Bezirkstagswahl Stefan Specht verteidigt Direktmandat

Ernste Mienen bei Stefan Specht (Mitte) und den Teilnehmern der CSU-Wahlparty am Sonntag. Trotz Einbußen verteidigte der Dirkekandidat sein Bezirkstagsmandat. Mandat Foto: Andreas Harbach Foto: Andreas Harbach

BAYREUTH. Stefan Specht wird erneut in den Bezirkstag von Oberfranken einziehen. Bei der Bezirkstagswahl am Sonntag gewann der Bayreuther CSU-Stadtratsfraktionsvorsitzende trotz erheblicher Einbußen mit 32,9 Prozent der Erststimmen das Direktmandat im Stimmkreis Bayreuth mit klarem Vorsprung.

„Ich bin noch mit einem blauen Auge davongekommen“, sagte der 57-jährige Rechtsanwalt dem Kurier am Montag. Mit 4,7 Prozentpunkten Verlust bei den Erststimmen gegenüber der Wahl vor fünf Jahren hielten sich seine Einbußen noch in Grenzen. Das sei aber ein schwacher Trost angesichts des „schmerzlichen Ergebnisses“, das die CSU bei den Landtagswahlen mit einem Minus von 10,4 Prozent bayernweit eingefahren habe. „Das hat uns richtig durchgebeutelt.“

Seehofer soll gehen

Die Gründe für das landesweite Wahldesaster seiner Partei sieht Specht zum einen in Berlin und dem Verhalten von Bundesinnenminister Horst Seehofer, der nach seiner Ansicht nicht CSU-Vorsitzender bleiben kann. „Die Frage ist nur, wann die Ablösung geschieht.“ Aber auch die zu lange und zu starke Fokussierung der CSU in München auf die Migrationspolitik sei ein strategischer Fehler gewesen, weil sie den Blick darauf verstellt habe, dass die CSU viele Erfolge aufzuweisen habe.

Nicht wieder Tarifabsenkungen

Im Bezirkstag will sich Specht vorrangig um die Themen Kultur und Umwelt kümmern, aber die neue Fraktion müsse die Aufgaben erst neu verteilen. Aufpassen müsse man, dass in den Bezirkskrankenhäusern die hohen Investitionen, die auch in den kommenden Jahren getätigt werden, nicht wieder zulasten der Beschäftigten gingen, sagte Specht. Die Schlechterstellung vieler Beschäftigter im Tarif wird gerade erst stufenweise zurückgenommen. Specht: „Es darf nicht wieder zu Tarifabsenkungen kommen.“

Beate Kuhn nur Dritte

Erstmals auf Platz zwei im Stimmkreis Bayreuth landete der Pottensteiner Bürgermeister und amtierende Bezirksrat Stefan Frühbeißer von den Freien Wählern mit 17,2 Prozent (plus 1,5 Prozentpunkte) Erststimmen. SPD-Kandidatin und Bezirksrätin Beate Kuhn musste sich mit 16,9 Prozent (minus 8,4 Punkte) und Rang drei zufrieden geben. „Ich denke, die Einbußen haben nichts mit mir als Person zu tun. Das waren Menschen, die einfach nicht mehr SPD wählen wollten“, sagte Kuhn dem Kurier.

Ist sie drin?

Bezirkstagswahlen stünden immer im Schatten von Landtagswahlen, viele Menschen unterschieden das bei der Stimmabgabe nicht. Als Themenschwerpunkt im künftigen Bezirkstag nannte Kuhn das Bundesteilhabegesetz, das die Stellung von Behinderten im Bezirk von Grund auf verändern werde. Allerdings war am Montag noch unsicher, ob sie als Listenzweite den Sprung in den Bezirkstag schafft. Frühbeißer war für eine Stellungnahme ebenso wenig zu erreichen wie AfD-Kandidat Erich Schneider, der aus dem Stand 8,7 Prozent der Erststimmen holte.

Neumeister erreicht 30 Prozent in Hollfeld

Über ein „Superergebnis“ freute sich Manfred Neumeister. Um 7,4 Prozentpunkte auf 14,2 Prozent der Erststimmen legte er im Vergleich zur Wahl 2013 zu. Damit habe er von Listenplatz sechs einen Sprung nach vorne gemacht, aber ob es reicht für einen Sitz im Bezirkstag, „weiß ich noch nicht, weil die Zweitstimmen noch fehlen“, sagte er. Allein in seiner Heimatstadt Hollfeld kam er auf mehr als 30 Prozent der Erststimmen und lag nur knapp hinter Stefan Specht. „Das war vor allem eine Persönlichkeitswahl“, ist sich Neumeister sicher, der starke Landestrend für die Grünen habe ihm aber geholfen.

Die Zusammensetzung des Bezirkstages steht vermutlich erst am Mittwoch fest, wenn auch die Zweitstimmenverteilung ausgewertet ist.

 

0 Kommentare

Kommentieren

  1. Passwort vergessen?
  2. * = Pflichtfeld
Sie haben noch keinen Benutzer-Zugang? Jetzt registrieren!

Wenn Sie einen Kommentar verfassen, so wird dieser unter Ihrem Klarnamen, also dem von Ihnen angegebenen Vor- und Nachnamen veröffentlicht. Sollte Ihr Kommentar nicht sofort erscheinen, bitten wir Sie um etwas Geduld. Wir behalten uns vor, Kommentare vor der Veröffentlichung zu prüfen. Bitte beachten Sie hierzu auch unsere Netiquette.

loading