Autozulieferer Wechsel bei Dr. Schneider

KRONACH-NEUSES. Parag Shah ist zwar künftig nicht mehr die Nummer eins in der Dr.-Schneider-Unternehmensgruppe. Er will jedoch weiterhin treu zum Unternehmen stehen. „Ich bleibe im Unternehmen, definitiv ja“, sagt Parag Shah, bislang Vorsitzender der Geschäftsführung, im Gespräch mit unserer Zeitung.  

Für viele überraschend, wird der bisherige Vorsitzende zum 1. März von Thomas Stadelmann abgelöst. Stadelmann zeichnet verantwortlich für die Werke in Polen und Spanien und ist künftig auch Chef des Zulieferers mit über 4000 Beschäftigten.

Unterstützt wird er dabei von Parag Shah, der sich künftig auf den Vertrieb konzentriert und Wilhelm Wirth, dem kaufmännischen Geschäftsführer. „Meine Stärken liegen eindeutig im Vertrieb“, sagt Shah im Gespräch weiter. Dem Vertrieb könne er sich nun noch intensiver widmen. Die Märkte seien unruhig geworden, Dieselgate und die beginnende Elektromobilität würden für Verunsicherung sorgen.  

Parag Shah ist ein Sohn indischer Einwanderer und war seit Mai 2016 Vorsitzender der Geschäftsführung. Der Maschinenbauingenieur und faktensichere Auto-Experte arbeitet mittlerweile weit über 20 Jahre für den Autozulieferer, stieg systematisch die Treppe hoch. Projektleiter, Abteilungsleiter, Vertriebschef global und Chef der Forschung und Entwicklung. 

Dann kam der Ruf der beiden Damen, der Gesellschafterinnen Sylvia Schmidt und Annette Schneider, das Unternehmen zu führen. „Ich bin gefragt worden, hab ja gesagt. Das war’s.“

Nun ist diese Zeit vorbei, Shah bleibt aber in der Firmenleitung. Führungswechsel sind bei Dr. Schneider keine Seltenheit: Nach nur einem halben Jahr hatte Shahs Vorgänger Cornelius Weiß wegen unterschiedlicher Vorstellungen zwischen ihm und den Gesellschafterinnen über die strategische Ausrichtung des Unternehmens dieses schon wieder verlassen.  

Belüftungssysteme, dekorative Anbauteile und Fensterrahmen-Verkleidungen sind die Hauptumsatzträger von Dr. Schneider. Bei Ausströmern und Fensterrahmen sind die Kronacher Marktführer in Europa. Beliefert werden nahezu alle Hersteller. „Das grüne, selbstfahrende Auto wird die Zukunft sein, sagte Shah einmal. „Das ist der eindeutige Trend.“ Elektrifiziert und digital.

Und das Interieur wird immer wichtiger, hofft er. „Wenn ich Kolben machen würde, hätte ich ein Problem.“  

Der Kronacher Zulieferer hatte 2017 seinen Umsatz auf 517 Millionen Euro gesteigert. Im Vorjahr waren es 500 Millionen Euro. Die Investitionen waren auf 43,5 (33,6) Millionen Euro geklettert.

 

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