Beim Tabellendritten Haspo-Teams in der Außenseiterrolle

Der nächste längerfristige Ausfall bei Haspo: Wegen hartnäckiger Rückenprobleme wird Paul Saborowski in dieser Saison nicht mehr mitwirken können. Foto: Peter Kolb

HANDBALL. Jetzt zeigt sich erst, wie wertvoll der letzte 32:29-Sieg von Haspo Bayreuth gegen den TSV Haunstetten in der Männer-Bayernliga gewesen ist. Für die nun folgende Aufgabe am Samstag um 19.30 Uhr beim Tabellendritten VfL Günzburg sind die Voraussetzungen nämlich denkbar schlecht.

Vor allem stehen die Trainer Michael Werner und Marc Brückner vor dem Problem, den Ausfall von gleich sieben Stammkräften kompensieren zu müssen. Neben den bekannten Langzeitverletzten Yannik Meyer-Siebert, Tim Herrmannsdörfer und Lukas Schalk fehlen nun nämlich auch noch Paul Saborowski, für den die Saison aufgrund anhaltender Rückenprobleme komplett beendet ist, Jan-Philip Kritzenthaler (Bänderriss) und Tom Elschner (privat verhindert).

Immerhin stellte sich in den vergangenen Tagen die Verletzung von Spielmacher Fabio Nicola als nicht ganz so schwerwiegend heraus, wie zunächst befürchtet worden war. „Fabio hat sich zum Glück nichts gebrochen“, zeigt sich Michael Werner erleichtert, auch wenn er anfügen muss: „Trotzdem ist für ihn die Saison mit Bänderrissen und einem Haarriss im Fuß freilich beendet.“

Wegen des personellen Engpasses wird neben dem bereits gegen Haun-stetten mitwirkenden Thomas Bader womöglich auch Allzweckwaffe Steffen Tscheuschner reaktiviert werden. Mit dieser Notbesetzung treffen die Bayreuther nun in Günzburg auch noch ausgerechnet auf einen überaus formstarken Gegner.

Schon im Hinspiel hatte Haspo gegen die Schwaben, mit 21:29 klar das Nachsehen, aber erst jetzt starten sie so richtig durch. In den bislang absolvierten neun Rückrundenspielen mussten sie sich lediglich dem Tabellenführer und mittlerweile als souveräner bayerischer Meister feststehenden HSC Bad Neustadt (20:31) geschlagen geben. Daneben gab es noch ein 22:22 gegen DJK Rimpar II (4.), während die restlichen Begegnung teilweise sehr sicher gewonnen wurden. Zuletzt ließ die Mannschaft des zum Saisonende scheidenden Trainers Stephan Hofmeister dem bedrohten TSV Rothenburg (12.) beim 33:22 nicht den Hauch einer Chance.

Dadurch kletterte der VfL Günzburg nach einer für die eigenen Ansprüche eher enttäuschenden Hinrunde mit sechs Niederlagen aus 13 Partien mittlerweile auf einen starken dritten Tabellenplatz und liegt dort schon vier Punkte vor Haspo Bayreuth.

Den Hauptgrund für die enorme Leistungssteigerung findet man vor allem in der Offensive und dabei ganz besonders in der Gegenstoßstärke. Mit 637 erzielten Treffern (fast 29 pro Partie) übertreffen die Günzburger in dieser Kategorie sogar Meister Bad Neustadt (628). Unter den 25 besten Torschützen der Bayernliga sind mit Rechtsaußen Jonas Lehr (85 Tore), Linksaußen Stefan Knittl (86), Rückraumlinks Manuel Scholz (90) und Spielmacher Daniel Jäger (91) gleich vier Günzburger. Vor allem der Letztgenannte machte der Bayreuther Deckung bereits im Hinspiel mit neun Treffern das Leben schwer.

„Betrachtet man das Hinspielergebnis, die aktuellen Formkurven beider Mannschaften und unsere wirklich enorm angespannte Personalsituation, dann haben wir eigentlich keinerlei Siegchancen“, bekennt Haspo-Trainer Marc Brückner. „Wir werden uns etwas einfallen lassen, um bestmöglich auf die Herausforderungen vorbereitet zu sein und dabei vielleicht auch etwas unorthodox auftreten.“

Damen bei Team mit Titelchancen

Zu ungewohnter Zeit müssen die Damen von Haspo Bayreuth in der Bayernliga beim HC Erlangen antreten: am Samstag um 12.30 Uhr. Das ist aber nicht ihr größtes Problem. Vielmehr treffen sie beim Tabellendritten auf einen Gegner, der sogar Chancen auf die Meisterschaft hat.

Kampflos will sich Haspo-Trainer Matthias Starz aber selbstverständlich nicht geschlagen geben, zumal seine Mannschaft zuletzt gegen TSV Haun-stetten II mit 28:26 die Abstiegsplätze auf Distanz gehalten hat und ohne den ganz großen unmittelbaren Erfolgsdruck antreten kann: „Natürlich sind wir in Erlangen nur Außenseiter. Wir wollen aber den Schwung aus dem letzten Spiel gegen Haunstetten II mitnehmen und ein starkes Spiel zeigen. Wer weiß: Wenn wir lange Zeit dran bleiben, ist dann am Ende sogar ein Punktgewinn möglich.“

Die Vorzeichen sind jedoch gerade aus personeller Sicht erneut alles andere als gut. Nach der schweren Knieverletzung von Tabea Brielmann hat sich nun mit Lorraine Hellriegel eine weitere Linkshänderin am Knie verletzt und fällt zumindest vorerst aus. „Wir müssen da ein wenig improvisieren“, sagt Starz. Umso wichtiger ist es daher, dass mit Laura Brahm nach ihrem Saisondebüt mit drei Toren eine weitere Rückraumspielerin für die verbleibenden Spiele zur Verfügung steht.

Der HC Erlangen wurde vor dem Saisonstart als Meisterschaftsfavorit gehandelt. Als Tabellendritter liegt er also ein wenig hinter den Erwartungen zurück, aber bei nur vier Punkten Rückstand hat er immer noch eine realistische Titelchance. Mit beinahe 30 Toren im Schnitt stellt die Mannschaft des ehemaligen Haspo-Trainers Elmar Ehrich den gefährlichsten Angriff der Liga. Dafür sorgt besonders ihr Tempospiel, das bisher nur wenige Gegner kontrollieren konnten. „Wir müssen sehr stark verteidigen und dürfen offensiv kaum Fehler machen“, umschreibt Starz die Aufgabe.

 

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