Beim direkten Konkurrenten Altstädter wollen aus Fürth etwas mitnehmen

Riesenjubel bei Steffen Eder: In der 90. Minute sorgte der aufgerückte Verteidiger für das 1:1 gegen den Favoriten FC Schweinfurt 05. Foto: Peter Kolb

FUßball. Der vorletzte Auswärtsauftritt der SpVgg Bayreuth in diesem Kalenderjahr dürfte für den Altstädter Trainer Timo Rost besondere Bedeutung haben: Schließlich gastiert sein Team als Regionalliga-Zehnter am Samstag um 14 Uhr auf dem Sportgelände des TSV Burgfarrnbach bei der nur fünf Zähler weniger aufweisenden SpVgg Greuther Fürth II, die der 40-Jährige in der vergangenen Spielzeit noch unter seinen Fittichen hatte.

Und da würde sie sich sicherlich auch heute noch befinden, wenn sich die Sportliche Leitung des Zweitligisten zum Finale der vergangenen Spielzeit nicht zu einem Schritt entschlossen hätte, den Rost nicht mitgehen wollte. „Die U 23 soll ab sofort noch näher an den Lizenzbereich heranrücken“, sagte Sportdirektor Rachid Azzouzi damals und schob nach: „Mit diesem Schritt wollen wir es schaffen, die Entwicklung junger Talente zu verbessern und diese schneller an den Profikader heranzuführen.“

Rost zog seine Konsequenzen und trat zurück: „Nach einem längeren Gespräch mit unserer Sportlichen Leitung wurde mir schnell klar, dass ich mich mit der neuen sportlichen Ausrichtung, vor allem was die U 23 betrifft, nicht mehr identifizieren kann und es deshalb auch besser ist, aufzuhören“, wurde Rost bei fupa.net zitiert.

Rost hatte das kleine Kleeblatt in der Saison 2016/17 übernommen und in der Relegation vor dem Abstieg aus der Regionalliga bewahrt. In der letzten Serie schafften die Fürther mit einem 2:0-Derbysieg beim 1. FC Nürnberg II vier Spieltage vor Schluss vorzeitig den Klassenerhalt.

In dieser Spielzeit ist die Fürther Reserve noch nicht so richtig in Schwung gekommen: Das Team von Trainer Petr Ruman brachte in den letzten 14 Partien lediglich zwei Siege unter Dach und Fach (zu Hause 3:0 gegen den SV Heimstetten und zuletzt am 3. November ein 4:2 in Pipinsried) und holte dabei elf Zähler. Und die Altstädter? In dem gleichen Zeitraum gab es lediglich drei Niederlagen, alleine unter Timo Rost gelangen sechs Siege und drei Unentschieden, sprich 21 Punkte.

SpVgg-Coach Rost freut sich auf die Partie

Dem Gastspiel bei seinem früheren Arbeitgeber blickt Rost dementsprechend positiv gestimmt entgegen: „Ich freue mich besonders auf das Spiel. Abgesehen davon ist es aber eine ganz normale Partie für uns, in dem wir unsere Bausteine abrufen und etwas mitnehmen wollen.“ Und das sollte man den Altstädtern wohl zutrauen, haben sie sich doch in den vergangenen Wochen als wahre „Mentalitätsmonster“ gezeigt.

Nachweise dafür haben sie dabei vor allem in den letzten beiden Spielen abgeliefert. In Heimstetten gewannen sie nach drei Gegentoren in 190 Sekunden am Ende doch noch 4:3, und gegen den großen Favoriten Schweinfurt belohnten sie eine starke Vorstellung mit einem Remis, als Steffen Eder in der 90. Minute noch das 1:1 gelang.

Vor allem aus diesem Treffer schöpfen die Altstädter ihren Optimismus, bei einem direkten Konkurrenten im Abstiegskampf „big points“ mitzunehmen. „Das war ein sehr guter Auftritt, besonders was die Mentalität angeht“, lobt der Bayreuther Übungsleiter, findet aber gleichzeitig auch einen Ansatz zur Kritik: „Aus dem Spiel nehmen wir mit, dass wir in der Chancenverwertung noch mit etwas mehr Konsequenz auftreten müssen.“ Denn im ersten Durchgang wäre mehrere Male eine Führung durchaus drin gewesen, doch vergaben Christoph Fenninger, Shpetim Sulejmani und Chris Wolf.

"Kompliment für Mentalität"

Dennoch verdienten sich die Altstädter das Lob ihres Trainers mehr als redlich. Ich muss meiner Mannschaft ein großes Kompliment für ihre Mentalität und ihren Einsatz machen.“ Und stellte dabei einen Spieler besonders heraus: „Ein Beispiel ist Patrick Weimar, der sich im Spiel gegen Schweinfurt den Mittelhandknochen gebrochen hat, und trotzdem weitergespielt und am Ende das Ausgleichstor eingeleitet hat.“

So steht am Samstag noch ein Fragezeichen hinter dem Einsatz des 22-Jährigen. Neben dem in der Reha befindlichen Marco Rapp ist es aber der einzige mögliche Ausfall, ansonsten haben die Altstädter alle Mann an Bord.


Aufgebote

SpVgg Greuther Fürth II: Funk, Kowalewski – Tischler, Sollfrank, El-Jindaoui, Gashi, Abouchabaka, Raum, Loo, Jaeckel, Kirsch, Adlung, Minz, Baldauf, Muiomo, Egerer, Heinloth, Geyer.

SpVgg Bayreuth: Kolbe, Skowronek – Dengler, Schwarz, Fenninger, Weimar (?), Wolf, Makarenko, Eder, Weber, Knezevic, Sulejmani, Michaelis, Schiller, Mirroche, Held, Götzendörfer, Golla.

SR: Wolfgang Haslberger (Erdi

 

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