner gefunden, der das Getränkegeschäft der Brauerei Glenk weiterführt. Anfang März hatte die Brauerei Insolvenz angemeldet. Foto: red

Die Traditionsbrauerei Glenk, die ehemals in der Altstadt ihren Sitz hatte ist insolvent. Das Geschäft allerdings läuft weiter. Heinrich Schinner hat den Lohnbraubetrieb, den Vertrieb und die Belieferung von Gastronomie und Getränkemärkten übernommen. Glenk-Gesellschafter Rudy Früh sagt, er sei davon überzeugt, dass Glenk-Bier damit auch in Zukunft produziert werden könne.

Die Brauerei Glenk ist seit Jahren finanziell nicht auf Rosen gebettet. Die Insolvenz Anfang März, die auf nicht gezahlte Krankenkassenbeiträge zurückzuführen ist, sei allerdings zu einem Zeitpunkt gekommen, der unglücklich sei, sagt Früh am Dienstag im Gespräch mit unserer Zeitung. "Das hat uns auf der Ziellinie ausgebremst". Nach sieben Jahren harter Sanierungsarbeit, sagt der Gesellschafter Früh, habe sich eigentlich abgezeichnet, dass die 164 Jahre alte Brauerei "überleben kann". Was fehlte: der richtige Interessent, um eine Immobilie der Brauerei zu kaufen. Früh wollte die Gaststätte Himmelreich in Eckersdorf verkaufen, "dann wäre das mit der AOK gar nicht gekommen. Dann hätten wir in dem Jahr auch schwarze Zahlen geschrieben".

Zwei Gesellschaften insolvent

Die Insolvenz betrifft nach Aussagen von Constanze Friedlein, die zur Insolvenzverwalterin bestellt wurde, sowohl die Glenk GmbH, die Gaststätten betreibt, die braut und die Getränke vertreibt. Als auch die Glenk Immobilien GmbH & Co KG. Das macht es deshalb schwierig, weil die Markenrechte der Brauerei Glenk in der Immobiliengesellschaft verankert sind. "Und um die Markenrechte ist ein Rechtsstreit anhängig." 

Schinner übernimmt Vertrieb und Lohnbrauerei

Heinrich Schinner, der Sohn des Brauers Hans Schinner, ist seit 1993 in Bayreuth mit der Bürgerbräu selbstständig. Seit 2002, nach der Insolvenz der Brauerei Schinner, lässt Heinrich Schinner die Biere nach dem Schinner-Rezept in Neuhaus brauen und vertreibt die Biere bundesweit, "ab Rampe in Neuhaus", wie er am Dienstag im Gespräch mit unserer Zeitung sagt. "Unsere Kunden sitzen in Bayern, in Baden-Württemberg, in Hessen, auch im Osten der Republik." Nachdem Glenk am 1. März Insolvenz anmelden musste, "musste es schnell gehen", sagt Schinner. Mit den Insolvenzverwaltern Ulrich Graf und Constanze Friedlein habe man vereinbart, "dass wir den ganzen Vertrieb übernehmen", sagt Schinner. "Damit bei der Belieferung kein Abriss da ist." Er habe das überschaubare, verbliebene  Personal übernommen, das Lieferfahrzeug, die Warenbestände und den Lieferservice. Laut Schinner gehe es um zwei Mitarbeiter im Lieferservice und einen Brauer, der bei der Brauerei Stöckel in Hintergereuth nach dem alten Glenk-Rezept das Glenk-Bier herstellt. Im Lohnbrauverfahren.

Schinner sagt, er werde Kontakt mit der Brauerei Stöckel aufnehmen. Die Produktion des Glenk-Bieres solle dort weiterlaufen. Und auf Sicht ausgebaut werden. "Ich kann das Glenk-Bier in mein großes Vertriebsgebiet mit aufnehmen und als oberfränkische Spezialität bei meinen Kunden unterbringen." Er sehe das als "positives Signal, dass es weitergeht", sagt Schinner.

Gedämpfter Optimismus

Gedämpfter ist der Optimismus bei Constanze Friedlein. Zum einen wegen der Verbindlichkeiten, die sich bei Glenk angesammelt haben. "Da sind auch Verbindlichkeiten dabei, die länger zurückliegen." Zum anderen wegen der Markenrechte. "Es herrscht rechtliche Unsicherheit, was die Übertragbarkeit der Markenrechte angeht." Denn am Namen Glenk gibt es mindestens einen weiteren Interessenten. Dass mit der Übernahme des Vertriebs durch Schinner alles schon in trockenen Tüchern sei, will Constanze Friedlein so nicht unterschreiben. "Wir sind in Gesprächen."

Stück Bayreuther Braugeschichte am Leben halten

Rudy Früh allerdings setzt darauf, dass die Kunden der jetzt gefundenen Konstellation das Vertrauen schenken. "Und damit ein Stück Bayreuther Braugeschichte am Leben erhalten", wie Früh und Schinner es in einer Pressemitteilung formulieren. Früh sagt im Gespräch mit unserer Zeitung, neben Schinner habe es auch andere Interessenten gegeben. "Weil wir offensichtlich mit unserem Namen und unserer langen Geschichte gar nicht so uninteressant sind." Auch die Qualität stimme. "Wir haben jetzt erst ein super Bockbier hingelegt, das jetzt zur Neige geht und im Herbst erst wieder kommt. Es ist alles bereitet, dass Heinrich Schinner weitermachen kann."

 

 

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