Beerdigung von Wagner-Urenkelin: Zerstrittene Familie tritt geschlossen auf Iris Wagner nicht in Familiengrab beerdigt

Der Sarg Iris Wagners bei der Beisetzung am Freitagmittag. Foto: Horst Mayer

Bei der Trauerfeier für Wagner-Urenkelin Iris Wagner ist die zerstrittene Familie erstmals seit Jahren geschlossen aufgetreten. Iris Wagner, die vor zwei Wochen in Berlin gestorben war, wurde - anders als bekannt - nicht im Familiengrab beigesetzt, sondern einige Meter entfernt, in einem "Geschwistergrab" für die Nachkommen des Wieland-Stammes.

Im Familiengrab liegen Siegfried (gestorben 1930) und Winifred Wagner (gest. 1980) sowie deren Söhne Wieland (gest. 1966) und Wolfgang Wagner (gest. 2010) mit ihren Ehefrauen Gertrud (gest. 1998 und Gudrun (gest. 2007). Die einzigen engeren Familienangehörigen, die nicht im Familiengrab bestattet sind, sind Richard und Cosima Wagner - sie liegen in der Gruft im Park der Villa Wahnfried - und Wagner-Enkelin Friedelind, die am Vierwaldstätter See bestattet ist. 

Ob Iris Wagner die separate Ruhestätte per Testament verfügt hat oder ob dies auf den Wunsch der Geschwister zurückgeht, ist nicht bekannt. Die Familie gilt als zerstritten. Erstmals seit vielen Jahren traten bei der Trauerfeier für Iris Wagner die Nachkommen Wieland und Wolfgang Wagners geschlossen auf: Neben Iris Wagners Geschwistern Nike, Daphne und Wolf-Siegfried trauerten auch die Festspielleiterinnen Katharina Wagner und Eva Wagner-Pasquier, ebenso wie Gottfried Wagner, der nach einem Streit mit seinem Vater Wolfgang über das Geschichtsbewusstsein der Familie mit diesem gebrochen hatte. Auch Dagny Beidler, Enkelin von Richard Wagners erster Tochter Isolde (die jedoch per Gerichtsverfahren nicht als Wagner-Tochter anerkannt war), saß in der ersten Reihe. 

Bayreuths Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe würdigte die Verstorbene als unermüdliche und manchmal unbequeme Partnerin beim Ringen um den richtigen Weg für Bayreuth. "Dieses Ringen ist nicht einfach", sagte Merk-Erbe. Iris Wagner hatte die Nachkommen Wieland Wagners seit 2007 im Stiftungsrat der Richard-Wagner-Stiftung vertreten. Wolf-Siegfried Wagner nahm nach einer ergreifenden Ansprache - "Wir vier Geschwister haben unsere Heimat verloren" - von seiner Schwester Abschied mit den Worten: "Hasta la vista".

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