Ausschreibung im Juli, zum Januar kommt die Umstellung – Keine Gebührenerhöhung Gelbe Tonne: Landsberg macht's vor

Bürger im Landkreis sollen bis 2018 ihre Wertstoffe weiterhin selbst zum Wertstoffhof bringen. In Landsberg stellt man jetzt um. Foto: Wittek

Landsberg am Lech stellt um. Von 53 Wertstoffhöfen auf die Gelbe Tonne. Im Juni hat das der Kreistag beschlossen, ab Januar müssen die Bürger ihre Verpackungen nicht mehr selbst fahren. Teurer wurde die Müllentsorgung dadurch nicht.

Anna Diem versteht die Frage aus Bayreuth nicht. "Wieso sollen wir dafür bezahlen, wenn wir eine Gelbe Tonne wollen?" Das sei nicht Aufgabe des Landkreises, sondern der Entsorger. Landrat Hermann Hübner (CSU) hatte in der Kreisausschusssitzung am Dienstag gesagt, eine Systemumstellung koste den Landkreis "Hunderttausende". Die Umstellung lasse sich ohne Gebührenerhöhungen nicht bewerkstelligen. Durchgerechnet hat das bisher niemand.

In Landsberg kostet die Gelbe Tonne nicht mehr. "Wir senken die Gebühren sogar, aber das hat mit der Einführung der Tonne nichts zu tun", sagt Anna Diem, Pressesprecherin des Landkreises. Im Gegensatz zu anfänglichen Befürchtungen hätten keine Mitarbeiter auf Wertstoffhöfen entlassen werden müssen. Landsberg behält 34 Wertstoffhöfe. "Wegen der Grüngutabfälle. Wir sind ein sehr ländlich geprägter Landkreis."

Der Systemwechsel wurde politisch vorangetrieben. Die große Nachfrage bei den Altpapiertonnen habe den Ausschlag dafür gegeben, auch bei den Verpackungen umzustellen. Im Juni beschloss der dortige Kreistag den Wechsel, im Sommer schrieb das Duale System Deutschland (DSD) die Entsorgerverträge aus, ab November wurden die Gelben Tonnen geliefert. Auf Kosten der Entsorger. "Die betreiben auch eine eigene Hotline, wenn es zu Beschwerden kommt", sagt Diem. "Wir haben damit überhaupt nichts zu tun.

Im Bayreuther Kreisausschuss hielt Landrat Hübner gegen die Einführung der Tonne das Argument der Anschaffungskosten der Behälter. "Darum kümmern sich die Entsorger, das schreiben wir mit aus", sagt Norbert Völl, Pressesprecher des Dualen Systems Deutschland (DSD). Woher in Bayreuth die "Hunderttausende" Mehrkosten kommen könnten, hat bisher niemand errechnet.

Landsberg hat geplant. Im Mai 2012 lag ein Konzept mit Entsorgungsvarianten vor, im Januar 2013 stand der Plan zur Neuordnung der Wertstoffhöfe. Über das Projekt informierte die Verwaltung die Bürger online in Newslettern - unter der Rubrik "Landkreiszeitung aktuell" zum Beispiel die Sonderausgaben im Juli 2012 und 2013.

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