Bewährungsstrafe Bei Festnahme um sich geschlagen

Gericht. Foto: Daniel_B_photos/pixabay

BAYREUTH. Mit Bewährung davongekommen ist ein junger Mann aus dem westlichen Landkreis. Er hatte sich am 1. Mai seiner Verhaftung widersetzt – und teilte dabei mit Worten und Fäusten gegen die Polizeibeamten aus.

Amtsrichterin Christiane Breunig verurteilte den 22-Jährigen zu acht Monaten auf Bewährung. Zusätzlich muss er entweder hundert Sozialstunden leisten, oder 1000 Euro an den Verein Fähre bezahlen. Eine geringere Strafe sei „nicht möglich gewesen“, sagte Breunig, denn der Angeklagte habe sich schon zuvor einiges zu Schulden kommen lassen. Angeklagt war der junge Mann wegen Körperverletzung, Beleidigung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.

Erheblich alkoholisiert

Am 1. Mai ist er, bereits erheblich alkoholisiert an einen Bolzplatz in Mistelbach gekommen. „sechs, sieben Bier und ein paar Schnäpse“ habe er getrunken, sagte er auf Nachfrage der Richterin. Dort, am Bolzplatz habe ihm ein Mädchen gefallen, also sei er hingegangen, um es anzusprechen. Doch er schien in der Gruppe der Freunde des Mädchens nicht willkommen zu sein. Ein Wort gab das andere: „Dann ist eine Freundin von ihr gekommen und hat mich geschlagen. Ich hab ihr dann ein Bein gestellt“, sagte der Angeklagte.

Zeugin erscheint nicht

In der Anklageschrift stand noch, er habe sie ins Gesicht geschlagen, doch die Zeugin erschien nicht zum Gerichtstermin. Der Anklagepunkt musste daraufhin fallengelassen werden. Die Polizisten kamen erst nach dem Geschehen ins Spiel: Weil der Bolzplatz ein bekannter Treffpunkt ist, sind zwei Beamte im Rahmen des Konzepteinsatzes zum 1. Mai dort positioniert gewesen. Sie haben den Tumult mitbekommen und wollten den Betrunkenen festnehmen. „Er wollte uns seine Personalien nicht sagen, also musste er ins Polizeiauto verbracht werden“, sagte einer der Beamten aus.

Beschimpfte Beamte aufs Übelste

Doch der junge Mann habe sich losreißen wollen und dabei um sich geschlagen. Er erwischte den Beamten an der Nase. Bleibenden Eindruck hinterließ der Angeklagte jedoch vor allem mit seinen verbalen Entgleisungen: Er habe die Polizeibeamten aufs Übelste beschimpft. Seine Entschuldigung im Gerichtssaal nahm der Beamte „zur Kenntnis“. Erschwerend kam noch eine Vorstrafe hinzu: Wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr hat der junge Mann schon einmal 100 Tagessätze bezahlen müssen. Mit den Vollstreckungsbeamten ist er auch damals in Konflikt geraten. Der Grund auch damals: Alkohol.

Staatsanwalt fordert ein Jahr

Staatsanwalt Carl Stopfer forderte aus diesen Gründen ein Jahr auf Bewährung und 100 Arbeitsstunden als Strafe. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Nikolaus Schrenker, wollte die Strafe auf drei Monate senken. Mit acht Monaten auf Bewährung und 100 Arbeitsstunden blieb Richterin Breunig eher bei der Einschätzung der Staatsanwaltschaft. Sie hoffe, sagte sie, dass ihm dieser Schuss vor den Bug eine Lehre sei.

 

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