Wechsel im AWO-Vorstand Halil Tasdelen löst überraschend Thomas Bauske ab

Überraschung bei der Mitgliederversammlung der AWO: Thomas Bauske, seit sechs Jahren Vorsitzender und zwölf Jahr im Vorstand, wurde am Samstag überraschend abgewählt. Neuer Vorsitzender wird Halil Tasdelen. Am Samstag hat die AWO auch beschlossen, das Präsidialmodell einzuführen. Foto: Archiv/Andreas Harbach

BAYREUTH. Alles neu bei der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Bayreuth: Bei der Mitgliederversammlung am Samstagvormittag hat sich die Awo eine neue Satzung gegeben und das Präsidialmodell eingeführt, um Aufsicht und Verantwortung zu trennen. Bei der anschließenden Wahl wurde der bisherige Vorsitzende Thomas Bauske überraschend abgewählt. An der Spitze des Vorstands steht jetzt Bauskes SPD-Fraktionskollege Halil Tasdelen, sein Stellvertreter ist Christian Wedlich, der bislang auch im Vorstand war.

Am Tag nach der Mitgliederversammlung sagt Thomas Bauske auf Anfrage unserer Zeitung, er sei stark getroffen vom Ausgang der Wahl. „Mir tut das echt weh, weil die Awo für mich eine Herzensangelegenheit war.“ Bauske war 2006 in den Vorstand der Awo gegangen, zusammen mit André Pöhler und Hannaleena Meier. „Zu einer Zeit, als niemand dazu bereit war“, sagt Bauske. „Die Awo hatte unter Christian Masser gerade eine Insolvenz abwenden können.“ Sechs Jahre später, als der Vorsitzende Pöhler nach Regensburg umgezogen ist, habe er den Vorsitz übernommen. „Ich habe die Awo nach außen geöffnet, sie wieder nach vorne gebracht“, sagt Bauske. Zahlenmäßig lasse sich das gut belegen: Vor zwölf Jahren habe die Awo eine Bilanzsumme von 460.000 Euro gehabt, „jetzt haben wir eine Bilanzsumme von 7,6 Millionen Euro und einen Gewinn von knapp 400.000 Euro“.

Entscheidung für Halil Tasdelen

Bauske sagt, er habe seit etwas mehr als einem Jahr gespürt, dass es nicht mehr so rund laufe wie früher. „Es gab mitunter auch Unstimmigkeiten im Vorstand, aber es hat funktioniert.“ Vor wenigen Tagen habe er dann erfahren, dass es mit Halil Tasdelen einen Gegenkandidaten für das Amt des Vorsitzenden geben werde: Halil Tasdelen, der bislang Beisitzer war. 66 Mitglieder seien bei der Versammlung anwesend gewesen, was nach Bauskes Aussage „außergewöhnlich viele waren“. Mit 36 zu 27 Stimmen sei die Wahl zugunsten von Halil Tasdelen ausgegangen. Der bisherige Stellvertreter Bauskes, Peter Pietsch, habe anschließend ebenso seine Kandidatur zurückgezogen wie die Kassiererin Doreen Warter und der Revisor Hubert Klopfer.

Geänderte Satzung und neue Zuständigkeiten

Vor der Wahl des Präsidiums, das aus Tasdelen und Wedlich sowie sieben Beisitzern bestehen wird, habe die Awo eine gewünschte und geplante Satzungsänderung beschlossen und das Präsidialmodell eingeführt, um die Aufsicht durch ein Präsidium und die Verantwortung für den Geschäftsbetrieb voneinander zu trennen. „Ich bin noch Vorsitzender der Awo, bis die neue Satzung beim Vereinsregister eingetragen ist“, sagt Bauske. Die bisherige Geschäftsführerin Marion Tost werde in dem neuen Präsidialmodell eine Vorstandsrolle übernehmen, diese Stelle müsse aber ausgeschrieben werden.

Tasdelen: Wurde von Mitarbeitern angesprochen

Halil Tasdelen sagt auf Anfrage unserer Zeitung am Sonntag, er sei im Vorfeld von einigen Mitarbeitern angesprochen und „gebeten worden zu kandidieren. Ich habe mich kurzerhand entschlossen, das zu machen“. Auch Tasdelen, der seit 2012 im Vorstand ist, sagt, ihm liege „die Awo am Herzen“. In einer „schönen, demokratischen Wahl“ habe er die Mehrheit der Stimmen bekommen. „Ist ja auch legitim, dass es mehr als einen Kandidaten gibt.“ Das „A und O der Awo sind die Mitarbeiter“, sagt Tasdelen. Deren Zahl sei auf inzwischen 197 gestiegen, die Mitarbeiter gelte es „bei Laune zu halten“. Ebenso wichtig sei es, die Geschäftsführung der Arbeiterwohlfahrt zu unterstützen, gerade vor dem Hintergrund, „dass wir in den vergangenen Jahren massiv gewachsen sind“.

 

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