Brandschutzwoche Die Feuerwehr: Immer da, wenn es brennt

Christina Ernstberger ist die erste Abteilungsleiterin in der Bayreuther Feuerwehr: Sie leitet die größte Abteilung, die Innere Stadt. Bei der Brandschutzwoche ist sie natürlich mit ihren 45 Kolleginnen unnd Kollegen am Samstag im Einsatz. Foto: Eric Waha

BAYREUTH. Sie sind da, wenn es drauf ankommt: Wenn es brennt, wenn Menschen in Notlagen aus großer Höhe gerettet werden müssen, wenn schreckliche Unfälle passieren - die Frauen und Männer der Bayreuther Feuerwehr. Was die Feuerwehr alles kann, zeigen die Abteilungen und die beiden eigenständigen Wehren ab Samstag wieder bei der Feuerwehr-Aktionswoche. Ein Ziel: Den Funken überspringen lassen - und neue Mitglieder zu finden.

Christina Ernstberger ist Feuer und Flamme für das Thema, seit sie ein kleines Mädchen war. "Der Opa ist eigentlich schuld daran", sagt die 29-Jährige im Gespräch mit unserer Zeitung. "Der Opa war in der Nachbargemeinde Kommandant", sagt Christina Ernstberger, die in einer Gemeinde im Landkreis Tirschenreuth aufgewachsen ist. Der Schritt in die Jugendfeuerwehr war für sie damals nicht weit. Bei der Feuerwehr ist sie geblieben. In der Heimatgemeinde, dann "beim Studium in Erlangen, wo ich das Feuerwehr-Handwerk praktisch neu gelernt habe, bei einem Zwischenstopp in der Schweiz und jetzt seit 2014 in Bayreuth".

Die erste Abteilungsführerin in Bayreuth

Christina Ernstberger, die Apothekerin im Klinikum ist, ist seit rund zwei Jahren die erste Abteilungsführerin bei der Bayreuther Feuerwehr. Sie ist die Chefin der Abteilung Innere Stadt, mit 45 Mitgliedern - darunter sieben Frauen - die größte Abteilung, "gleich nach uns kommt die Abteilung Altstadt mit ungefähr 40 Mitgliedern". Das Ausscheiden des Stadtbrandinspektors Wolfgang Hohl hat den Wechsel in der Inneren Stadt angestoßen: "Mein Vorgänger Stephan Fößel ist Stadtbrandinspektor geworden, deshalb hat man intern nach Möglichkeiten gesucht, die Stelle neu zu besetzen. Irgendwann hieß es: Christina, du könntest doch ..." Nach einiger Bedenkzeit sagt sie: "Ich mach das." Zusammen mit ihrem Stellvertreter Andreas Hofmann sind die beiden die Spitze einer "Abteilung mit einem recht jungen Durchschnittsalter. Das gibt die Möglichkeiten, die Hierarchie etwas flacher zu gestalten", sagt Christina Ernstberger.

Abteilung Innere Stadt ist bei der Eröffnung mit dabei

Natürlich ist die Abteilung Innere Stadt mit ihrer Chefin ganz vorne mit dabei, wenn am Samstag die Brandschutzwoche - oder Feuerwehr-Aktionswoche - unter dem Motto "Begegnen - Bewegen - Bewirken" startet. Sieben Übungen stehen auf dem Programm, zwei davon am Samstag, bei denen die Abteilungen der Bayreuther Feuerwehr "sich den Bürgern präsentieren können und zeigen können, was wir drauf haben", wie es Christina Ernstberger formuliert. Mit Martinshorn und einem Tempo wie unter realen Bedingungen, wenn es wirklich brennt, werden die Abteilungen Innere Stadt und die Altstadt, "die nachalarmiert wird", am Samstag um 11 Uhr zum Finanzamt fahren, werden den simulierten Brand unter Kontrolle bringen, vermeintlich vermisste Personen retten - und nach dem Einsatz "alles stehen und liegen lassen, damit sich die Leute die Ausrüstung und die Fahrzeuge anschauen können", wie Christina Ernstberger sagt. Und mit der Feuerwehr ins Gespräch kommen können.

