BKH: Neuer Schulleiter auf Schülersuche

Thomas Kripal leitet die Krankenpflegeschule am Bezirkskrankenhaus in Bayreuth. Foto: Ulrike Sommerer

Er ist ein Schulleiter, der sich seine Schüler selber suchen muss: Thomas Kirpal leitet seit Anfang Mai die Berufsfachschule für Krankenpflege am Bezirkskrankenhaus Bayreuth. Eine seiner wichtigsten Aufgaben: Junge Leute zu finden, die diesen Beruf lernen möchten.

Denn Krankenpfleger werden bekanntlich händeringend gesucht, nicht nur am Bezirkskrankenhaus Bayreuth. Deshalb soll die Zahl der Kurse von jetzt zwei mit insgesamt knapp 50 Schülern auf drei aufgestockt werden, hatte der Ärztliche Leiter, Prof. Thomas Kallert, vor Monaten gegenüber dem Kurier angekündigt. „Aber schon den im Oktober beginnenden Kurs haben wir nur gerade so voll bekommen“, sagt Kirpal. Er will ein Netzwerk aufbauen, Klinken putzen, Öffentlichkeitsarbeit verstärken und für den Beruf trommeln, den der 53-Jährige vor 33 Jahren selbst gewählt hat. Aus purer Überzeugung, wie er betont.

 

Lesen Sie auch:

Damals arbeitete der Bayreuther ehrenamtlich für das BRK in Ebermannstatt anstelle zur Bundeswehr zu gehen. „Die Arbeit am Menschen hat mich so fasziniert, dass ich Krankenpflege lernen wollte“, berichtet er. Und am spannendsten habe er die Schule im Bezirkskrankenhaus gefunden, weil er dort ein Jahr Ausbildung an der Unfallchirurgie in der Hohen Warte absolvieren durfte und weil ihn das Thema Psychiatrie interessierte. Obwohl die Krankenpflegeausbildung im Bezirkskrankenhaus mit seinen psychiatrischen Kliniken dieselben Inhalte hat wie die an anderen somatischen Krankenhäusern.

Einer der ersten Studenten

Kirpal durchlief als Krankenpfleger alle Bereiche, bildete sich weiter zum Fachkrankenpfleger und Qualitätsmanager, übernahm die Stationsleitung an der Tagesklinik für Erwachsene und unterrichtete bald selber mit an der Pflegefachschule. 2003 begann er als einer der ersten in Bayern das Pflegestudium. Weil es den Studiengang zunächst im Freistaat nicht gab, als Fernstudent an der Universität von Wales.

Der Schnitt im Leben

20 Jahre nach seinem Pflegeexamen dann der Schnitt: Kirpal wechselte in die Industrie. Als Leiter Consulting bei Standard Systeme GmbH schulte er im Außendienst die Anwendung der verkauften Dokumentationssysteme in der Medizin. Fünf Jahre später warb ihn Compugroup Medical ab, der nach seinen Angaben weltweit führende Anbieter von Software im Gesundheits- und Sozialwesen. Der Beruf habe ihn nach Österreich, in die Schweiz, nach Dänemark geführt. „Ich wollte herumkommen, was von anderen Ländern und den Gesundheitssystemen dort sehen“, sagt er. Er stieg zum Leiter Produktmanagement auf. „Aber immer mit der Idee im Hinterkopf, irgendwann zurückzukommen und im Bereich Weiterbildung zu arbeiten.

Rückkehr nach Bayreuth

Das wurde möglich, als sein Vorgänger Horst Kolb ausschied und die Stelle des Schulleiters in Bayreuth ausgeschrieben wurde. Kirpal bewarb sich, erhielt den Zuschlag und kehrte an den Ort zurück, wo seine Berufslaufbahn vor 33 Jahren begann. Obwohl er hier deutlich weniger verdiene als in der Industrie.

Die Zukunftsaussichten von Krankenpflegeschülern sind nach seinen Worten noch besser geworden als zu seiner eigenen Anfangszeit: „Nach der Basisausbildung als Gesundheits- und Krankenpfleger stehen dir heute alle Türen offen.“


Info: Krankenpflegeschüler am Bezirkskrankenhaus verdienen im ersten Ausbildungsjahr 1040,69 Euro. Zudem bekommen sie einmalig 400 Euro Zuschuss für einen Laptop.

0 Kommentare

Kommentieren

  1. Passwort vergessen?
  2. * = Pflichtfeld
Sie haben noch keinen Benutzer-Zugang? Jetzt registrieren!

Wenn Sie einen Kommentar verfassen, so wird dieser unter Ihrem Klarnamen, also dem von Ihnen angegebenen Vor- und Nachnamen veröffentlicht. Sollte Ihr Kommentar nicht sofort erscheinen, bitten wir Sie um etwas Geduld. Wir behalten uns vor, Kommentare vor der Veröffentlichung zu prüfen. Bitte beachten Sie hierzu auch unsere Netiquette.

loading