Aus dem Stadtrat Bayreuth Fütterungsverbot für Tauben und Thema Nachtbusse

Bayreuther können die Stadtbusse an den drei Tagen des Bürgerfestes kostenlos benutzen. Archivfoto: Andreas Harbach

BAYREUTH. Mit großer Mehrheit stimmte der Bayreuther Stadtrat für die Verordnung zum Fütterungsverbot für Tauben. Beim Thema Nachtbusse kochte der Landtagswahlkampf noch einmal hoch.

Nachtbuslinie: Gute Kunde für alle Trinkfreudigen: Beim nächsten Bürgerfest vom 5. bis 7. Juli müssen dessen Besucher nicht auf ihren Alkoholpegel achten. Vorausgesetzt, sie wohnen im Stadtgebiet, können sie kostenfrei an den drei Tagen die Stadtbuslinien benutzen. Die Kosten bezifferte Kulturamtsleiterin Gabriele Röhler auf rund 13.000 Euro. Den entsprechenden Antrag hatte SPD-Stadtrat Halil Tasdelen gestellt. Und zwar kurz vor der jüngsten Landtagswahl. Für Sabine Steininger, Sprecherin der Grünen-Fraktion, ein Grund, den Antrag abzulehnen, da der Zeitpunkt klar die dahinter stehende Absicht belege.

Aber Steininger lehnte den Antrag noch aus einem anderen Grund ab: Es fehle ihm an Nachhaltigkeit. Denn die Erfahrung habe gezeigt, dass Nutzer der kostenfreien Buslinien das Angebot nur einmal, nämlich beim Bürgerfest, genutzt hätten. Danach sei die Zahl der Busbenutzer wieder abgeflacht. Außerdem sei es den Besitzern von Wochen- und Monatskarte gegenüber unfair. Tasdelen wies den Vorwurf des Stimmenfangs vor der Landtagswahl zurück. Er appellierte an die Grünen-Fraktion, nicht immer alles abzulehnen. Tasdelen: „Lasst es uns doch einfach ausprobieren.“

Tauben: Die Verordnung über ein Taubenfütterungsverbot der Stadt Bayreuth hat in leicht abgeänderter Form auch den Stadtrat passiert. Allerdings nicht ohne Diskussion. Eröffnet hat sie CSU-Stadtrat Christian Wedlich, dem sich die in Paragraf eins definierte Begriffsbestimmung („Verwilderte Tauben sind Haustauben in verwildertem Zustand, die nicht mehr in den Taubenschlag zurückkehren“) nicht ganz erschloss. Eine Vorlage für DU-Stadtrat Helmut Zartner, der darauf hinwies, dass es sich nicht nur um verwilderte Haustauben, sondern auch um Wildtauben handele.

Die Verordnung sei lächerlich angesichts von gerade einmal 200 Tauben, die die Stadt bevölkern würden. Man solle doch einfach, schlug er vor, wieder die Taubenhäuser aktivieren. Überhaupt werde das Taubenproblem überbewertet, weg geworfene Kaugummis und Zigarettenkippen seien nicht weniger schlimm. Kai Braunmiller, Leiter des Veterinäramtes, sprach von rund 60 Tauben, die im Gassenviertel für Verdruss sorgen würden. Tauben seien gesundheitsgefährdend für Menschen, würden Tierseuchen verbreiten und die Gebäude mit Kot verschmutzen. Er wirkte überzeugend. Nur drei Stadträte stimmten dagegen.

 

0 Kommentare

Kommentieren

  1. Passwort vergessen?
  2. * = Pflichtfeld
Sie haben noch keinen Benutzer-Zugang? Jetzt registrieren!

Wenn Sie einen Kommentar verfassen, so wird dieser unter Ihrem Klarnamen, also dem von Ihnen angegebenen Vor- und Nachnamen veröffentlicht. Sollte Ihr Kommentar nicht sofort erscheinen, bitten wir Sie um etwas Geduld. Wir behalten uns vor, Kommentare vor der Veröffentlichung zu prüfen. Bitte beachten Sie hierzu auch unsere Netiquette.

loading