Wolfgang Wagner neu im Vorstand der Mäzenatenvereinigung Freunde krempeln Vorstand um

BAYREUTH. Die Gesellschaft der Freunde von Bayreuth (GdF) hat bei der Sitzung des Kuratoriums am Samstag in Dresden ihren Vorstand radikal umgebaut.

Von dem einstigen Dreiergremium, das bisher die Geschicke der „Freunde“ gelenkt hat, ist einzig der bisherige Vorsitzende geblieben – der ehemalige bayerische Finanzminister Georg von Waldenfels. Neu aufgenommen in den Vorstand wurde der Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Oberfranken, Wolfgang Wagner. Damit besteht der Freunde-Vorstand aktuell nur aus zwei Personen.

Nicht ganz freiwillig gegangen

Die bisherigen Vorstandsmitglieder Professor Hans-Ludwig Grüschow und Ulrich Andreas Vogt hingegen schieden aus dem Gremium aus – ein nicht ganz freiwilliger Abschied, wie diese Zeitung aus Teilnehmerkreisen erfuhr. Grüschow und Vogt war vielmehr unter Hinweis auf Probleme in der Zusammenarbeit auf Kuratoriumsebene beziehungsweise bezüglich der zukünftigen Ausrichtung der Mäzenatenvereinigung ein Rückzug nahegelegt worden. Und das, obwohl hinsichtlich ihrer Integrität und ihres Engagements für die Mäzenatenvereinigung keinerlei Bedenken bestanden.

Grüschow, der sich zuvor schon viele Jahre für die Deutsche Sporthilfe engagiert hatte, gehörte dem Freunde-Vorstand seit mehr als zehn Jahren an. Vogt, ein Unternehmer und Kulturmanager aus Dortmund, war in früheren Jahren Tenor am Opernhaus Dortmund und später Geschäftsführer und Gründungsintendant des Konzerthauses Dortmund. Er gehört dem Freunde-Kuratorium seit 2007 an; 2009 ist er zum stellvertretenden Vorsitzenden der Gesellschaft der Freunde von Bayreuth gewählt worden.

"Dreistes Bubenstück"

Nach der gut dreistündigen Sitzung in Dresden, an der etwa 30 Kuratoriumsmitglieder teilnahmen, äußerten mehrere Teilnehmer gegenüber dem Kurier ihr Unverständnis über den kalten Machtwechsel und den „neuen Stil“ bei den Freunden. Es fiel der Begriff „dreistes Bubenstück“.

Ein anderes Mitglied konstatierte: „Da hat Politikstil der schlechtesten Art Einzug gehalten in die Gesellschaft, in der eigentlich Freunde sitzen sollten.“

2009 unterstützte die Mäzenatenvereinigung die Bayreuther Festspiele mit 2,4 Millionen Euro, 2010 seien ähnlich hohe Zuwendungen vorgesehen, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Im Gegenzug erhalten pro Spielzeit rund 3000 Freunde-Mitglieder Karten für die Bayreuther Festspiele.

Unterstützung für Probebühne

Für die Errichtung einer Probebühne ist nach Angaben der Freunde eine finanzielle Unterstützung geplant, jedoch müsse noch eine mit dem Verwaltungsrat der Bayreuther Festspiel-GmbH abgestimmte Vorlage erarbeitet werden. Möglicherweise kommt schon bald Bewegung in diese Angelegenheit – der Verwaltungsrat der Festspiele tagt nämlich heute in Bayreuth.

 

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