Bayreuth In der Wilhelminenaue: St. Georgen in mini ist zurück

Kleiner Kehraus, bevor es losgeht: Hans Peetz, Vorsitzender des Fördervereins Wilhelminenaue, und Alexander Wild (rechts), der Initiator des Modells von St. Georgen zu Zeiten des Markgrafen Georg Wilhelm, bereiten das neu aufgebaute Modell für die Einweihung vor. Foto: Eric Waha

BAYREUTH. Kehraus vor der Wiedereröffnung: In der Miniaturstadt St. Georgen wird letzte Hand angelegt, bevor das Modell der von Markgraf Georg Wilhelm angelegten Barockstadt am Sonntag mit Führungen und einem Festakt eingeweiht wird. Ein Modell, das Gästen von Bayreuth den Zugang zu einem Unikat erleichtern soll.

Wilhelmine und Wagner sind in aller Munde, wenn es um Bayreuth geht. Jean Paul vielleicht noch. Dabei, sagt Alexander Wild, der ehemalige Vorsitzende des Freundeskreises Schloss St. Georgen, der im neuen Förderverein Wilhelminenaue aufgegangen ist, gibt es doch einen, der noch prägender für Bayreuth gewesen ist: Markgraf Georg Wilhelm. „Der ist in der Stadtgeschichte der eigentlich interessanteste. Was er geschaffen hat, gibt es in der ganzen Welt nicht. Niemand anders hat eine so spleenige Idee umgesetzt, eine eigene Stadt mit einem See anlegen zu lassen. Er hat Bayreuth zu einem Unikat gemacht“, sagt Wild – und fährt mit dem Besen durch St. Georgen wie ein Riese.

Mit See und dem Theater - und natürlich mit dem Schloss

Wild und seine Mitstreiter haben in den vergangenen Monaten das bei der Landesgartenschau so beliebte Modell von St. Georgen an einem neuen Platz wieder aufgebaut. Mit dem großen See, mit dem akkurat ausgerichteten Straßenzug, der Ordenskirche und natürlich dem Theater gleich am See, „für das allein damals 50 Opern geschrieben worden waren, eine von Telemann. Johann Meßelreuther hat ein Kostümbuch verfasst, das beispielgebend war zur damaligen Zeit“, sagt Wild. „Es gab lange vor Wilhelmine einen Musenhof und eine Festkultur hier.“ All das lernen die Besucher, wenn sie bei den Modellführungen dabei sind, die von den Mitgliedern des Fördervereins Wilhelminenaue anschaulich erzählt werden – bei einem Rundgang durch die Stadt in der Stadt.

Zwei Jahren waren zwei Tonnen Häuschen und Schiffe eingelagert

Rund zwei Jahre waren die aus Beton gegossenen Häuschen und herrschaftlichen Anlagen eingelagert. „Bei mir im Keller der Praxis. Zwischen Spritzen und Verbänden – also absolut hygienisch“, sagt Wild. Rund zwei Tonnen wiegen allein Häuser und Schiffe, die „im Vergleich zur Landesgartenschau nun so aufgebaut sind, dass sie fest verankert sind“. Für die nächsten mindestens zehn Jahre soll das Modell so stehen können.

200 Tonnen Schotter machen einen See

Rund 100 Stunden, sagen Wild und Hans Peetz, der Vorsitzendes des Fördervereins Wilhelminenaue, hat allein Heinrich Fischer mit seinem Mini-Bagger gearbeitet, um den Brandenburger See auszuheben, der „mit rund 200 Tonnen Schotter aufgefüllt wurde, den uns die Firma Schickert samt Transport geschenkt hat“, sagt Wild. Anschließend wurde gepflastert, gestrichen – alles in Eigenleistung. „Wir hatten einen Kostenvoranschlag von einer Gartenbaufirma von rund 22.000 Euro, ausgegeben haben wir etwa 2000 Euro“, sagt Wild.

Geschützt von einer Hecke und einem kleinen Zaun

Die kleine, detailgetreu angelegte Stadt ist umgeben von einem niedrigen Zaun und einer Berberitzenhecke, angelegt von den Mitarbeitern des Stadtgartenamts. „Die Nachbarn haben uns unterstützt, indem sie einen Gießdienst organisiert und Rasen sowie Hecke gewässert haben. Mit ihnen haben wir ein sehr gutes Verhältnis“, sagt Wild.

Ein Stück Landesgartenschau

Mit dem St.-Georgen-Modell sei neben dem Pavillon „Auenblick“, dem Senkgarten im Panoramakabinett, den großen Bänken, dem Durchgangs-Kunstwerk und dem Oratorium wieder ein Stück Landesgartenschau auf das Gelände zurückgekehrt. Ein lehrreiches noch dazu, „das auch für Schulen interessant ist“, wie Peetz sagt.

Einweihung am Sonntag - auch später Führungen

Das Modell von St. Georgen nahe des Panoramakabinetts wird – wie Alexander Wild sagt – am Sonntag ab 10 Uhr eingeweiht. Von 10 bis 13.30 Uhr gibt es Führungen, um 14.30 Uhr gibt es einen Festakt mit Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe. Jeden dritten Sonntag im Monat sind Führungen um 15 Uhr vorgesehen – mit Andacht im Oratorium im Anschluss.

 

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