Bodenständige Lösungen suchen Im Kampf gegen Regenfluten

Hochwasser und Starkregenereignisse. Nichts neues in Heinersreuth, wie diese Bild an der Straße Richtung Cottenbach zeigt. Weitere neue Lösungsansätze werden gesucht. Foto: Andreas Harbach

HEINERSREUTH. Das Thema ist nicht neu für die Heinersreuther. Was kann man tun, um die Bodenerosion bei starken Regenfällen zu verhindern? Wie lassen sich mit geringem Aufwand Puffer und Rückhaltestrukturen in der Landschaft schaffen? Daniel Spaderna will am Mittwoch, 30. Januar, im Gasthaus Kastaniengarten Ideen und Möglichkeiten aufzeigen und auch über Zuschüsse informieren.

Spaderna ist Projektkoordinator für "boden:ständig" in Oberfranken. Und "boden:ständig" ist eine hundertprozentige "Tochter" des Amtes für ländliche Entwicklung in Bamberg. Was er am 30. Januar vorstellt, ist vor allem interessant für Landwirte und Grundstückseigentümer, erklärt er. Und: Es ist ein freiwilliges Konzept. Niemandem werde etwas übergestülpt. Egal, ob eine Flutmulde entstehen soll oder ob ein Gewässer wieder mäandrieren darf und damit die Fließgeschwindigkeit reduziert wird.

Gesucht werde immer nach kleinen, schnellen Lösungsansätzen, sagt Spaderna und verspricht viel Kommunikation, sollte sich an diesem Abend herausstellen, dass es zu einem Miteinander kommt. Ob das geschieht, wird im Amt für ländliche Entwicklung entschieden. "Diese Projekte sind für uns auch sehr arbeitsintensiv. Da muss die Stimmung schon passen."

Sieben Projekte laufen

Derzeit sind in Oberfranken sieben Projekte am Laufen. Und dafür gibt es Zuschüsse in Höhe von 70 bis 80 Prozent, je nachdem aus welchem Topf man sich bedient. "Meist sind es Mittel aus der Flurneuordnung," erklärt Spaderna.

Komplementäre Maßnahme

"'Boden:ständig' kann nun ein weiterer Baustein zur Vermeidung von Überflutungen nach Starkregen sein", hofft Bürgermeisterin Simone Kirschner. Das Amt für Landwirtschaft biete einen relativ einfach umzusetzenden Maßnahmenkatalog für Landwirte, um großflächiger Erosion entgegenzuwirken. Und: "Das ist als komplementäre Maßnahme zu Professor Heiko Siekers Vorgehen zu sehen."

Im Verbund mit der Abwasserentsorgung Rotmaintal, also mit der Nachbargemeinde Neudrossenfeld, lässt Heinersreuth derzeit eine Studie erarbeiten, in der es um eine großflächige Analyse der Gefährdungslagen geht. "Der Ansatz, den Professor Sieker wählt, ist ein ganz anderer", sagt Kirschner. "Hier wird das Gemeindegebiet im erst seit 2017 vorliegenden DGM1 Modell geländemodelliert im Rechner dargestellt. Im Abstand von einem Meter wird jeder Punkt dreidimensional vermessen." Aufbauend auf diesen Daten sei es möglich, unterschiedlich starken Regen und seine Auswirkungen zu simulieren.

Studie 2012 ist gescheitert

Mit dem Thema Unwetter hatte sich die Gemeinde bereits 2012 auseinander setzen müssen. Damals war eine Studie beim Ingenieurbüro Winkler in Stuttgart in Auftrag gegeben worden, deren Ergebnisse 2014 vorlagen. Ausschließlich aufgrund des Kartenstudiums wurden damals umfangreiche, massiv in die Landschaft eingreifende Ingenieurbauwerke wie Regenauffangbecken, Dämme und Erweiterung der Kanäle, die insgesamt ein Finanzierungsvolumen von mehreren Millionen Euro hatten, vorgeschlagen.

Darüber hinaus hätte die Gemeinde die meisten Maßnahmen allein stemmen müssen. "Die erste Studie wurde von der technischen und tatsächlichen Entwicklung überholt", resümiert Kirschner. Und seit 2018 sieht sich auch der Staat in der Pflicht. Es gibt Fördermöglichkeiten für Maßnahmen zur Beseitigung von Regenwasser.


Info: Daniel Spaderna vom Projekt "boden:ständig" referiert am Mittwoch, 30. Januar, 19.30 Uhr, im Gasthaus Kastaniengarten Heinersreuth

 

1 Kommentar

Kommentieren

  1. Passwort vergessen?
  2. * = Pflichtfeld
Sie haben noch keinen Benutzer-Zugang? Jetzt registrieren!

Wenn Sie einen Kommentar verfassen, so wird dieser unter Ihrem Klarnamen, also dem von Ihnen angegebenen Vor- und Nachnamen veröffentlicht. Sollte Ihr Kommentar nicht sofort erscheinen, bitten wir Sie um etwas Geduld. Wir behalten uns vor, Kommentare vor der Veröffentlichung zu prüfen. Bitte beachten Sie hierzu auch unsere Netiquette.

loading