Bayreuths größte Baustelle Friedrichs-Forum: Mit sensibler Baggerhand

Baustelle Friedrichs-Forum: Blick ins Große Haus. Foto: Andreas Harbach

BAYREUTH. Der Verwandlungsprozess der Bayreuther Stadthalle ins Friedrichs-Forum ist derzeit vor allem ein dreckiger. Man benötigt viel Fantasie, um sich vorzustellen, wie aus dieser Großbaustelle am Jean-Paul Platz eines Tages das führende Kulturzentrum der Region werden soll. Am Freitag hatte Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe zu einem Rundgang geladen. 2021 soll das Haus eröffnet werden.

Dass bei der Sanierung eines historischen Gebäudes vom Schlage der einstigen markgräflichen Reithalle unangenehme Überraschungen nicht ausbleiben, war ziemlich klar. Die Fundamente, die das Große Haus tragen, waren es, die heuer zu einer Verzögerung im Zeitplan von einem halben Jahr führten. Deren Zustand war schlechter als angenommen und so mussten diese auf einer Länge von insgesamt 1200 Metern ausgebessert werden. Was zu einer Kostensteigerung von 3,2 Millionen Euro führt, wie Stadtbaureferentin Urte Kelm mitteilte. Diese Tiefbauarbeiten wurden im Oktober abgeschlossen. Insgesamt rechnet man für das Bauprojekt im Herzen der Stadt zum jetzigen Zeitpunkt mit Kosten von rund 65 Millionen Euro.

Wer im Bereich hinter der einstigen Stadthalle durch den Bauzaun blickt, kann derzeit 21 Träger sehen, die in den Boden eingebracht wurden, um dort den Bereich für Anlieferungen zu stabilisieren. Eine Hebebühne soll hier installiert werden, damit etwa auch größere Kulissenteile leichter als bisher bewegt werden können.

Erschütterungen werden gemessen

Einen besonders sensiblen Bereich stellt die Baugrube hin zum Italienischen Bau des Neuen Schlosses dar. „Wir baggern mit schwerem Gerät bis an die Grundstücksgrenze zum italienischen Bau und dürfen keine Erschütterung auslösen“, sagt Urte Kelm. Denn: Drüben im Neuen Schloss werden Erschütterungsmessungen vorgenommen. „Die Geräte sind hochsensibel eingestellt“, wie Stefan Bergmann, Projektmanager beim Hochbauamt, sagt. Hier ist also die besonders feinfühlige Baggerfahrerhand gefragt. Sollte der Kollege zu grobschlächtig vorgehen, wird sofort per SMS Alarm ausgelöst. „Dann müssen wir schauen, ob der Stuck Schaden genommen hat“, sagt Bergmann. Bislang sei freilich noch keine Störung aufgetreten.

Bodenplatte des Orchestergrabens

Im Innern des künftigen Bayreuther Musentempels fühlt man sich derzeit ein wenig wie in einem ausrangierten Reaktor. Es ist dunkel und dreckig. Man entdeckt uralte Fundament-Reste, aber auch einiges an Beton. Im Großen Haus ist bereits die Bodenplatte des Orchestergrabens sowie des Stuhllagers unter dem Parkett betoniert. An der Rückwand des riesigen Raumes sieht man, dass bereits die Fundamente für den Rang des künftigen Saales gegossen wurden.

Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe äußerte sich nach dem Baustellenrundgang denn auch optimistisch: „Ich bin begeistert, wie es hier vorangeht.“

 

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