Kontakt mit den Bayreuthern - und neue Mitglieder finden

Denn das ist eines der Ziele, die mit der Brandschutzwoche verfolgt werden, wie es der Stadtbrandrat Ralph Herrmann im Gespräch mit dem Kurier formuliert: "Die Darstellung der Feuerwehr, um neue Mitglieder zu werben." Anders als bei richtigen Einsätzen, bei denen die Feuerwehr möglichst nicht gestört werden soll, bestehe hier die Gelegenheit, "einfach einmal mit uns in Kontakt zu kommen", sagt Herrmann.

Das gute Gefühl, wenn man helfen kann

Bei der Feuerwehr zu sein bedeute für sie, sagt die Abteilungsführerin Ernstberger mit einem Lachen "erst einmal weniger Freizeit". Allerdings verbunden "mit immer wieder neuen Erfolgen, man lernt jedes Mal dazu. Und es ist ein gutes Gefühl, wenn man mit dem, was man in die Vorbereitung gesetckt hat, anderen Menschen helfen kann." Die Abteilung Innere Stadt sei im vergangenen Jahr zu 78 Einsätzen ausgerückt, "in diesem Jahr dürften wir bei 80 oder 90 landen. Unsere Abteilung ist oft mit unterwegs - je nach Alarmstichwort, natürlich. Aber wir besetzen auch oft die Wache, wenn die Ständige Wache ausgerückt ist", sagt Christina Ernstberger. Man sei bei der Feuerwehr "in einer Truppe unterwegs, in der man viele Kameraden und Freunde findet, auf die man sich blind verlassen kann".

Die Termine der Brandschutzwoche

Der Auftakt der Brandschutzwoche ist traditionell am Samstag zur besten Zeit, wenn viele Menschen auf dem Markt unterwegs sind: Am Samstag um 11 Uhr demonstriert die Feuerwehr ihr Können am Finanzamt in der Maximilianstraße. Um 14 Uhr gibt es am Gerätehaus in Laineck eine Schauübung der Kinder- und Jugendgruppe und der Feuerwehr Laineck.

Am Montag gibt es in der katholischen Filialkirche St. Benedikt in der Odenwaldstraße abends um 19 Uhr eine Übung für die Wehren aus Aichig, Colmdorf, St. Johannis und Seulbitz sowie die Wehren aus Bayreuth, Neunkirchen und das Rote Kreuz.

Am Dienstag raucht es in der Kraftfahrzeug-Werkstatt Schläger in der Fraunhoferstraße. Dort wird um 19 Uhr ein Werkstattbrand nachgestellt, zu dem die Wehren aus Oberkonnersreuth, Thiergarten und Wolfsbach gerufen werden.

Am Mittwoch rückt die Feuerwehr in den Landkreis aus, sagt Stadtbrandrat Ralph Herrmann: "In Lankendorf wird ein Scheunenbrand angenommen", sagt Herrmann. Die Jugendfeuerwehr, die Wehren aus Weidenberg, Seulbitz und Lessau werden hier ab 19.20 Uhr vor Ort sein.

Ebenfalls im Landkreis wird am Donnerstag um 19 Uhr gelöscht, wenn bei der Dachdeckerei Döring und Reuth in Eckersdorf ein Werkstattbrand nachgestellt wird. Hier werden die Wehren aus Donndorfm der Altstadt, Meyernberg, Oberpreuschwitz und das Rote Kreuz eingreifen.

Zurück in die Stadt geht es am Freitag um 18.30 Uhr. Dann wird bei Grundig Business Systems ein Maschinenbrand zu bekämpfen sein, den sich die Abteilungen St. Georgen, Innere Stadt sowie die Wehr aus Laineck vornehmen werden.

Der Abschluss der Brandschutzwoche findet im Zentrum der Bayreuther Feuerwehr, der Feuerwache statt. Ab 10 Uhr können sich die Besucher am Sonntag Fahrzeuge und zahlreiche Vorführungen ansehen. Feuerwehr hautnah.

 

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