Beginn ist um 13 Uhr mit einem Wiesen-Flashmob "Essbare Stadt" feiert heute Eröffnung

Der offene Bürgergarten in der Hammerstatt wächst und gedeiht. Die Kräuterspirale ist aufgebaut; Beeren und Gemüse konnten bereits geerntet werden; viele Beete sind angelegt. Am heutigen Samstag gibt es ab 13 Uhr für alle Mitmachenden und neuen Interessierten ein Eröffnungsfest.

Um noch mehr Bayreuther Bürger auf das Projekt aufmerksam zu machen, plant der Verein Essbare Stadt um Vorsitzenden Christopher Riller am Samstag, 8. August, ein Eröffnungsfest.

Beginn ist um 13 Uhr mit einem Wiesen-Flashmob: Wer mitmachen will, ist eingeladen, eine Pflanze mitzubringen, die dieses Jahr noch blüht. Mit allen Pflanzen soll dann eine Blumenwiese gestaltet werden. Um 14 Uhr spricht Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe ein Grußwort, um 14.30 Uhr und um 15.15 Uhr beginnen Führungen durch die Welt der Wild- und Heilkräuter.

Das Programm bis 17 Uhr: Livemusik, Infos zum Imkern, Umsonst-Flohmarkt für Gartenbedarf, Spiel- und Sportangebote für Kinder, Jonglieren, Snacks und Kaffee. Besucher sind eingeladen, Kuchen, selbst gemachten Saft oder Obst aus dem eigenen Garten mitzubringen. Gefeiert wird auf dem Gartengelände in der Hammerstatt (neben dem Bolzplatz). Mehr Infos unter www.essbares-bayreuth.org.

Hintergrund:

Urban Gardening: Das Phänomen der Gemeinschaftsgärten kommt aus dem Englischen (daher auch: „Communal Gardening“ oder „Urban Gardening“ genannt). Vermutlich entstanden die ersten Gemeinschaftsgärten im New York der 70er Jahre, als Anwohner in ärmeren Gegenden Brachflächen urbar machten. Das Prinzip findet sich in ganz Nordamerika. Meistens handelt es sich um Nutzgärten. Nebenbei haben die Gemeinschaftsgärten aber auch eine soziale Funktion: Sie bringen unterschiedliche Menschen zusammen, dienen als Erholungsraum und sorgen im Kleinen dafür, dass Engagement und Verantwortung entstehen. Daher werden viele solcher Projekte auch von der Politik unterstützt. Bekanntestes Beispiel in den USA dürfte die High Line in New York sein, eine ausgediente Hochbahnstrecke, deren Trasse man über mehrere Kilometer erhalten und als riesigen Garten zugänglich gemacht hat, inklusive Imkerei, Vogelstation und Ackerbau. In Deutschland gibt es mit dem Prinzessinnengarten in Berlin seit 2009 einen riesigen Gemeinschaftsgarten. In Kreuzberg am Moritzplatz wird nicht nur gegärtnert, hier wird das selbst gezogene Obst und Gemüse auch direkt verarbeitet und bei einem Mittagstisch, den jeder nutzen kann, angeboten. (kfe)

Urban Gardening vor der Villa Wahnfried: Vor gut 100 Jahren wurden auch in Bayreuth schon einmal an exponierter Stelle Gemüse und Kartoffeln angebaut – im Garten der Villa Wahnfried. Denn: Die militärische Lage im Sommer 1916 war ernst. Im Westen zogen sich die beiden deutschen Offensiven an der Somme und vor Verdun ergebnislos in die Länge. Die Ernährungslage in Deutschland wurde immer schlechter, die Rationen von Fett, Zucker, Brot auf den Lebensmittelkarten immer kleiner. Die 19-jährige Winifred Wagner, seit einem Jahr mit Siegfried Wagner verheiratet und gerade mit ihrem ersten Sohn Wieland schwanger, kämpfte energisch um Nahrung für die Familie. Im Wahnfried-Park wuchsen statt Rosen deshalb Kartoffeln und Gemüse. Das mühsam eingeweckte Essen wurde streng rationiert, die Vorräte von städtischen Behörden streng kon-trolliert. In Wahnfried konnten nur noch Cosimas Zimmer geheizt werden. Die übrige Familie zog aufgrund des Kohlenmangels zu neunt in das benachbarte Siegfried-Haus. Schmalhans war Küchenmeister in Bayreuth. Die Kriegskochstelle des Roten Kreuzes empfahl sogar, bei der Herstellung von Klößen Kartoffeln durch Kohlrüben zu ersetzen. (mx)

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Kommentar: Es kann klappen!

 

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