BBC-Nachwuchsarbeit wird Chefsache

Ein Vorbild: Marius Adler hat als Bayreuther Eigengewächs einen Platz im Trainingskader der Medi-Profis erobert. Foto: Peter Mularczyk

„Das ist rausgeschmissenes Geld!“ Raoul Korner hat schon sehr deutlich gemacht, dass ihm als Trainer von Medi Bayreuth die Gebühren für Wildcards des Stammvereins BBC in den Nachwuchs-Bundesligen NBBL (U19) und JBBL (U16) ein Dorn im Auge sind. 30 000 Euro waren dafür in der vergangenen Saison allein in der höheren Altersklasse fällig.

Dieser Betrag steigt normalerweise mit jeder weiteren verpassten Qualifikation, und in diesem Jahr fallen sogar wieder Kosten für beide Mannschaften an. Während das Bayreuther NBBL-Team als Dritter seiner Qualifikationsgruppe den beiden freien Plätzen in der höchsten Spielklasse immerhin nahe kam, scheiterte die U-16-Mannschaft der „Young Heroes“ (junge Helden) ziemlich kläglich als siegloser Gruppenletzter und muss sich daher die für alle Herren-Bundesligisten verpflichtende Teilnahme nun ebenfalls erkaufen.

„Damit darf sich der Standort Bayreuth nicht abfinden, sondern muss der Entwicklung klar entgegentreten“, sagt Korner und will daher die Nachwuchsarbeit mehr als sein Vorgänger Michael Koch auch zu einer Chefsache machen: „Ich werde mich auch immer wieder mal selbst beim Jugendtraining in der Halle sehen lassen, damit die Leute sehen: Es ist dem Mann nicht egal, was wir hier machen.“ Er werde sich regelmäßig mit den Nachwuchstrainern austauschen, auch um ein einheitliches Konzept in den verschiedenen Altersklassen zu garantieren: „Die Tugenden, die ich von meinen Spielern erwarte, sollen sich auch nach unten erstrecken.“

Die personelle Ausstattung der Nachwuchsabteilung bereitet dem Coach der Profis dabei die geringsten Sorgen: „Wir haben da sehr gute Leute mit Marcel Schröder und Darko Mihajlovic. Und jetzt wird der unterste Bereich noch verstärkt durch Tim Nees, der sicher eine zusätzliche Sogwirkung haben wird und Kinder begeistern kann.“

Lob für Arbeitseinstellung von Marius Adler

Allerdings ist Korner bewusst, dass solche Maßnahmen keinen kurzfristigen Erfolg garantieren können: „Noch muss man Spieler von außen holen, um das Niveau zu sichern. Wir haben ja gerade zwei Spieler verpflichtet, die noch in der NBBL einsatzberechtigt sind. Mittelfristiges Ziel muss es aber sein, das aus eigenen Ressourcen zu stemmen.“

Ein Signal für die einheimischen Talente sei die Aufnahme von Marius Adler in den Trainingskader der Bundesligaprofis: „Dafür ist natürlich ein gewisses Talent erforderlich, aber vor allem auch die richtige Arbeitseinstellung. Marius Adler verkörpert dabei das, was man sich von einem ehrgeizigen jungen Spieler erwartet: Ich will, ich will, ich will!“

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