Aus dem Bauch heraus Malerei und Objekte von Wo Sarazen im Neuen Rathaus

Wo Sarazen. Archivfoto: Andreas Harbach

BAYREUTH. Typen wie ihn gibt es in Bayreuth zu wenig. Keiner lebt die Freiheit der Kunst so konsequent wie Wo Sarazen – der Unangepasste unter den Angepassten, der mit bürgerlichem Namen Werner Baumann heißt, der vor gut einem Monat seinen 95. Geburtstag feierte, und den der Kunstverein Bayreuth nun mit einer Ausstellung im Neuen Rathaus feiert. Eine aktuelle Ausstellung von ihm ist noch bis zum 28. September im Neuen Rathaus in Bayreuth zu sehen.  

Von seinen Hoffnungen, seinen Wünschen, aber auch von seinem Scheitern erzählt – wie es der Künstlerkollege Peter Coler, der die Auswahl der Bilder getroffen hat, formulierte – diese Werkschau. 51 Exponate aus mehreren Jahrzehnten sind zu sehen: Gemälde, Collagen, Objekte. Sie tragen Titel wie „Ein Engel namens Franz Josef“, „Moritz, der Weiberbeglücker“, „Wilhelmine im Fleckenkleid“ oder „Die Wächter“. Wie auch immer man zur handwerklichen Ausführung seiner Bilder steht: Seine oft aus dem Bauch heraus entstandenen Werke berühren den Betrachter in jedem Fall – positiv oder negativ.

Dandy, Schamane und bunter Vogel

Wo Sarazen sei ein wilder, expressiv-surrealer Maler, der mit beiden Händen in die Farbe zu greifen scheint, wenn er seine Welten auf Bildflächen zaubert, meinte Bayreuths Bürgermeister Thomas Ebersberger bei der Eröffnung der Ausstellung am Mittwoch. Bayreuth könne sich glücklich schätzen, über so einen Ausnahmekünstler zu verfügen. „Er gibt der Bayreuther Kunstszene Farbe und Esprit.“ Als Performance-Künstler, als Dandy, als Schamane, als bunter Vogel.

Mehrere Geschichten ranken sich darum, wie es zur Findung von Baumanns Künstlernamen Wo Sarazen kam. Diejenige Variante mit dem Gesteinsbrocken hinter einer Biegung in einer nordafrikanischen Wüste scheint jedenfalls die mit der besten Pointe zu sein. Ohne Legendenbildung in eigener Sache scheint kaum ein Künstler über die Runden zu kommen. An Fantasie scheint es Werner Baumann in keiner Lebensphase gemangelt zu haben. Die Ausstellung vermittelt dies eindrucksvoll.


INFO: Die Ausstellung „Wo Sarazen – Malerei und Objekte“ ist noch bis Freitag, 28. September, in der Ausstellungshalle im Neuen Rathaus, Luitpoldplatz 13, in Bayreuth zu sehen.

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