Bei Markgraf läuft's richtig gut

Der Markgraf-Verwaltungssitz in Bayreuth. Foto: Andreas Harbach

Beim Bauunternehmen Markgraf brummt's. Bauleistung und Mitarbeiterzahl stiegen im abgelaufenen Geschäftsjahr teils deutlich, und auch die Zukunft sieht dank voller Auftragsbücher vielversprechend aus.

Das Interesse der Belegschaft an der Betriebsversammlung war immens. 950 Mitarbeiter hat Markgraf mittlerweile, rund 750 waren in die Kemnather Mehrzweckhalle gekommen. Und sie bekamen vom kaufmännischen Geschäftsführer Liborius Gräßmann Erfreuliches zu hören. So bezifferte er die Gesamtbauleistung des Unternehmens im Geschäftsjahr 2016/2017 (30. September), auf rund 440 Millionen Euro. Dabei entfielen gut 340 Millionen Euro auf den Hochbau und rund 100 Millionen auf den Tiefbau, teilte das Unternehmen auf Kurier-Nachfrage mit.

Gut gefüllte Auftragsbücher

Und: Angesichts gut gefüllter Auftragsbücher in beiden Bereichen sei eine Steigerung der Bauleistung im laufenden Geschäftsjahr auf rund 495 Millionen Euro geplant und zudem bereits eine gute Grundauslastung für 2018/2019 geschaffen. Elf Millionen Euro sollen in diesem Jahr investiert werden. „Markgraf blickt als eines der führenden Bauunternehmen in Deutschland optimistisch in die Zukunft und ist gut aufgestellt, um die anstehenden Herausforderungen optimal zu meistern“, sagte Gräßmann. Für eine stabile Gesellschafterstruktur sorge, dass mittlerweile alle Anteile in die Rainer Markgraf Stiftung eingebracht seien.

Schon 950 Mitarbeiter

Die Zahl der Mitarbeiter legte um 170 auf jetzt rund 950 zu, darunter 62 Auszubildende und elf duale Studenten. Die Gewinnung neuer Mitarbeiter und von Nachwuchskräften werde auch für Markgraf schwieriger, allerdings könne man als großes Unternehmen interessante Tätigkeiten und Perspektiven bieten und tue sich deshalb wahrscheinlich doch noch etwas leichter als kleinere Unternehmen in der Branche, hieß es.

Altersstruktur im Auge behalten

Betriebsratsvorsitzender Thomas Schmidt mahnte in seinem Bericht, angesichts der stetig steigenden Mitarbeiterzahl auch die Altersstruktur im Auge zu behalten. Insbesondere im Bereich der gewerblichen Mitarbeiter mit Zusatzqualifikation und Führungsaufgaben sieht er Handlungsbedarf, um jüngere Kolleginnen und Kollegen zu motivieren. Hans Beer, Regionalleiter Franken der Gewerkschaft IG Bau, betonte: "Markgraf arbeitet immer daran, attraktive und sichere Arbeitsplätze zu bieten.“

Digitale Innovationen

Zwischen 30 und 90 Millionen Euro Bauleistung bewegen sich die meisten Hochbauprojekte, die Markgraf als Generalunternehmer mit seinen Partnern stemmt. So entstehe etwa in Nürnberg derzeit ein modernes Bürogebäude mit einer Auftragssumme von 80 Millionen Euro, bei dem das Unternehmen seine Innovationskraft auch bei der Digitalisierung unter Beweis stelle, so Gräßmann. Hier komme ein System namens Building-Information-Modeling zur Anwendung, bei dem ein digitaler Zwilling des Gebäudes entsteht. So könne jeder Baufortschritt digital begutachtet und dargestellt werden.

Bis zu 70 Meter hohe Wohnhochhäuser

Weitere nennenswerte Projekte werden laut Gräßmann derzeit in den Metropolregionen Hamburg, Berlin, Frankfurt, München und Stuttgart realisiert. Dabei handle es sich unter anderem um bis zu 70 Meter hohe Wohnhochhäuser. Der Geschäftsbereich Tiefbau, der sich vorwiegend auf den süddeutschen Raum konzentriere, arbeite zum Beispiel an einer neuen Trinkwasserleitung mit einem Durchmesser von bis zu einem Meter mit, die die Versorgung der Region Frankfurt sichern soll.

Normenkontrollklage

Während der Aus- und Neubau des Verwaltungssitzes in Bayreuth im vergangenen Jahr abgeschlossen wurde, stockt es bei der geplanten Erweiterung des Standorts Immenreuth, heißt es in einer Unternehmensmitteilung. Zwar sei der erste Abschnitt im Fertigteilwerk bereits umgesetzt. Doch laufe gegen den Bebauungsplan der Gemeinde, auf dessen Basis die Verlagerung der Bauhof- und Logistikflächen erfolgen sollte, seit Ende vergangenen Jahres ein Normenkontrollverfahren vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof in München. Vor diesem Hintergrund sei mit einem Baubeginn für diesen Abschnitt in diesem Jahr nicht mehr zu rechnen.

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