Bald immer mehr Fehlalarme?

Seit 1. Januar sind Rauchmelder auch in Privathaushalten Plficht. Foto: Archiv/dpa

Blaulicht und Martinshörner am Vormittag gegen 9.30 Uhr in Pegnitz. Zwei Löschzüge der Feuerwehr haben es eilig auf ihrem Weg vom Gerätehaus über die Badstraße in Richtung Max-Reger-Straße. Dort hat ein Rauchmelder Alarm geschlagen. Am Ende erweist sich das Ganze als Fehlalarm. Das wird noch häufiger vorkommen in nächster Zeit, sagt Kommandant Roland Zahn auf Nachfrage dieser Zeitung.

Das hat mit der Rauchmelderpflicht zu tun, die seit 1. Januar im Freistaat auch für Privathaushalte gilt. Weil die Rauchmelder manchmal ausgelöst werden, auch wenn es gar nicht brennt. Im aktuellen Fall stand die Feuerwehr vor einem Problem: Ein Nachbar hatte die Rauchmelderklänge gehört und die Feuerwehr informiert – weil in der betreffenden Wohnung niemand zu Hause war.

Was wiederum die Einsatzkräfte dazu nötigte, die Tür „gewaltsam“ zu öffnen: „Wenn du nicht weißt, ob ein Ernstfall vorliegt oder nicht, musst du ja irgendwie rein“, sagt Kommandant Zahn. In der Max-Reger-Straße gab es keinen Ernstfall – ein Rauchmelder war von der Decke gefallen und hatte sich wohl beim Aufschlag auf den Boden „ausgelöst“.

Wenn die Batterie leer ist...

Das kann immer passieren, so Zahn. Auch wenn die Batterie leer ist, meldet sich das gute Stück. Oder einfach, wenn eine Fehlfunktion gegeben ist. Der Kommandant befürchtet daher, „dass wir da noch öfters ausrücken müssen“.

Diese Einsätze sind buchstäblich umsonst

Und zwar umsonst. Denn: „Der Gesetzgeber hat sich zwar Gedanken über das Thema Rauchmelder gemacht, nicht aber über die Kostenfrage.“ Fehlalarme sind bei der Feuerwehr schon immer ein nicht ganz unbedeutender Faktor bei ihren Einsätzen. Bisher waren vor allem größere Einrichtungen wie Seniorenheime oder auch das Krankenhaus betroffen – jetzt kann das jeden Tag vorkommen, vermutet Roland Zahn, ohne unken zu wollen.

Da muss die Polizei her

Das hat Folgen. Denn wenn die Wehr eine Wohnungstür aufbricht, um nach dem Rechten zu sehen, muss sie anschließend natürlich ein neues Zylinderschloss einbauen. „Dazu müssen wir die Polizei einschalten, die bekommt dann auch die Schlüssel.“ Und der Bewohner einen Zettel, auf dem er erfährt, dass er diese in der Inspektion abholen kann.

Schäden nicht ausgeschlossen

Das ist nicht alles, sagt Kommandant Zahn. Klar, die Feuerwehr habe immer einen Satz an Schließzylindern an Bord. Aber: „Die passen natürlich nicht immer ganz genau, deshalb werden sie dann auch oft zurückgebracht.“ Und: Es könne auch passieren, dass das Öffnen der Tür kleinere Schäden zur Konsequenz hat.

Und wer trägt die Kosten?

Wer übernimmt diese Kosten? Das könne er nicht sagen, „das ist nicht unser Aufgabengebiet“.

Mehr weiß Herbert Lauterbach, geschäftsleitender Beamter im Rathaus und selbst im Vorstand der Pegnitzer Wehr aktiv: „Wenn jemand das neue Schloss behält, muss er uns das natürlich bezahlen.“ Und wenn Schäden an der Tür auftreten? „So ein Fall ist uns bisher nicht bekannt geworden, das ist eine interessante Frage.“

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